
Laut einer Pressemitteilung des Auslandsgeheimdienstes der Russischen Föderation (SWR) hat die deutsche Bundesregierung im Zusammenhang mit der Anfang August auf dem Flughafen Leipzig-Halle angeblich oder tatsächlich aufgefundenen Drohne entgegen ausdrücklicher Hinweise westlicher Geheimdienste auf eine ukrainische Spur – und damit wider besseres Wissen – Russland bezichtigt.
Das Pressebüro des SWR teilt in der am Dienstag veröffentlichten Erklärung unter anderem mit, dass nach den dem Auslandsgeheimdienst vorliegenden Informationen mehrere Geheimdienste anderer NATO-Staaten, die die Umstände des Vorfalls auf dem Leipziger Flughafen untersuchten, ihre nationalen Regierungen darüber informiert haben, dass “nicht einmal der geringste Beweis für eine Beteiligung Russlands” vorliegt. Im Gegenteil wurde auf zahlreiche Anzeichen einer “ukrainischen Spur” hingewiesen. Die Dienste hätten staatlichen Institutionen empfohlen, auf öffentliche Schuldzuweisungen an Moskau zu verzichten.
Die deutsche Staatsführung, so das Pressebüro des SWR weiter, war mit der “vorsichtigen Haltung der Verbündeten” nicht zufrieden. Die Bundesregierung habe es “trotz Warnungen der NATO-Geheimdienste” vorgezogen, pauschale Anschuldigungen gegen Russland zu erheben. Das Ziel habe unter anderem darin bestanden, “Extra-Ausgaben” für die Militarisierung Deutschlands im Haushalt 2027 zu rechtfertigen. Wenn dieselben westlichen Verbündeten Deutschlands nun ihre “volle Solidarität” mit Berlin, das angeblich “Opfer einer russischen Provokation” geworden sei, bekunden, tun sie nur so, als würden sie der Bundesregierung glauben. “Hinter den Kulissen” sehe die Lage ganz anders aus.
Süffisant stellt das SWR fest, dass der deutsche Wähler nicht so naiv ist, wie das politische Berlin offenbar gehofft hat:
“Die Ergebnisse der Wahlen im Bundesland Sachsen-Anhalt am 6. September dieses Jahres haben demonstriert, dass die antirussische Provokation der Behörden gescheitert ist. Die bevorstehenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am 20. September dieses Jahres werden eine weitere Bewährungsprobe für F. Merz.”
Der erwähnte Drohnenvorfall auf dem Flughafen Leipzig-Halle hatte sich am 4. oder am 5. August 2026 ereignet, es gibt divergierende Darstellungen. Auch zu den genauen Abläufen ist längst nicht alles klar: Zunächst hieß es, ein Busfahrer habe die tieffliegende Drohne mit einem Fuß niedergetreten, später hieß es, an der Drohne sei eine Dose mit Sprengstoff befestigt gewesen und sie sei an ein ukrainisches Antonow-Transportflugzeug geprallt, ohne eine Explosion auszulösen.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hielt sich mit konkreten Beschuldigungen zunächst zurück. Am 1. September 2026 – fünf Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – hielt er jedoch zusammen mit Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) eine Pressekonferenz ab, bei der er die Verantwortung für den Vorfall Russland zuwies und sie als einen “hybriden Angriff” qualifizierte. Wadephul verkündete bei derselben Pressekonferenz die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie die Kündigung der Verträge mit dem Russischen Haus der Kultur und Wissenschaft in Berlin.
Beweise für ihre Behauptungen legten die beiden weder in der Pressekonferenz noch später vor. Es handele sich um eine “Gesamtbewertung der Umstände”. Überaus fragwürdig wird behauptet, dass die Drohne “auf russische Art” zusammengebaut gewesen sei, was, erstens, kaum nachvollziehbar ist, da die Drohnentechnologie international ist und keine “nationalen Besonderheiten” bekannt sind, und, zweitens, die Ukraine längst Zugriff auf Tausende abgestürzter oder abgefangener russischer Drohnen hat.
Zudem wird behauptet, dass auf der Leipziger Drohne DNA-Spuren gefunden wurden, die einem früheren Anschlag auf DHL-Flugzeuge zugeordnet werden konnten. Hier ist allerdings auch zweifelhaft, dass es sich bei dem Letzteren um eine russische Aktion handelte. Hinsichtlich eines von zwei Männern, die angeblich in jenen Vorfall verwickelt gewesen waren, haben weißrussische Medien inzwischen berichtet, dass er zwar einen weißrussischen Pass hat, tatsächlich aber ein seit 2020 flüchtiger Oppositioneller ist, der mit ukrainischen Geheimdiensten zusammenarbeitet.
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