
Heftige Regenfälle in Dagestan haben in den letzten Wochen zu einer Überfüllung des ansonsten vom Fluss Darwagtschai gespeisten Gedschuch-Stausees geführt. Daraufhin wurde am 5. April 2026 in der Siedlung Mamedkala im Landkreis Derbent ein Deich unterspült, der schließlich brach. Mamedkala wurde überflutet und mehrere Wohnhäuser wurden unterspült. Eines ist daraufhin teilweise zusammengestürzt. Die Bewohner wurden mittlerweile aus den Trümmern geborgen – glücklicherweise alle lebend – sowie alle umliegenden Wohngebäude evakuiert. Tragisch ist es in anderen Fällen ausgegangen, als mehrere Fahrzeuge, auf Landstraßen unterwegs, zusammen mit den Insassen von den Fluten mitgenommen wurden: Eine junge Frau und ein Kind aus einem davon konnten erst eine Weile später im Wasser gefunden und geborgen werden – beide starben im Krankenhaus; aus einem weiteren konnten sich ein Junge und dessen Großvater retten, doch die knapp sechsjährige Schwester konnte lediglich tot aus dem Wasser geborgen werden, während die Großmutter als vermisst gilt. Ein weiteres Todesopfer, eine Frau, wurde aus den Trümmern eines zusammengestürzten Hauses im Dorf Kirki im Landkreis Kaitag geborgen.
Zu den Todesfällen wurden bereits Ermittlungen eingeleitet – zunächst wegen Totschlags durch mangelnde Vorsicht.
Evakuiert wurden aus dem betroffenen Gebiet etwa 4.100 Personen, davon 823 Kinder. Betroffen sind neben der Siedlung Mamedkala auch die Ortschaften Juny Pachar, Gedschuk und Kala und die Stadt Derbent.
Die prekäre Lage im Zusammenhang mit unterspülten und eingestürzten beziehungsweise einsturzgefährdeten Wohngebäuden wird mit deren unsachgemäßer Errichtung in flutgefährdeten Gebieten begründet: In den Auen des Flusses Darwagtschai und nahe beziehungsweise vor allem unterhalb der Stausee-Deiche hätte man sie gar nicht erst bauen dürfen. Insgesamt 731 Personen, davon 241 Kinder, wurden in provisorischen Aufnahmepunkten untergebracht, der Rest bei Verwandten und Freunden.
Zum Beheben der entstandenen Schäden wurden 1.200 Fachkräfte und 200 Sonderfahrzeuge herangezogen.
Sprecher des russischen Katastrophenschutzministeriums ziehen zu Sachschäden folgende Zwischenbilanz:
“In der Republik Dagestan bleiben in sieben Kommunen innerhalb von neun Ortschaften 2075 Wohnhäuser und 1817 zugehörige Grundstücke sowie 173 Teilstrecken von Automobilverkehrsstraßen geflutet.”
Diese Daten werden allerdings aktualisiert werden müssen, denn allein der Bürgermeister der Stadt Machatschkala vermeldet 3755 geflutete Häuser.
Zudem ist die Gefahr noch nicht vorüber – der Katastrophenschutz weiter:
“Wetterprognosen zufolge werden die Regenfälle in der Region anhalten. In manchen Gegenden werden Windböen von bis zu 20 Metern pro Sekunde erwartet. Die Bedrohung durch Erdrutsche, Schlammfluten und Felsenabbrüche bleibt bestehen.”
Dies ist bereits die zweite Überschwemmung in Dagestan in kurzer Zeit: Zuvor, am 28. März, hatten heftige Regenfälle zur Flutung von etwa 3.500 Wohnhäusern geführt – und von Umspannwerken, woraufhin die Stromversorgung in nahezu 20 Landkreisen der Republik ausgefallen war. Damals wurden über 3.300 Personen aus den gefluteten Gebieten evakuiert.
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