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Weltraum, Atomkraft, Erdöl – Russlands unverhoffter Partner

rtnews by rtnews
22/08/2026
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Russland hat schon etwas länger eine Partnerschaft in den Bereichen Erdölförderung, Kernkraft und bemannte Raumfahrt sowie Satelliten – und zwar mit einem Land, von dem man es nicht erwarten würde.

Von Dmitri Kossyrew

Russland hat ein neues, umfangreiches Paket von Übereinkommen mit einem Land geschlossen, das in dieser Eigenschaft – Partner im Hochtechnologiebereich – für manche überraschend sein dürfte. Die wichtigsten Punkte: Anfang nächsten Jahres wird Russlands Nuklearkonzern Rosatom in diesem Land mit dem Bau eines kleinen Kernkraftwerks beginnen; ein weiteres Abkommen hat Satellitennavigation und bemannte Raumfahrt zum Gegenstand; außerdem gibt es eines über die Elektronikindustrie und digitale Technologien, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie künstliche Intelligenz. Auch wird Russland in diesem Land auch nach Erdöl suchen (das dort grundsätzlich vorhanden ist, es müssen nur noch die Details geklärt werden) und für dieses Öl eine Raffinerie errichten.

Und schließlich (getreu dem Prinzip “Nur eine verteidigungsfähige Zusammenarbeit ist etwas wert”) gibt es auch eine Erklärung zu Maßnahmen gegen Sanktionen.

Das Land, von dem die Rede ist, ist Myanmar. Dessen Präsident Min Aung Hlaing stattete Moskau diese Woche einen offiziellen Besuch ab und unterzeichnete die umrissenen Abkommen. Er unterzeichnete außerdem ein weiteres wichtiges Dokumentenpaket – zum Thema Militär, worauf wir später eingehen werden.

Doch zunächst zu denjenigen, für die weniger eine Partnerschaft an sich überraschend ist als vielmehr ihr Fokus auf Hochtechnologie. Und wie erklären sich diese Menschen zum Beispiel Thailands Pläne, die diesen Sommer angekündigt wurden, in die Riege der zwanzig wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften der Welt aufzusteigen? Und bis zum Jahr 2037, laut Berechnungen der Weltbank, zu den Ländern mit hohem Einkommen gemäß den Weltbankkriterien zu gehören und sich zudem zu einem regionalen Zentrum für künstliche Intelligenz, Design und Halbleiterfertigung zu entwickeln?

Gut, das ist also Thailand – Myanmars südlicher Nachbar.

Welche anderen Nachbarn hat das ansonsten? Überraschungen gefällig? Bitteschön: Kambodscha ist in den letzten Wochen unter Ökonomen und Politikwissenschaftlern zum Gegenstand von Debatten über seine Zukunftsaussichten geworden: Das Land verzeichnete in den Jahren von 2000 bis 2019 ein durchschnittliches jährliches Wirtschaftswachstum von 8,2 Prozent und belegte damit weltweit den fünften Platz. Doch es geht auch um die Qualität der Wirtschaft – und da sehen wir moderne Logistikzentren, Arten der verarbeitenden Industrie, deren Entwicklung etwa das schon erwähnte Thailand (und auch andere Länder) auch bei sich priorisieren wollen. Hinzu kommt eine starke Partnerschaft mit China, einem globalen Technologieführer.

Das haben Skeptiker wohl nicht von einem Land erwartet, dessen Namen viele immer noch nur mit dem vom Westen unterstützten Schein-Kommunisten Pol Pot, seinen “Killing Fields” und anderen traurigen Kapiteln der Vergangenheit verbinden.

Doch Myanmar hat auch noch weitere Nachbarn: China natürlich und, einmal übers Meer geschaut, auch Indien. Über ihre Führungsrolle in der Welt – heute und insbesondere morgen – ließe sich weit, weit ausführlicher diskutieren als der Rahmen dieses Artikels zulässt.

Diejenigen, die in der Welt von morgen zu den Gewinnern gehören werden, sind diejenigen, die zumindest schnell erkennen, was in der schon heutigen Welt geschieht und wie rasant sie sich verändert. Das nur kurz zur Bedeutung des Besuchs des myanmarischen Präsidenten in Moskau.

Doch nun kommen wir dazu, dass diese zukünftige Welt nicht von selbst entsteht: Manchmal muss man für sie kämpfen.

Der Kampf ist ja auch im Gange. Was diese Woche in Moskau geschah, ist Teil einer langen und packenden militärdiplomatischen Geschichte. Sache ist nämlich: Myanmar befindet sich im Krieg. Und Russland macht keinen Hehl daraus, auf wessen Seite es in diesem Krieg steht. Erinnern wir uns: Da wurde ein Paket militärbezogener Dokumente unterzeichnet. Und dieses Paket ist auch gar nicht das erste – Russland hilft diesem Land, eine Bedrohung abzuwehren. Eine Bedrohung nicht nur für Myanmar selbst, sondern für die gesamte Region und darüber hinaus.

