
Welcher Berufstätige hat es nicht schon erlebt? Plötzlich funktioniert die Anmeldung ins Firmennetz nicht mehr und alle Versuche, sich einzuloggen, scheitern. Dann heißt es: Nur nicht die Nerven verlieren! Offensichtlich ist allerdings genau dies FBI-Direktor Kashyap “Kash” Patel passiert. Derartige Schwierigkeiten, sich in einem internen System anzumelden, sollen bei Patel zu einem veritablen Ausraster geführt haben. Zumindest, wenn man dem US-Magazin The Atlantic Glauben schenken will.
Der Vorfall soll sich am Freitag, dem 10. April 2026, zugetragen haben. Ungenannt bleibenden Gewährsleuten zufolge soll Patel anlässlich der Computer-Panne zu der Überzeugung gekommen sein, Trump habe ihn entlassen und vom System ausgesperrt. Der Geheimdienstchef habe daraufhin hektisch Mitarbeiter und Verbündete über seine angebliche Entlassung informiert. Ein Anzeichen für eine Stimmung der Verunsicherung und des Misstrauens unter Donald Trumps engen Mitarbeitern – immer vorausgesetzt, das Berichtete hat sich so ereignet.
Peinlich für Patel: Die Nachricht von seiner scheinbaren Absetzung soll für Erleichterung unter den FBI-Beamten gesorgt haben. Sarah Fitzpatrick, die Verfasserin des Atlantic-Artikels, weiß zu berichten, dass viele Geheimdienstleute mit einer baldigen Abberufung ihres Chefs rechnen. Sie würden nur noch auf die offizielle Bestätigung warten. Vorletzten Freitag war es allerdings noch nicht so weit: Schuld an Patels Zugriffsproblem auf das Intranet war ein simpler technischer Fehler. Und Karoline Leavitt, die Pressesprecherin des Weißen Hauses, dementierte, dass es Pläne gebe, Patel zu entlassen.
Doch damit nicht genug: Fitzpatrick unterstellt Patel, ein ernsthaftes Alkoholproblem zu haben. Die Gesprächspartner der Journalistin, insgesamt mehr als zwei Dutzend Personen, berichten, dass sogar amtliche Termine wegen Patels nächtlicher Trinkgelage hätten verschoben werden müssen. Sein exzessiver Alkoholkonsum habe unentschuldigte Fehlzeiten zur Folge gehabt. Präsident Trump – selbst zu erratischem Verhalten neigend – soll Patel diesbezüglich schon zur Besserung ermahnt haben.
Mitglieder seines Sicherheitsdienstes hätten Schwierigkeiten gehabt, den 46-Jährigen wachzukriegen. Sie hätten sogar einen Antrag gestellt, um Werkzeug zum Aufbrechen von Türen zu erhalten, damit sie zu ihrem Chef gelangen. Denn als FBI-Direktor muss er jederzeit erreichbar sein. Einige FBI-Beamte würden ihn mittlerweile als Sicherheitsrisiko betrachten.
Ohnehin neige Patel zu unberechenbarem, impulsivem Verhalten. Dazu kommen weitere Vorwürfe: Neben seiner Vorliebe für das Partyleben ist es vor allem eine angebliche private Nutzung von FBI-Jets, die man ihm vorhält. Gegen seine Untergebenen gehe er aggressiv vor, wenn er an ihrer Loyalität ihm gegenüber zweifle. Dies führe zu Kündigungen, die neben den von Patel ohnehin veranlassten Entlassungen die Kompetenz des FBI schwächen. Man sei in der Geheimdienstbehörde mittlerweile froh, wenn sich der Direktor nur um Petitessen wie das Aussehen der FBI-Fanartikel kümmere.
Patel selbst streitet die Vorfälle ab und spricht von einer böswilligen Falschbehauptung. Eine auf der Plattform X gepostete Stellungnahme deutet sogar an, dass er deswegen gegen The Atlantic vor Gericht ziehen will. Entsprechende Warnungen waren an Sarah Fitzpatrick bereits vor der Veröffentlichung ergangen. Fitzpatrick wiederum erklärte auf X, an ihrer Berichterstattung festhalten zu wollen, und nannte Patels Verhalten eine Gefahr für die USA.
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