
Am Montagabend soll das Flugzeug, mit dem der ukrainische Regierungschef nach London geflogen ist, um sich dort mit Keir Starmer, Emmanuel Macron und Friedrich Merz zu treffen, wieder in Chișinău landen. Von eben diesem Flughafen soll Selenskij auch gestartet sein. Am Sonntag war der Regierungsflieger, der üblicherweise vom polnischen Flughafen Rzeszów startet, nach Chișinău verlegt worden.
Das meldete unter anderem das ukrainische Portal Interfax-Ukraine. Diese Änderung des Startflughafens löste sogleich Spekulationen aus. In Polen waren in jüngster Zeit gleich zwei seiner Handlungen nicht gut angekommen: die Überführung der Überreste des ukrainischen Nazi-Kollaborateurs Andrei Melnik nach Kiew, samt Staatsbegräbnis, und die Benennung einer Einheit von Spezialkräften der ukrainischen Streitkräfte nach den “Helden der UPA”, der ukrainischen Aufstandsarmee.
Diese hatte im Zweiten Weltkrieg das Wolhynien-Massaker an der polnischen Bevölkerung Galiziens verübt. Der polnische Präsident Karol Nawrocki erklärte deswegen, ihm den höchsten Orden des Landes, den Orden des Weißen Adlers, den ihm sein Amtsvorgänger Andrzej Duda 2023 verliehen hatte, wieder aberkennen zu wollen. Der polnische Präsident ist der Großmeister dieses Ordens. Die Entscheidung über die Aberkennung kann er aber nicht alleine treffen – das Kapitel des Ordens hat sich am Montag darüber beraten, aber eine endgültige Entscheidung wurde noch nicht bekannt.
Wie ernst der Konflikt zwischen Polen und der Ukraine ist, wird sich daran erkennen lassen, ob der Start ab Chișinău ein einmaliger Vorgang bleibt oder ob Moldawien ab jetzt immer anstelle von Polen zum Ausgangspunkt der zahlreichen Auslandsreisen Selenskijs wird.
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