
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine Berater sollen sich mehr als überrascht gezeigt haben und waren demnach “fassungslos”, nachdem US-Präsident Donald Trump am 16. April erklärte, er werde Israel keine weiteren Angriffe im Libanon gestatten, berichtet das US-Portal Axios unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.
US-Präsident Donald Trump erklärte erstmalig am Donnerstag auf Truth Social, die USA hätten Luftangriffe im Libanon wörtlich “untersagt”, als der von seiner Regierung vermittelte zehntägige Waffenstillstand zwischen Israel und der libanesischen Regierung in Kraft trat. Laut Axios-Informationen war Netanjahu über diese Erklärung “beunruhigt”, woraufhin israelische Regierungsvertreter in Tel Aviv Washington umgehend um Klarstellung baten.
Gemäß der aktuellen Vereinbarung soll Israel seiner IDF-Truppen gegenüber angeordnet haben, die Offensivoperationen im Südlibanon einzustellen, sich jedoch das Recht vorzubehalten, “jederzeit alle notwendigen Maßnahmen zur Selbstverteidigung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder bereits stattfindende Angriffe zu ergreifen”, so der Artikel Informationen darlegend.
In dem 10-Punkte-Friedensplan heißt es laut Times of Israel unter Punkt 2:
“Diese Anfangsphase kann im gegenseitigen Einvernehmen zwischen dem Libanon und Israel verlängert werden, sofern Fortschritte bei den Verhandlungen zu verzeichnen sind und der Libanon seine Fähigkeit zur Wahrung seiner Souveränität wirksam unter Beweis stellt.”
Die rein für die israelischen Angriffe verantwortlich erklärte Hisbollah-Organisation, die die jüngsten Gespräche in Washington zwischen Vertretern Israels und dem Libanon boykottierte, erklärte in dieser Woche demgegenüber, Israel müsse alle Truppenbewegungen im Südlibanon umgehend einstellen und auf die Positionen zurückkehren, die vor Ausbruch der Kämpfe vor mehr als einem Monat gehalten wurden.
Die Bewohner der nördlichen Grenzgemeinden Israels haben laut israelischen Medienberichten den jüngsten Waffenstillstand als Kapitulation verurteilt. Dies nicht nur gegenüber Iran, sondern auch gegenüber den USA.
Israel begann Anfang März mit Luftangriffen auf den Süden Libanons und die Hauptstadt Beirut sowie andere Städte des Landes, nachdem die Hisbollah nach dem 28. Februar, dem US-israelischen Kriegsbeginn, zur Unterstützung Teherans Raketen auf Israel abgefeuert hatte – und um zudem die militärisch eingerichtete sogenannte “Sicherheitszone” im Südlibanon auszubauen.
Teheran hat seitdem ein Ende der israelischen Operationen im Libanon als eine der Bedingungen für sein eigenes Friedensabkommen mit den USA und Israel genannt.
Seit Anfang März wurden im Libanon nach Angaben libanesischer Behörden fast 2.200 Menschen getötet und 1,2 Millionen Menschen vertrieben.
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