
Fast einen Monat nach der Festsetzung in Frankreich hat der Öltanker “Deyna” seine Fahrt fortgesetzt. Laut einer Mitteilung der Maritimen Präfektur des Mittelmeers vom Donnerstag befand sich das Schiff bereits auf hoher See. Die französische Marine verfolgte die Route der “Deyna”, bis das Schiff die Hoheitsgewässer der Republik verließ.
Am 15. April belegte ein Gericht in Marseille den Schiffseigentümer mit einer Geldbuße, wie aus der Mitteilung der Maritimen Präfektur hervorgeht. Als Grund hieß es, dem Schiff habe eine Flagge gefehlt, weshalb dessen Nationalität nicht habe nachgewiesen werden können. Der Eigentümer zahlte den Betrag, dessen Höhe nicht präzisiert wurde, auf das Konto der zuständigen Staatsbehörde ein. Daraufhin wurde die Beschlagnahme aufgehoben.
Die französische Marine hatte den Tanker am 20. April in internationalen Gewässern des westlichen Mittelmeers festgesetzt und anschließend zum Hafen von Marseille eskortiert. Das Schiff sei unter mosambikanischer Flagge aus Murmansk gekommen. Es habe der Verdacht bestanden, dass die “Deyna” unter falscher Flagge gefahren sei. Präsident Emmanuel Macron erklärte, dass der Tanker der “russischen Schattenflotte” angehöre.
Das russische Außenministerium verurteilte die Beschlagnahme von Tankern durch europäische Länder als inakzeptabel. Russland werde politische, rechtliche und sonstige Mittel einsetzen, um die Achtung der Schifffahrtsfreiheit zu gewährleisten.
Mehr zum Thema – Medien: Russische Fregatte eskortiert Tanker der “Schattenflotte” in britischen Gewässern