
Am Montagvormittag hat die israelische Armee erneut eine humanitäre Hilfsflotte auf ihrem Weg nach Gaza in internationalen Gewässern angegriffen. Die “Global Sumud Flotilla” war am Donnerstag mit 54 Booten in der türkischen Mittelmeerstadt Marmaris gestartet, um die seit dem Sommer 2007 bestehende israelische Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Liveübertragungen von der Flottille zeigten, wie israelische Marineeinheiten nacheinander an Bord der Boote gingen.
Am Dienstag sollten die Schiffe in Gaza ankommen und den Menschen dringend benötigte Lebensmittel und Medikamente liefern. Die Flottille wurde unter anderem von der humanitären Nichtregierungsorganisation İnsan Hak ve Hürriyetleri (IHH) mitorganisiert, die bereits eine frühere Mavi-Marmara-Flottille organisiert hatte.
Wie die Jerusalem Post berichtete, begannen israelische Marineeinheiten, darunter Kommandosoldaten der Eliteeinheit “Shayetet 13”, am Montag damit, die Kontrolle über die Schiffe zu übernehmen. Flotilla-Aktivisten sollen auf ein größeres Schiff der israelischen Marine gebracht worden sein, das sie in die israelische Stadt Aschdod transportieren soll.
Das israelische Außenministerium bezeichnete die humanitäre Flottille als “Provokation um der Provokation willen”. Den Aktivisten ginge es nicht um humanitäre Hilfe, sondern darum, der Hamas politisch zu helfen. In der Erklärung des Ministeriums hieß es:
“Wieder einmal eine Provokation um der Provokation willen: eine weitere sogenannte ‘humanitäre Hilfsflottille’ ohne humanitäre Hilfe.”
Das Ministerium gab auch bekannt, dass es die an der Flottille beteiligte türkische Organisation IHH als terroristische Organisation eingestuft habe. Demnach sei es Zweck der Flottille, “der Hamas zu dienen, die Aufmerksamkeit von der Weigerung der Hamas, ihre Waffen abzugeben, abzulenken und Fortschritte bei Präsident Donald Trumps Friedensplan zu behindern”. Israel teilte mit, dass seit Oktober 2025 mehr als 1,58 Millionen Tonnen humanitäre Hilfe und Tausende Tonnen medizinischer Hilfsgüter in den Gazastreifen gelangt seien.
“Israel wird keinen Verstoß gegen die rechtmäßige Seeblockade des Gazastreifens zulassen”, so das Ministerium.
Laut einem Bericht des Handelsblatts vom Montag haben mehrere EU-Staaten, darunter auch Deutschland, die Rechtmäßigkeit der Überfälle der israelischen Armee angezweifelt. Sie bezweifelten die Vereinbarkeit des Stopps in internationalen Gewässern mit dem Völkerrecht. Dagegen würde Israel betonen, dass das Vorgehen gegen die Aktivisten mit dem Völkerrecht im Einklang sei.
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