
Die Kampagne “Menschenwürde verteidigen – AfD-Verbot jetzt!” existiert seit Juni 2024, wobei unmittelbar zu diesem Zeitpunkt auch medienwirksam der Startschuss zu andauernden Protestaktionen gegen die Partei und Sympathisanten bekannt gegeben wurde. Als Unterstützer beziehungsweise Mitinitiatoren treten dabei die NGO Campact und federführend der “VVN-BdA – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten” in Erscheinung. Nun wird seitens des Bündnisses für den 23. Mai landesweit in über 20 Städten zu Protesten gegen die AfD mobilisiert.
Am Tag des Grundgesetzes, dem 23. Mai, ruft laut Mitteilung auf der Webseite “ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis zu einem deutschlandweiten Aktionstag für das AfD-Verbot” auf. Der Wahrnehmung der Verantwortlichen nach würde aktuell “knapp 80 Jahre nach Inkrafttreten des Grundgesetzes die Menschenwürde in Deutschland massiv angegriffen”. Wörtlich heißt es weiter in dem Aufruf:
“Die AfD ist ein Motor für Hass und Gewalt. Sie tritt die Würde aller Menschen mit Füßen, die nicht in ihr Weltbild passen, und stellt eine konkrete Gefahr für deren Leben dar. Auf kommunaler Ebene gibt die AfD schon jetzt häufig den Ton an. Bei den Landtagswahlen im Herbst drohen erstmals Landesregierungen in faschistische Hände zu fallen.”
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— AfD-Verbot Jetzt! (@AfDVerbot_Jetzt) May 19, 2026
Das erhoffte Ziel laute für den Aktionstag, dass in mehr als 20 Städten Demonstrationen und Kundgebungen stattfinden, teilte das Bündnis am Dienstag in Berlin mit. Geplant, das heißt angemeldet und bestätigt, seien unter anderem Demonstrationen in Hamburg, München, Nürnberg, Erfurt, Tübingen und natürlich in Berlin.
Die laufende Kampagne sowie die Zusatzaktion “Aufstehen gegen Rassismus!” hätten demnach den kommenden Protesttag “gemeinsam mit über 60 zivilgesellschaftlichen Organisationen” organisiert. Parallel laufen seit Jahresbeginn zehn Online-Petitionen, die individuell für jeweilige Bundesländer ein AfD-Parteiverbot fordern.
Die regierungsnahe NGO Campact informiert zudem zu den nahenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt:
“Keine Regierungsmacht für die AfD. 2026 will die AfD erstmals ein Bundesland regieren – dafür steckt sie in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern 2,5 Millionen in den Wahlkampf.”
Vermeintlich hätte die NGO durch den Aufruf alleinig über “NoAfD-Fonds gegen Rechtsextreme” und Kleinstspenden mittlerweile “2.379.648 Euro gesammelt“.
Das Motto für den 23. Mai ist nach Angaben der Initiative “AfD-Verbot jetzt!” aus dem Artikel 1 des Grundgesetzes abgeleitet. Dort heißt es im ersten Satz: “Die Würde des Menschen ist unantastbar.” Dem Verständnis der Initiatoren und Unterstützer entsprechend scheint dies jedoch nicht für Mitglieder der Partei AfD, deren Anhänger sowie Sympathisanten zu gelten. Kampagnensprecher Felix Jochim erklärte dazu am Dienstag laut Mitteilung an die Presse:
“Die AfD tritt die Würde von Millionen von Menschen in Deutschland mit Füßen, während die Politik tatenlos zusieht. Die Union muss ihre Blockadehaltung zum AfD-Verbot aufgeben, sonst machen sich die Konservativen ein weiteres Mal zum Steigbügelhalter des Faschismus”.
So der wörtliche Wortlaut der Mitteilung mit Verweis auf den Aufstieg der Partei NSDAP Anfang der 1930er Jahre.
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