
Catterick Garrison in North Yorkshire ist mit rund 13.000 Soldaten die größte Garnison des britischen Militärs weltweit. Nun machte der Militärstützpunkt unerwünschte Schlagzeilen: Geheime Dokumente wurden rund vier Kilometer entfernt in einem Recyclingbehälter des örtlichen Wertstoffhofs entdeckt.
In den aufgefundenen Akten finden sich Namen und Dienstgrade von Soldaten, Berichte über Ermittlungen gegen Militärs, Einzelheiten zur Lagerung der Waffen und Schichtpläne der Garnison. Zunächst berichtete die britische Tageszeitung The Sun am Samstagabend von dem Vorfall.
Feindlich gesonnene Kräfte hätten den ungeschwärzten Dokumenten wichtige Informationen entnehmen können, heißt es. Denn in den Unterlagen waren auch Sicherheitslücken und Alarmreaktionsprotokolle enthalten – letztendlich die Verteidigungsstrategie des Stützpunkts. Ganz aktuell waren die Akten allerdings nicht mehr, denn sie bezogen sich auf die Jahre 2018, 2021 und 2023.
Zu einer Gefährdung der Garnison kam es schließlich allerdings nicht. Denn ein Ortsansässiger entdeckte die Akten mit der Aufschrift MoD (Ministry of Defence), als er seinen eigenen Papiermüll einwerfen wollte.
Nach Informationen der Sun handelte es sich um Tagesprotokolle aus der Wachstube der Marne-Kaserne in Catterick – dort sind das 5. Regiment der Royal Artillery und das 32. Pionierregiment stationiert. Der Finder übergab die Akte der Tageszeitung, die sie wiederum dem britischen Verteidigungsministerium zukommen ließ.
Ein britischer Armeesprecher ließ zunächst verlauten, dass man den Schutz von Informationen über das Militär sehr ernst nehme. Nach einer schnellen Überprüfung der Akten meinte er jedoch, sagen zu können, dass die aufgefundenen Dokumente keine sensiblen operativen Verteidigungsinformationen enthielten. Mittlerweile ermittelt indes die britische Militärpolizei, wie die vertraulichen Akten in eine zivile Abfallanlage gelangen konnten.
Für die konservative Opposition ist der Vorfall ein gefundenes Fressen. Großbritanniens ehemaliger Verteidigungsminister Sir Gavin Williamson bezeichnete den Verstoß als “echtes Sicherheitsproblem” und “peinlich”. Und der konservative Verteidigungsexperte Marc Francois sprach von einer schwerwiegenden Sicherheitslücke, die im schlimmsten Fall feindlichen Akteuren potenziell wertvolle Informationen hätte liefern können.
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