
In Berlin leiden Pädagogen sowie Kinder und Jugendliche unter der “zunehmenden Verrohung” an den Bildungseinrichtungen der Hauptstadt, so das Ergebnis der jüngsten “Gewaltstudie“. Die Gewalt unter Schülern an Berliner Schulen stelle laut Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch ein großes Problem dar, das in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Geplant seien daher laut der CDU-Politikerin sogenannte “Schulen für Erziehungshilfe”, in denen sich “speziell geschulte Lehrer” in Zusammenarbeit mit Sozialpädagogen “auf kleine Gruppen konzentrieren” sollen.
In Berlin bestimmt aktuell der Wahlkampf die Schlagzeilen. Die CDU möchte als Regierungspartei zum Thema “Gewalt an den Schulen” daher mit Ankündigungen punkten. So sollen gewalttätige “Problemschüler” zukünftig an neue Spezialschulen versetzt werden, dies vermeintlich auch ohne Zustimmung der Eltern oder Schüler, so Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch gegenüber den Springer-Publikationen Bild und B.Z..
“Wer immer wieder auffällt und besondere Unterstützung braucht – auch, weil die Familien mit der Situation überfordert sind, darf nicht von Schule zu Schule weitergereicht werden”, so die Senatorin über die CDU-Pläne.
Hintergrund der wahlkampftaktischen Mitteilung ist die mehr als angespannte Situation an zahlreichen Berliner Schulen, und dies nicht nur bezogen auf den chronischen Mangel an geeignetem pädagogischem Fachpersonal. Das im Juni vorgestellte “Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer” offenbarte die parallelen Realitäten. Mehr als die Hälfte der befragten Lehrkräfte und pädagogischen Beschäftigten bewerteten demnach “Gewalt und Konflikte an der eigenen Schule als großes oder sehr großes Problem”.
Der Tagesspiegel (Bezahlschranke) berichtet in dieser Woche von “alarmierenden Zahlen zum Berliner Lehrermangel”. Aktuell sei nur jede vierte neu eingestellte Lehrkraft voll ausgebildet. Über 3.700 Stellen müssten für das kommende Schuljahr neu besetzt werden. Die meisten “Lücken füllen Seiteneinsteiger, Studierende und Vertreter anderer Berufe”, so die Status quo in der Hauptstadt.
Der CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers erklärt zu den Plänen seiner Partei, dass es an den Schulen sogenannte “Familienklassenzimmer” geben wird, wo dann einmal die Woche “die Eltern erscheinen, am Unterricht teilnehmen und so ihre Kinder unterstützen müssen”, so die wörtliche Darlegung.
“Wir nehmen die Eltern in die Pflicht und stärken Lehrerinnen und Lehrer, damit sie Respekt, Regeln und Verantwortung nicht nur vermitteln, sondern auch durchsetzen können”, so der CDU-Politiker.
Entsprechende Notwendigkeiten bestätigte Wolfgang Büscher, seit 25 Jahren medial bekannter Sprecher bei der Kinder- und Jugendhilfsorganisation “Die Arche”, gegenüber der BILD. Büscher findet dabei direktere Formulierungen. So würden “Messergewalt unter Kindern, religiöse Radikalisierung, Antisemitismus und Drohungen gegen Sozialarbeiter” zum Arbeitsalltag gehören. Die Warnung lautet, die Entwicklung der letzten Jahre unmissverständlich resümierend:
“Wir steuern auf eine Katastrophe zu, die bald nicht mehr zu händeln ist. Migration kann funktionieren. Aber nur mit klaren Regeln, Sprache und Integration. Das ist nicht mehr der Fall. Wir verlieren langsam die Kontrolle über die Entwicklung.”
So sei es mittlerweile normal, dass das Mitführen von Messern für viele Jugendliche nichts Ungewöhnliches sei. “Wir haben bei uns schon Elfjährige mit Stichwaffen erwischt”, so Büscher. Parallel beobachte er mit seinen Kollegen einen “wachsenden Einfluss streng religiöser Milieus”:
“Die Jugendlichen gehen von der Arche zurück in ihre Familien und werden dort radikalisiert. Antisemitismus und islamistische Denkweisen sind da teilweise normal. Auch den Terror-Anschlag auf den CSD hat hier keiner verurteilt. Viele unterstützen leise die Propaganda des IS. Was da auf uns zukommt, ist eine Katastrophe. Viele von ihnen sind nicht mehr demokratisierbar.”
Laut dem Arche-Sprecher bräuchte jede betreuende Einrichtung “für jeden Geflüchteten einen Sozialarbeiter. Denn irgendwann werden sie sich gegen uns wenden”, so die nüchterne Darlegung von sich abzeichnenden Realitäten. Laut Ergebnis der Berliner Studie würden “40 Prozent der muslimischen Neuntklässler zustimmen, dass religiöse Regeln Vorrang vor Schulregeln haben sollten”. Die Schul-Studie zeigt außerdem: Bei 7 Prozent der Gewaltvorfälle spielt Religion eine Rolle.
Besonders stark belastet durch das Gewaltproblem sind laut der Studie vor allem die Grundschulen, Gemeinschaftsschulen sowie integrierte Sekundarschulen. Bislang stoßen die Schulen bei besonders weitreichenden Maßnahmen an vorgegebene Grenzen. Vor allem dann würden Schwierigkeiten entstehen, wenn betroffene Eltern von verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen eine notwendige Zusammenarbeit verweigern.
Deshalb wird seitens der Berliner Senatspolitik derzeit auch über zusätzliche rechtliche Möglichkeiten diskutiert. Dazu erklärt der Arche-Sprecher, dass er die oppositionelle politische Arbeit sowohl der AfD als auch der Linken kritisch sehe. Das Problem laute:
“Die AfD spitzt die Probleme zu, die Linke verweigert jede kritische Diskussion über Missstände in migrantischen Milieus.”
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