
Rund vier Wochen vor der nahenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird in einem Video der Welt aus dem Hause Springer dargelegt, dass der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zu genaueren Angaben bezüglich seines Studiums und der “Abschluss-Bezeichnung wackelt“. Die Bild-Redaktion unterstützte parallel, indem sie titelte, dass ein “Rätsel um [das] Studium von AfD-Kandidaten” vorliege. Unterstützung erfuhr der Politiker dabei seitens der Junge-Freiheit-Redaktion (Bezahlschranke), die den Kollegen vorwirft, dass gewisse Medien mehr als erkennbar rein “spekulieren” würden.
“Manchmal reicht schon eine ganz einfache Frage”, so die rhetorische Artikeleinleitung in der Springer-Kampagne gegen den AfD-Politiker. “Wo haben Sie eigentlich studiert?”, lautete die einfache Frage, die seitens der Welt-Redaktion damit ergänzt wurde, zu erklären, dass der AfD-Spitzenkandidat angegeben hätte, “einen Bachelor of Arts in Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie zu besitzen”. Die Recherche hätte jedoch ergeben, dass die Hamburger Fernhochschule “diesen Abschluss jedoch nur als Bachelor of Science angibt”.
Die Junge Freiheit berichtet zu der offensichtlichen Kampagne, dass sie entgegen der Behauptung von Unklarheiten in die Bachelorarbeit samt dem Nachweis des dazugehörigen Abschlusses eingesehen habe und damit belegen könne, dass Siegmund nachweislich einen offiziellen “Bachelorabschluss erworben hat”.
In den sozialen Medien wird aktuell kontrovers zu einer generellen Glaubwürdigkeit der Unterlagen von Junge Freiheit diskutiert. Der als “Plagiatsjäger” bekannte österreichische Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber kommentiert in der Causa Siegmund zur Welt-Berichterstattung:
“Es handelt sich hierbei offenbar um bewusste Desinformation oder einen groben handwerklichen Fehler.”
Überraschend dabei ist, dass Wikipedia in dem Siegmund-Eintrag die Informationen und Formulierungen aus der jüngsten Springer-Medienkampagne trotz Veröffentlichung noch nicht in der Rubrik “Kontroversen” übernommen hat. Die Frage, die sich zudem stellt, lautet: Warum präsentierte Gert Postel, medial bekannter und verurteilter Hochstapler wegen mehrfachen Betrugs und Urkundenfälschung, einen themenbezogenen Post auf X? Oder in wessen – mutmaßlichen – Auftrag? So heißt es:
“Ich habe versucht herauszufinden, an welcher Hochschule der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund studiert und worüber er seine Bachelorarbeit geschrieben hat: Das Ergebnis ist ein vollkommenes Vakuum.”
Am Tag der Springer-Kampagne samt der Rückendeckung durch die Junge Freiheit und anschließenden X-Diskussionen, reagierte der attackierte Siegmund im Rahmen eines X-Beitrags mit der rhetorischen Frage:
“Was wollt ihr noch wissen? Grundschulzeugnis? Lieblingsessen? Schuhgröße?”
Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bleibt die AfD laut jüngsten Umfragen von Infratest dimap im Auftrag von MDR, WDR und Mitteldeutscher Zeitung mit 41 Prozent stärkste politische Kraft.
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