
Von Bernhard Loyen
Seit Anfang 2023, dem politisch eingeläuteten, willkürlichen Ende der sogenannten “Corona-Pandemie”, wurde Anthony Fauci, bereits im September 2020 medial in den USA auch als der “deutsche Christian Drosten” geadelt, mehrfach vor sogenannte “Corona-Ausschüsse” des US-Kongresses bestellt. So auch im Januar 2024 mit damaligen themenbezogenen Antworten und Aussagen in einer mehrtägigen, nicht öffentlichen Befragung vor dem “Sonderunterausschuss des Repräsentantenhauses zur Coronavirus-Pandemie (House Select Subcommittee on the Coronavirus Pandemic)”.
Gestern erfolgte nun die jüngste Anhörung, die sich im Vorfeld dynamisch zum US-medial-politischen Höhepunkt avancierte, dies durch die arrangierte Veröffentlichung von mehr als 1.100 Seiten privater Aufzeichnungen des kontrovers wahrgenommenen Regierungsberaters zweier US-Regierungen in der “Corona-Krise”. Eingeleitet durch den republikanischen Politiker Rand Paul, Vorsitzender des US-Senatsausschusses für Innere Sicherheit und Regierungsangelegenheiten (Homeland Security and Governmental Affairs).
Fauci äußerte sich gleich zu Beginn der gestrigen Anhörung in einer abgelesenen Erklärung mit dem Vorwurf: “Angesichts der offensichtlichen Besessenheit von Senator Paul, meine strafrechtliche Verfolgung zu fordern, seiner wiederholten verleumderischen Äußerungen über mich und seiner jüngsten Veröffentlichung meines ungeschwärzten persönlichen Tagebuchs”, sei das offensichtliche und alleinige Ziel dieser Anhörung, “mich in Verlegenheit zu bringen und einzuschüchtern”, so Fauci.
Der im Anschluss nur noch monoton antwortende, sich wortkarg darstellende Wissenschaftler erklärte abschließend, dass Rand Paul sich, wie in diesem Jahr angekündigt, alleinig zur Aufgabe gemacht hätte, ihn, Fauci, “hinter Gitter” zu bringen.
Was folgte, war je nach Blickwinkel erkenntnisreich, bizarr, peinlich oder auch der verzweifelte Versuch eines nachweislich, widersprüchlichen Lügners in Formatsgröße eines Christian Drosten oder Karl Lauterbach, sich seinen kriminellen Verantwortlichkeiten, Empfehlungen und Forderungen glaubwürdig zu stellen.
Laut Angaben von Senator Paul erfolgte laut Protokoll genau 111 Mal auf jegliche Fragen der Anwesenden diese Fauci-Antwort:
“Ich lehne eine Aussage ab und berufe mich dabei auf meine Rechte gemäß dem fünften Zusatzartikel der Verfassung.”
Dabei berief sich der 85-Jährige auf einen Verfassungszusatz, nach dem er sich nicht selbst belasten muss. Die gestrigen vorgetragenen Vorwürfe waren dabei schwerwiegend, von der nachweislichen Tatsache der persönlichen Bereicherung in einer nationalen Krisensituation für Millionen Bürger, hin zu dem weiterhin kontroversesten Thema. Senator Paul ist dabei seit Jahren davon überzeugt, dass Fauci mit seinen Äußerungen “zum Ursprung des Virus” die Bevölkerung der USA und weltweit, als “anerkannter Immunologe”, bewusst getäuscht hat.
So erklärte der Republikaner gestern vor dem Ausschuss:
“Öffentlich vertrat Anthony Fauci die Theorie, dass das Virus auf natürlichem Wege entstanden sei, während er sich insgeheim einer Fülle von Beweisen bewusst war, die darauf hindeuten, dass das Virus aus einem Labor stammt. Das amerikanische Volk verdient Antworten.”
Die US-Bevölkerung habe ein Recht zu erfahren, warum laut Rand “gefährliche Forschung vom NIAID[-Institut] in einem totalitären Land [China] finanziert wurde, und zwar in einem Labor [Wuhan], in dem es an akzeptablen Sicherheitsstandards mangelte”. Die von Fauci mitzuverantwortende Entscheidung, “gefährliche Forschung zur Funktionsgewinnung zu finanzieren”, werde daher “wahrscheinlich als eine der schlimmsten Entscheidungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit in die Geschichte eingehen”.
