
Immer mehr Bundespolitiker schwärmen von der ukrainischen Drohnenentwicklung im Krieg. Vor der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im fränkischen Kloster Banz am Montag und Dienstag fordert ihr Vorsitzender Alexander Hoffmann ein offizielles Rüstungsabkommen mit Kiew, um die Bundeswehr mithilfe ukrainischer Drohnentechnologie aufzurüsten. “Wir sind der Auffassung, es braucht eine Unterstützungsdividende von der Ukraine”, sagte Hoffmann der “Bild am Sonntag”.
Deutschland werde die Hilfe “unter allen Umständen fortsetzen”, verspricht Hoffmann. Gleichzeitig habe Kiew damit “wirklich herausragende Fähigkeiten entwickelt – im Bereich Drohnen, Drohnenabwehr und Marschflugkörper”.
Der Landespolitiker fordert daher eine verbindliche Gegenleistung für die Bundeswehr: “Wir sagen: Deutschland muss an diesen Rüstungsinnovationen teilhaben, um seine eigene Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit zu stärken. Deswegen fordern wir ein zwischenstaatliches Abkommen mit Kiew, in dem sich die ukrainische Seite verpflichtet, ihre technologischen Fähigkeiten mit uns zu teilen.”
Spiegel: Zu wenig Deutsche in Kiew
Die Forderung findet vor dem Hintergrund einer Reise zweier Haushaltspolitiker aus dem Deutschen Bundestag, Andreas Schwarz und Sebastian Schäfer, in die Ukraine statt. Wie der Spiegel berichtete, wollten sie sich ein Bild vom Einsatz deutsch-ukrainischer Kampfdrohnen vor Ort machen. Schwarz schlug vor, mehr deutsche Militärs fürs Lernen in die Ukraine zu schicken. “Vielleicht wären wir besser beraten, mal ein paar Experten in die Ukraine zu schicken”, sagte er.
Angeblich befänden sich zu wenig Deutsche in der Ukraine, im Unterschied zum Militär und zu Waffenexperten aus anderen NATO-Ländern. Die Zahl der Engländer gab der Spiegel mit rund einhundert Personen an. Das Hamburger Magazin wirbt für mehr Engagement und Lernwille bei Deutschen und zitiert einen Fondsmanager, der in die ukrainische Drohnenproduktion investiert und sich in Kiew befindet.
“Die Erfahrungen an der Front sind für Innovationen unbezahlbar, das sollte auch die Bundeswehr beherzigen”, sagte er. Bisher aber habe er von der Truppe kaum jemanden gesehen. Die Autoren des Berichts betonen, dass die deutschen Politiker sich mit den Fähigkeiten der ukrainischen Drohnenindustrie an streng geheimen und verbunkerten Orten bekannt machen.
Russland greift Drohnen-Expo bei Kiew an: zehn Tote
In den letzten Wochen hat Russland die Präzisionsschläge gegen die ukrainische Drohnenindustrie intensiviert. Am Freitag griffen ballistische Raketen die Ausstellung “Defense Demo Day & Defense Expo ‘Kritisch geschützt'” auf einem Truppenübungsplatz bei Kiew an. Der Veranstalter war der Verband der Hersteller von unbemannten Systemen und zugehörigen Technologien “Armada”.
Der Angriff erfolgte nur wenige Tage nach der Abreise der deutschen Abgeordneten und forderte mindestens zehn Todesopfer, darunter die Leiterin des Zentrums für internationale Zusammenarbeit und strategische Kommunikation der staatlichen Sicherheitsbehörde, Walentina Sawitskaja, sowie Oberst Eduard Sirenko vom Hauptnachrichtendienst GUR. Sirenko war zuvor Leiter des Zentrums für Spezialeinsätze des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU).
Die ukrainische Seite teilte zudem mit, dass es sich bei den zehn Leichen lediglich um diejenigen handelt, die sofort gefunden werden konnten. Die tatsächliche Zahl der Opfer könnte weitaus höher sein.
Mehr zum Thema – Berlin: BMI-Minister Dobrindt eröffnet “Drohnenabwehrzentrum”







