
Ein Rechercheartikel der Junge Freiheit sorgt für politische Wellenbewegungen bis in das sächsische Kultusministerium, bezogen auf die “JF-Enthüllung zu Pornos in Schule: Ministerium prüft Gesetzesverstöße”, so der Artikel titelnd darlegend. Bei dem Skandal handelt es sich um eine vermeintliche Projektwoche, in der zwei beteiligte Pädagoginnen aus Berlin den Neuntklässlern einer sächsischen Oberschule ein “queeres” Porno-Heft zur eingeforderten Mitarbeit präsentierten, in dem unter anderem Männer beim Sex abgebildet waren. Die im Hintergrund agierende Amadeu Antonio Stiftung erklärte dazu am Dienstag nach weiteren Medienberichten, dass das unterstützte Projekt vorerst gestoppt wurde.
“Mutige Jugendliche in Ostsachsen finden Perspektiven”, so der offizielle Titel einer Projetwoche, die auch seitens der Schulleitung der Oberschule in Schleife im Landkreis Görlitz samt dazugehöriger Pädagoginnen aus Berlin eingeladen wurde.
Die beiden Projektpädagoginnen entpuppten sich jedoch dann vor den 14- und 15jährigen Teilnehmern als bedingt aufklärerisch, sondern unmissverständlich einfordernd. Zu dem angekündigten Thema für die Jugendlichen heißt es im JF–Artikel:
“Laut ursprünglicher Beschreibung sah das Projekt vor, dass ‘eine Gruppe Engagierter’ mit den Jugendlichen Möglichkeiten erkundet, ‘mutig zu sein, Kraft zu finden und Selbstwirksamkeit zu erfahren’. Dies sollte vor dem Hintergrund einer ‘wachsenden Popularität rechtsextremer Jugendgruppen’ geschehen, ‘die Gemeinschaft durch Feindbilder und ‘einfache Lösungen” böten.”
Ins Leben gerufen wurde die Projektwoche “gegen rechts” laut Medienberichten im November 2025 vom Berliner Landesverband der “Sozialistischen Jugend – Die Falken”. Dabei finanziell gefördert durch die kontrovers wahrgenommene Amadeu Antonio Stiftung, die nach eigener Auskunft das Projekt demnach “mit einem niedrigen dreistelligen Betrag” gefördert hatte.
Die Sächsische Zeitung (Bezahlschranke) berichtete vor zwei Tagen zu den Dynamiken im laufenden Skandal:
“Inzwischen beschäftigt der Fall auch Sachsens Kultusminister Conrad Clemens – und ließ Forderungen von AfD-Chef Tino Chrupalla laut werden. Die Polizei ermittelt gegen die aus Berlin angereisten Theaterpädagoginnen.”
Zu diesem Punkt informiert wiederum der JF-Artikel zum Thema des eingesetzten, kritisierten Materials:
“Wie die Leipziger Volkszeitung und die Sächsische Zeitung übereinstimmend berichten, handelt es sich bei den homosexuellen Pornobildern um Darstellungen aus dem Schweizer Magazin ‘Queer Sex – Whatever The Fuck You Want!’. Dort sind Männer beim Geschlechtsverkehr zu sehen, auch Anleitungen für die Verwendung von Gleitgel werden dort publiziert. Das Magazin ist explizit mit einer Altersbeschränkung ab 18 Jahren versehen.”
Der MDR zitiert einen der Autoren des Magazins mit der Erklärung zu den Inhalten:
“‘Es fehlt eine popkulturelle, sexpositive und ehrliche Thematisierung von Sexualität für junge queere Menschen’. Das Buch schließe die ‘Lücke zwischen heteronormativer Schulaufklärung und unrealistischen Pornos’.”
Die beiden Projektleiterinnen, die sich demnach in der Klasse als “non-binäre Personen” vorstellten und nicht mit “Sie” angesprochen werden wollten, hätten dabei laut Medienberichten zudem abfällig reagiert, nachdem Schülerinnen sich dahingehend geäußert hatten, mit dem Material nicht arbeiten zu wollen. Dazu heißt es im JF-Artikel:
“Die Mitarbeiter des Theaterprojektes ‘Mut!’ verlangten demnach von den 14- bis 15-jährigen Kindern, sich mit einem ‘Pronomen’ und nicht mit ihren Namen vorzustellen. Als ein Mädchen sagte: ‘Ich heiße Leonie (Name von der JF geändert) und möchte auch so genannt werden’, soll es zu einer Beschimpfung gekommen sein: In diesem ‘Nazi-Sachsen’ habe man auch nichts anderes erwartet”…”
Der Skandal wurde laut Sächsische Zeitung dadurch öffentlich, nachdem sich eine Mutter bei der Schulleitung meldete, da “ihr Kind verstörende Fotos auf dem Handy mit nach Hause gebracht habe”.
Der Schulleiter wird mit den Worten zitiert: “Als ich von dem Vorfall erfahren habe, habe ich sofort reagiert und das Theaterprojekt gestoppt”. In einem Brief hätte er umgehend den betroffenen Eltern der Schüler mitgeteilt, “er habe den Anleiterinnen gekündigt”.
Mehrere Eltern erstatteten nichtsdestotrotz “Strafanzeige wegen Verbreitung pornografischer Inhalte an unter 18-Jährige”, so die Welt-Zeitung berichtend. Die Polizei ermittele laut Artikel “inzwischen gegen zwei weibliche Tatverdächtige”, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Görlitz der Welt-Redaktion bestätigte. “Wir nehmen diese ganze Geschichte sehr ernst”, erklärte der Sprecher. Die “Sozialistische Jugend – Die Falken” antwortete demnach nicht auf Welt-Anfrage.
Ein Sprecher des Kultusministeriums erklärte gegenüber der dpa, dass “ein Verstoß gegen das sächsische Schulgesetz schon dann vorliegt, wenn die Schule ‘Ziel, Inhalt und Form der Familien- und Sexualerziehung’ den Eltern nicht rechtzeitig mitgeteilt und mit ihnen vorher besprochen hat”, wie es in Paragraph 36 geregelt ist.
Die kritisierte Amadeu-Antonio Stiftung erklärte zum Stopp der finanziellen Unterstützung des Projekts:
“Im Rahmen des Workshops ist es zu einem Vorfall gekommen, der nicht unseren Qualitätsstandards entspricht und so nicht hätte passieren dürfen.”
Pornografisches Material gehöre laut Mitteilung “nicht in die Hände von Schüler*innen”. Inhalte, die betroffene Teilnehmer überfordern, “unangemessen konfrontieren oder sogar den Jugendschutz verletzen, widersprechen klar den Grundsätzen unserer Projektförderung und der Bildungsarbeit der Stiftung.”, so die Begründung seitens der Amadeu-Antonio Stiftung.
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