
Der Schaden an Waren, der bei dem Online-Händler Wildberries nach den letzten ukrainischen Angriffen auf dessen Lagerhäuser entstanden ist, beläuft sich auf 517 Milliarden bis 580 Milliarden Rubel. Die Verluste bei Ozon durch die Angriffe auf dessen Lagerhäuser werden auf mehr als 100 Milliarden Rubel geschätzt. Dies erklärte Sergei Semko, Analyst des Unternehmens Data Insight, in einer Sendung von Radio RBK.
Der Experte betonte, dass die Rückkehr der Verkäufer auf den Marktplatz sowie die staatliche Unterstützung der betroffenen Unternehmer weiterhin die wichtigsten Themen in der Situation rund um die Angriffe auf Wildberries und Ozon seien.
Laut Alexander Jermolenko, Partner der Anwaltskanzlei “Orlowa-Jermolenko”, verfügt Ozon über kein finanzielles Polster. Der Gewinn des Unternehmens belief sich im vergangenen Jahr auf rund 200 Milliarden Rubel. Er erklärte:
“Es gab Berichte, dass das vergangene Jahr fast das erste gewinnbringende Jahr gewesen sei. Da steckt natürlich viel Fehlentwicklung dahinter. Alle Lager – also die Lagerhaltung insgesamt – sind sehr kostspielig.”
Seit Mitte Juli waren die Logistikstandorte von Wildberries in einer Reihe von Regionen, darunter im Großraum Moskau, im Gebiet Krasnodar, in Tatarstan und anderen Gebieten, Angriffen durch ukrainische Drohnen ausgesetzt. Heute, am 26. August, bestätigte der Gouverneur des Gebietes Tambow, Jewgeni Perwyschow, einen Drohnenangriff auf das Logistikzentrum des Unternehmens in Kotowsk. Einige Lager wurden so stark beschädigt, dass sie praktisch von Grund auf neu aufgebaut werden müssen. Und das bedeutet ebenfalls Investitionen in Milliardenhöhe. Entsprechend schätzt Sergei Semko, dass Wildberries der Bau neuer Lager zwischen 186 Milliarden und 344 Milliarden Rubel kosten könnte.
Das Unternehmen selbst hat erklärt, dass die Angriffe zu keinem systemweiten Ausfall geführt hätten. Wildberries habe die Logistikketten umgestellt, und die übrigen Warenlager, Abholstellen und Dienste würden ihren Betrieb fortsetzen. Das Unternehmen versicherte zudem, dass die Evakuierungen planmäßig verlaufen seien. Wildberries-Chefin Tatjana Kim erklärte kürzlich, dass der Schutz der Objekte täglich verstärkt werde, unter anderem mithilfe technischer Lösungen.
Die Standorte von Ozon sind in den letzten Tagen Ziel von Angriffen geworden. In der Nacht zum 22. August wurde ein Lagerhaus in der Region Samara angegriffen, am 23. August wurden Trümmer von ukrainischen Drohnen auf dem Gelände eines Zentrums in der Region Orenburg gefunden, und am 24. August waren Standorte in Krasnodar und Machatschkala von Angriffen betroffen. Dabei hatte Ozon angesichts der Attacken auf die Lager von Wildberries bereits im Vorfeld einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen. So wurde beispielsweise vor einigen Wochen damit begonnen, besonders wertvolle Waren wie Elektronikartikel in kleinere Lager an Abholstellen zu verlegen – was den Schaden für die Verkäufer im Falle möglicher Angriffe minimieren sollte.
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