
Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume hat die Belegschaft angesichts der Krise in der Automobilbranche und der geplanten tiefgreifenden Einschnitte zu geschlossenem Handeln aufgerufen. “Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen”, sagte Blume der Bild am Sonntag. Der Konzern habe den “größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns” aufgesetzt.
In der kommenden Woche sind mehrere außerordentliche Betriebsversammlungen geplant. Blume will persönlich daran teilnehmen – am Dienstag in Wolfsburg sowie am Mittwoch in Emden und Zwickau, hieß es in der Bild. “Die nächsten Jahre sind entscheidend dafür, wer im Rennen bleibt und wer an die Spitze fährt”, betonte der Konzernchef.
Den hohen Spardruck führt Blume auf einen tiefgreifenden Wandel des Automarktes und globale Verwerfungen zurück. “Die weltweite Autoindustrie ist in einer Mega-Krise. Und der Volkswagen-Konzern ist mittendrin”, sagte er.
Die Arbeitnehmerseite hatte bereits vor den Werksferien konkrete Informationen zu den Sparplänen und möglichen Entlassungen gefordert. Mitte Juli sprach Blume in einem konzerninternen Interview von einem möglichen Abbau von weltweit rund 50.000 Stellen, um die Gemeinkosten auf ein “wettbewerbsfähiges Niveau” zu senken. Besonders gefährdet sind die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm.
Besonders der wachsende Wettbewerb durch chinesische Hersteller setzt Volkswagen unter Druck. In China, einem wichtigen Absatzmarkt für den Konzern, verliert VW zunehmend an Boden gegenüber heimischen Marken, die vor allem bei Elektroautos schnell Marktanteile gewinnen. Zugleich drängen chinesische Hersteller wie BYD, Chery und SAIC verstärkt auf den europäischen Markt. Im ersten Halbjahr 2026 erreichten chinesische Elektroautos bereits einen Anteil von 14,2 Prozent an den Verkäufen von batterieelektrischen Fahrzeugen in Westeuropa.
Für VW verschärft sich damit der Kostendruck: Der Konzern muss gleichzeitig in Elektromobilität und neue Modelle investieren und seine Kostenstruktur gegenüber der internationalen Konkurrenz deutlich verbessern. Blume sprach daher von einer “Mega-Krise” der weltweiten Autoindustrie. Geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, Regulierung, schwache Märkte und der zunehmende Wettbewerb stellten die gesamte Branche vor große Herausforderungen, betonte der VW-Chef.
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