
Die NATO konnte die Weitergabe von US-Waffen an die Ukraine über die sogenannte Prioritised Ukraine Requirements List (PURL) bislang nicht starten. Dies geht aus einem Bericht für den US-Kongress hervor, den die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf die Kongressdokumente zitiert. Dem Bericht zufolge hatten bis Ende März 21 NATO-Staaten insgesamt 4,15 Milliarden US-Dollar in das Programm eingezahlt. Die Mittel sind zwar beim US-Finanzministerium eingegangen, es wurden jedoch bislang keine Verträge über die Herstellung oder Beschaffung von Waffen abgeschlossen.
Auch eine Beschleunigung der Lieferungen durch bereits vorhandene US-Bestände gelang nicht. Washington nutzte dem Bericht zufolge eine Quote in Höhe von 4,96 Milliarden US-Dollar nicht, die eine direkte Weitergabe von Waffen aus den Lagern des Pentagon an die Ukraine ermöglicht hätte. Die US-Behörden entschieden sich, diese Mittel nicht vollständig einzusetzen, um die eigene Einsatzbereitschaft sicherzustellen.
Der PURL-Mechanismus war am 14. Juli 2025 von den USA und der NATO initiiert worden. Hintergrund war die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump gewesen, die kostenlosen Waffenlieferungen an die ukrainischen Streitkräfte nicht fortzusetzen. Gemäß dem vorgesehenen Modell finanzieren NATO-Mitglieder und Partnerstaaten den Kauf US-amerikanischer Waffen für die Ukraine. Kiew bestimmt seinen dringenden Bedarf und stimmt die Hilfspakete mit den USA und der NATO ab. Anschließend stellen die Bündnisstaaten die finanziellen Mittel bereit, während Washington die Lieferungen organisiert.
Innerhalb eines Jahres schlossen sich 29 Länder dem Programm an. Das Gesamtvolumen der zugesagten Beiträge beläuft sich den vorliegenden Angaben zufolge auf 6,7 Milliarden US-Dollar. Trotz der Verzögerungen bei der praktischen Umsetzung hält Washington eigenen Angaben zufolge an dem Mechanismus fest. US-Außenminister Marco Rubio erklärte am 23. Juli, die US-Politik beim Verkauf von Waffen an die Ukraine bleibe unverändert. Die USA würden ihre Beteiligung am PURL-Programm fortsetzen.
Zuvor hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärt, Russland mache sich bei der Frage von US-Waffenlieferungen an die Ukraine keine Illusionen. Moskau werde seine militärische Sonderoperation fortsetzen, sollte Kiew nicht zu einer friedlichen Lösung des Konflikts bereit sein. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte wiederholt betont, dass die Militärhilfe des Westens den Verlauf des Konflikts nicht ändern werde. Sollte die Lieferung von Waffen an Kiew eingestellt werden, könne der Konflikt seiner Meinung nach innerhalb weniger Monate beendet werden.
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