
Die französische Polizei hat zugegeben, dass sie den Befehl hat, illegale Migranten in kleine Boote steigen und über den Ärmelkanal Richtung Großbritannien fahren zu lassen. Das geht aus einem Video hervor, das der britische Schatten-Innenminister Chris Philp veröffentlicht hat.
In einem am Mittwoch auf X geposteten Video spricht Philp mit französischen Polizisten an einem Strand in Nordfrankreich und konfrontiert sie mit der Situation, dass eine Gruppe von Migranten nur wenige Meter entfernt in ein kleines Boot steigt.
“Unser Befehl ist, sie so gehen zu lassen […] Wir müssen ihnen nur sagen: ‘Macht das nicht, es ist gefährlich'”, sagt ein Beamter.
Im Gespräch mit Jeremy Vine von Channel 5 am Donnerstag betonte Philp, dass die französischen Beamten die Migranten “leicht hätten stoppen können”, indem sie das Schlauchboot durchstochen hätten, ohne jemanden zu gefährden, da das Wasser “knietief” gewesen sei.
“Shabana Mahmood, die Innenministerin, zahlt der französischen Regierung über eine halbe Milliarde Pfund – 660 Millionen Pfund unseres Geldes –, damit die Franzosen diese Boote stoppen”, sagte er.
Das Migrationsabkommen über 661 Millionen Pfund (773 Millionen Euro), das im April unterzeichnet wurde, soll die französischen Durchsetzungsmaßnahmen verstärken, die Polizeipräsenz an den Stränden erhöhen und die Überwachung mit neuen Hubschraubern, Kameras und Drohnen ausbauen, so das britische Innenministerium.
Trotzdem haben in den vergangenen sieben Tagen mindestens 1.487 Migranten in kleinen Booten nach Großbritannien übergesetzt, darunter fast 800 am Mittwoch – laut Regierungszahlen.
Aufeinanderfolgende britische Regierungen haben wiederholt versprochen, die Zahl der Ankünfte zu senken, scheiterten jedoch daran – trotz zunehmender Spannungen nach mehreren Angriffen sowie aufsehenerregenden Mord- und Vergewaltigungsfällen mit Beteiligung von Migranten in den vergangenen Jahren.
Erst letzte Woche wurde Keir Starmer durch Andy Burnham als Premierminister ersetzt. Starmer hatte nach seinem zutiefst unpopulären Umgang mit den Anti-Migrations-Protesten und seinem härteren Vorgehen gegen Online-Hassrede an Unterstützung verloren.
Mehr zum Thema ‒ Frontex-Video beweist alten Verdacht – “Seenotretter” kooperieren mit Schleusern







