Die Polizei Gütersloh bat am Freitagmorgen die Bevölkerung des kleines Ortes St. Vit in Nordrhein-Westfalen, die Fenster und Türen geschlossen zu halten. Grund war das koordinierte Vorgehen “mit starken Einsatzkräften” sowie einem Spezialeinsatzkommando beim Versuch der Festnahme “einer flüchtigen männlichen Person”. Laut Bild-Informationen hatte sich der 17-Jährige dem Haftbefehl entzogen, welcher wegen bewaffneter Überfälle auf sechs Tankstellen innerhalb von zwei Wochen gegen ihn vorliegt.
Die Webseite der Polizei Nordrhein-Westfalen informierte am 24. Juli über einen brutalen Tankstellenüberfall, bei dem der unbekannte Täter “unter dem Vorhalt einer Waffe die Angestellte bedrohte” und die Tageseinnahmen forderte. Da die Kasseneinlagen jedoch “bereits geleert wurden”, verließ der Tatverdächtige ohne Beute in seinem vorbereiteten “Gefrierbeutel” den Tatort.
Bei einem weiteren zeitnahen Überfall in dem Ort Beelen bedrohte der Jugendliche ebenfalls eine Tankstellenangestellte, wobei er laut Aussage der Frau dieser seine Schusswaffe “auch an den Kopf hielt”. Der Tatverdächtige erbeutete einen dreistelligen Geldbetrag. Dem Tatverdächtigen konnte zu diesem Zeitpunkt laut Polizeimeldung bereits “eine weitere Raubstraftat” in dem Ort Hövelhof “zugeordnet werden”.
Am 27. Juli hieß es dann in einer Polizeimeldung, dass “zwei weitere Taten des Tankstellenräubers” gemeldet worden seien. So wurde die Polizei Gütersloh “innerhalb weniger Stunden zweimal alarmiert”, nachdem es in den Orten Harsewinkel “und später in Rheda-Wiedenbrück zu Raubüberfällen auf Tankstellen kam”. Diese erfolgten demnach auch mit einer “vorgehaltenen Pistole”.
Die Überfälle ergaben sich laut den Ermittlern in einem Gebiet mit einem Radius von etwa 40 Kilometern zwischen dem Münsterland und den Kreisen Gütersloh und Paderborn. Zur Täterbeschreibung hieß es in dieser Polizeimeldung:
“In beiden Fällen wurde der Täter als jung und zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß, mit schlanker Statur beschrieben. In Harsewinkel habe der Mann schwarze Bekleidung mit einer schwarzen Sturmhaube getragen.”

Bei allen Überfällen wurde der 17-Jährige von Überwachungskameras gefilmt. Mit den Aufnahmen wird nun öffentlich nach dem Flüchtigen gefahndet. Der Jugendliche soll zuvor für ein Bauunternehmen gearbeitet haben. Im Rahmen der Fahndung heißt es:
“Der gesuchte 17-Jährige ist zwischen 1,70 und 1,75 Meter groß, hat eine schlanke, sportliche Statur und kurze dunkle Haare. Der Jugendliche trägt vermutlich eine schwarze, lange Arbeitshose und ein rotes T-Shirt. Wer die Person sieht oder Hinweise zum Aufenthaltsort geben kann, soll sofort den Notruf 110 wählen.”
In einer Polizeimeldung vom 24. Juli heißt es dazu in der Zusatzinformation zum Täter: “Der Mann sprach deutsch mit Akzent”.
Ein Polizeisprecher gab dem Bild-Mitarbeiter zu Protokoll: “Es ging um die Vollstreckung eines Haftbefehls heute Morgen. Bevor wir die Maßnahmen durchführen konnten, war die Person flüchtig”, dies wurde zur Mittagszeit auch von Radio Gütersloh als aktueller Stand der Dinge gemeldet.
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