Myanmars politische Geschichte verläuft seit Langem in einem Kreismuster, wobei regelmäßig und gleichsam unabwendbar immer wieder Militärregime an die Macht kommen, die jeden Anfall von Oppositionsaktivitäten – von Menschen, die im Westen als Demokraten bezeichnet werden – abrupt zu unterdrücken suchen. Doch es kommen auch qualitative Veränderungen vor. Der Militärputsch von 2021, bei dem Min Aung Hlaing, der derzeitige Gast Moskaus, eine Schlüsselrolle spielte, offenbarte etwas Neues: Zuvor bildeten die “Demokraten” der Hauptstadt und das Militär, die das Land als Ganzes repräsentierten, zwei von drei rivalisierenden Kräften. Die dritte Kraft waren die selbsternannten Stammes-Kleinstaaten und andere unkontrollierte Gebiete an den Grenzen zu Thailand, Kambodscha und China. Dazu gehören auch die Bewohner des ehemaligen “Goldenen Dreiecks” mit seiner Drogenindustrie. Also: Nach dem Putsch 2021 gibt es nicht mehr drei Kräfte im politischen Leben – die sogenannten Demokraten haben sich mit diesen Separatisten, sagen wir mal, eng angefreundet.

Und da ist es offensichtlich, wen der Westen in den letzten Jahrzehnten unterstützt hat: Myanmar ist seit Langem schweren Sanktionen ausgesetzt. Unsere beiden Länder wussten also, wovon sie sprachen, als sie in Moskau ein Dokument zur Bekämpfung dieser Sanktionen unterzeichneten.

Unterdessen hielt das Militär in Myanmar Wahlen ab und errichtete (unter seiner Kontrolle) ein ziviles Regime. Im April trat Min Aung Hlaing sein Amt als Präsident an und bereiste wichtige Partnerländer: Indien, China, Thailand und nun auch Russland. Und überall waren die Ergebnisse im Großen und Ganzen dieselben wie in Moskau: Jeder braucht Myanmar.

Unter anderem aus militärischen und politischen, letztlich aber aus Sicherheitsgründen. So gelang jüngsten Meldungen zufolge einer 19-jährigen Russin Namens Maria, indem sie den Fluss ins benachbarte Thailand überquerte, die Flucht aus der Zwangsarbeit in einem Callcenter in Myanmars Staatsgebiet. Von dort (und nicht nur von dort) aus betreiben diese Callcenter weltweit Telefonschwindel. Sie war über China rekrutiert und dann nach Myanmar gebracht worden. Und dies ist nur einer von mehreren aktuellen Fällen. Die russischen Botschaften in Myanmar und Thailand haben bereits eine Arbeitsmannschaft mit einem gut funktionierenden System zur Rehabilitation solcher aus der Zwangsarbeit befreiter Menschen eingerichtet. Auch die Behörden dieser Länder sind in solche Mechanismen eingebunden.

Das wunderbare Informationszeitalter begann für Südostasien nämlich genau so – mit Kriminalität und Betrug, mit Cyberoperationen aus unkontrollierten Gebieten. Und was werden solche Datenzentren erst anstellen, wenn sie über den einfachen Raub, Betrug und Zwangsarbeit hinauswachsen sollten? Kurzum: Solche Zentren (oder Konzentrationslager) – völlig unkontrolliert – sollten schlichtweg nicht existieren. Nicht in Südostasien, und auch nirgendwo sonst.

Deshalb sei noch einmal betont: Ihren Krieg führen die myanmarischen Behörden genau gegen so etwas – mit Unterstützung Russlands, und nicht nur Russlands. Im Frühjahr begannen sie aktive Kampfhandlungen gegen Banden in unkontrollierten Landesgebieten. Doch in den entsprechenden Medien und anderen Quellen sehen wir davon ein bekanntes Bild, das koordiniert gemalt wird: Ach so brutale Militäreinheiten bombardieren da angeblich friedliche Dörfer, Drohnen, die nach russischer Fertigung aussehen, kreisen dort in der Luft, Kinder können nicht schlafen, “Flüchtlinge fliehen”. Dieses Bild passt doch gut in die bekannte Informationslandschaft, oder? Sehr gut sogar. Wenn in den westlichen oder auch westhörigen Medien und anderen Quellen derartiges Geheul beginnt, bedeutet das, dass die myanmarischen Behörden und das Militär in ihrer Offensive Fortschritte zu erzielen scheinen. Und wir können ihnen nur Erfolg wünschen.

Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei “RIA Nowosti” am 20. August 2026.

Dmitri Kossyrew ist ein russischer Journalist, Orientalist und politischer Analyst bei “RIA Nowosti”.

Mehr zum Thema – Gipfel in Kasan: Russland und ASEAN feiern 35 Jahre Partnerschaft



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Tags: AtomkraftErdölPartnerRusslandsunverhoffterWeltraum
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