Fauci war dabei im Januar 2025 vor dem Ende der Präsidentschaft von Joe Biden vollumfänglich begnadigt worden und kann daher für sein Handeln nicht mehr juristisch belangt werden. Neue Aussagen sind dadurch jedoch nicht gedeckt. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass Fauci gestern beharrlich und monoton seine vorbereitete “Anwaltsantwort” wiederholte, dabei jedes Mal ablas und sich den klar formulierten Fragen nicht glaubwürdig stellte.
So schwieg er auch schlicht zu den konfrontierenden Fragen der abgeordneten zu von ihm eingeforderten Lockdown-Maßnahmen sowie den widersprüchlichen und aufgezwungenen “Impf-Nötigungen”.
Kurz vor der Anhörung wurden Auszüge aus dem Tagebuch in diversen Medienberichten zitiert. Wie das Wall Street Journal unter anderem zusammenfasste, schrieb Fauci so bereits im Januar 2020 wörtlich über den vermeintlichen Ursprung von SARS-CoV-2 auf den Tiermärkten im fernen China, dass “wir mittlerweile wissen, dass der Markt nicht der Ursprung des Virus war, sondern lediglich zu dessen weiterer Ausbreitung beigetragen hat.” Am 31. Januar 2020 heißt es dann im Tagebuch (Seite 13):
“Es gibt da Verschwörungstheorien, wonach das Virus durch eingebrachte Mutationen über Gain-of-function (Gof)[-Manipulation] erhalten und absichtlich oder versehentlich in Wuhan freigesetzt worden sei […] Alle halten das für verrückt, aber das Telefonat mit [dem Biologen Jeremy] Farrar war anders.”
Mehrere Gesprächspartner, eines Gruppentelefonats, wären bereits zu diesem Zeitpunkt der Ansicht gewesen, “dass die Mutationen im Bereich der Furin-Spaltstelle des Spike-Proteins nicht auf natürliche Weise entstanden sein könnten”, so Fauci notierend.
Was folgte, ist bekannt: Die Wuhan-These wurde politisch koordiniert als weltweit juristisch verfolgte “Verschwörungstheorie” verkauft, was dabei für Kritiker und Mahner oft das Ende der wissenschaftlichen Karriere bedeutete. Fauci schrieb am 31. Januar:
“Ich schlage vor, dass wir eine größere Gruppe qualifizierter
Evolutionsbiologen und Virologen unter der Schirmherrschaft eines organisierenden Gremiums zusammenbringen und die Sache sorgfältig untersuchen.”
“Tja, das ist nicht wirklich gut gealtert”, so der Kommentar von Julian Assange hinsichtlich der Fauci-Aussage in einem Archiv-X-Video. Unbekümmert erklärte dieser gegenüber dem Sender CNN im Dezember 2022:
“Na ja, wenn ich zum Prügelknaben werde, dann werde ich eben zum Prügelknaben. Aber ich bin sehr gerne bereit, vor jedem Kontrollausschuss des Kongresses auszusagen. Ich habe nichts zu verbergen. Ich kann alles, was ich getan habe, erklären und begründen.”
Das mediale Resümee im fernen Deutschland, mit nachweislich weltweit den rigidesten, härtesten politischen “Corona-Vorgaben” an die Bürger, verläuft so weit berechenbar. Wenig überraschend titelt die regierungshörige Berliner Taz, dass der gestrige Fauci-Auftritt lediglich ein “politisches Post-Pandemie-Theater” darstelle. N-tv resümierte, dass “Republikaner versuch[t]en, Fauci mit Tagebucheinträgen unter Druck zu setzen”. Die Spiegel-Redaktion erkannte, dass die Tagebucheinträge von Anthony Fauci “die USA erneut über den Ursprung des Coronavirus diskutieren lassen”.
Bleierndes Schweigen erfolgt wenig überraschend aus den politischen Räumen im Regierungsviertel. Karl Lauterbach wendete sich mehr als symbolisch von seinem Bruder im Geiste ab und schwieg auf X zum Leiden des vormaligen “engen Freundes”. Charakterlos, berechenbar und unangenehm, wie man ihn eben seit Jahren ertragen muss.
Für Fauci droht nun in den USA eine Abstimmung des Ausschusses, in der entschieden werden soll, ob gegen ihn wegen “Missachtung des Kongresses” Anklage erhoben wird, was anschließend dem Senat zur weiteren Empfehlung vorgelegt werden soll. Ob als wesentlicher Täter oder politisches Bauernopfer: Fauci könnte gegebenenfalls strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.
Der Ausschussvorsitzende Rand Paul erklärte nach der Anhörung laut US-Medien, sein Ausschuss werde in der kommenden Woche über eine Resolution abstimmen, Fauci wegen der mutwilligen “Missachtung des Kongresses” zu belangen.
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