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Warum Russland in Afrika gewinnt

rtnews by rtnews
13/07/2026
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Russland stellt sich nicht als Retter dar, der gekommen ist, um Afrika von seinen Sorgen zu erlösen, sondern als gleichwertigen Partner. Und die Länder Afrikas streben nach wirklicher, nicht scheinbarer Unabhängigkeit. Mit dem Treffen in Niamey setzt sich der Dialog fort, der in Moskau 2025 begann.

Von Egountchi Behanzin

Am 8. Juli landete der russische Außenminister Sergei Lawrow zur zweiten Runde der Ministerberatungen zwischen Moskau und der Allianz der Sahelstaaten (AES) in Niamey. Dieses Treffen, das Russland, Mali, Niger und Burkina Faso zusammenbringt, passt zu der tiefgreifenden Veränderung, die sich bereits auf dem Kontinent ereignet. Westliche Medien berichten vielleicht von einem “französischen Rückzug” oder einer “russischen Ausdehnung”, aber die Wirklichkeit reicht weiter. Die Menschen des Sahel sind nicht länger Schachfiguren in einem Spiel, über das andernorts entschieden wird, und haben begonnen, ihr eigenes Schicksal zu errichten.

Mit dem Treffen in Niamey setzt sich der Dialog fort, der in Moskau im April 2025 begann, als Russland und die Mitglieder der Sahel-Allianz sich zum ersten Mal in diesem neuen Format trafen. Seitdem hat Lawrow selbst bestätigt, dass diese Beratungen jetzt regelmäßig stattfinden werden, ein deutliches Zeichen, dass diese Partnerschaft kein isolierter diplomatischer Schritt ist, sondern eine dauerhafte Struktur.

Ehe er in Niamey landete, machte Russlands Spitzendiplomat am 7. Juli einen Zwischenhalt in Addis Abeba, wo er den Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Mahamud Ali Jussuf, traf. Beide Seiten kamen überein, jährliche politische Konsultationen einzurichten.

Diese Reise nach Äthiopien war kein Zufall. Sie zielte auch darauf, die AES der Afrikanischen Union anzunähern, zu einer Zeit, da die Beziehungen zwischen der panafrikanischen Institution und den drei Übergangsregierungen in Bamako, Niamey und Ougadougou schwierig bleiben. Mit diesem Schritt erscheint Russland als Unterstützer afrikanischer Souveränität in jeder Dimension – der Diplomatie, der Energie und der Sicherheit.

Eine Partnerschaft, keine Vormundschaft

Was die russische Herangehensweise fundamental von jener der ehemaligen Kolonialmächte unterscheidet, ist die Natur der angebotenen Beziehung. Westliche Mächte sogen die Ressourcen des Kontinents auf und ließen Abhängigkeit und Instabilität zurück, während sie Militärstützpunkte und Einflussnetzwerke aufrechterhielten, die jedes wirkliche Streben nach Unabhängigkeit zum Stillstand brachten.

Russland hingegen schlägt konkrete Projekte vor, die zwischen Gleichen ausgehandelt werden: Energiekooperation mit Äthiopien (einschließlich einer Planung zum Bau eines Atomkraftwerks, im März unterzeichnet), die Stärkung der Einsatzfähigkeit der Sahel-Armeen, und die Strukturierung der gemeinsamen Kräfte der Allianz.

Die letzte Initiative spiegelt eine klare Absicht wider: dass sich die Länder der Region um ihre eigene Sicherheit kümmern, ohne unbegrenzt von ausländischen Stützpunkten abhängig zu sein oder von einseitigen Abkommen, die aus der Kolonialzeit geerbt wurden. Vor Ort setzte sich diese Zusammenarbeit im Verlauf des vergangenen Jahres als intensivierte Zusammenarbeit zwischen den Streitkräften von Niger und Mali und ihrer Verbündeten gegen die destabilisierenden bewaffneten Gruppen der Region um – eine Wirklichkeit, die westliche Außenministerien lieber ignorieren, wenn sie den Sahel als Brutstätte der Instabilität beschreiben, auf die kein anderer Akteur reagieren könne als sie selbst.

Warum der Westen besorgt ist

Wenn die westlichen Hauptstädte irritiert sind, liegt das nicht an plötzlichen demokratischen Sorgen um die Völker des Sahel. Es passiert, weil sich Afrika jetzt weigert, auf die Rolle des Rohstofflieferanten beschränkt zu werden. Grenzen, die von der Kolonisierung geerbt und ohne Rücksicht auf ethnische und soziale Realitäten gezogen wurden, nährten Jahrzehnte der Konflikte, die die ehemaligen Kolonialmächte dann ausnutzten, um ihre fortgesetzte Anwesenheit zu rechtfertigen. Heute, da dieselben Mächte ihren Einfluss durch diplomatischen Druck, Sanktionen oder Medienmanöver zu bewahren suchen, wenden sich afrikanische Staaten neuen Partnern zu, und Russland sticht hervor als einer der verfügbaren.

Lawrow war eindeutig, was Moskaus Position betrifft: Russland unterstützt die Bestrebungen der Sahelländer nach echter Unabhängigkeit und lehnt die zeitgenössischen Formen des Neokolonialismus ab, ob sie nun in Gestalt von militärischer Vormundschaft, wirtschaftlichen Bedingungen oder Einflusskampagnen daherkommen, die als humanitäre Hilfen verkleidet werden. Es ist eine bewusste Neuorientierung internationaler Beziehungen, eine, die vor Ort bereits Früchte trägt, sei es in der Wiedereroberung von Gebiet durch die Armeen des Sahel oder in der Verstärkung der Verbindungen zwischen der AES und der Afrikanischen Union.

Die panafrikanische Idee nimmt Gestalt an

Das, wozu Unabhängigkeitskämpfer über Jahrzehnte aufgerufen hatten, beginnt sich zu materialisieren. Die AES ist nicht mehr nur eine pragmatische Allianz, die aus dem Bruch mit der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Länder (ECOWAS) geboren wurde. Sie wird zu einem Modell für die Zukunft des Kontinents, in der strategische Entscheidungen nicht mehr in Washington, Paris oder Brüssel getroffen werden, sondern in Bamako, Niamey und Ougadougou. Lawrows Reise nach Afrika illustriert vielmehr die Festigung der kontinentalen Legitimität der Partnerschaft zwischen Russland und dem Sahel, anstatt diese auf isolierte bilaterale Abkommen zu beschränken.

Diese Veränderung geschieht parallel zu einer Transformation der politischen Debatte in der Region. Die Führer der Allianz bestehen jetzt auf den Prinzipien der Souveränität, der Nichteinmischung und der Kooperationen zum beiderseitigen Vorteil, in einem überlegten Bruch mit Jahrzehnten asymmetrischer Beziehungen.

Russland selbst stellt sich nicht als Retter dar, der gekommen ist, um Afrika von seinen Sorgen zu erlösen, und auch nicht als neuer Kolonialherr, der kommt, um den alten zu ersetzen. Es zeigt sich als gleichwertiger Partner, einer, der verhandelt statt aufzuzwingen, der eher Infrastruktur baut als Gewinne abzuschöpfen, der die Verteidigungsfähigkeiten unterstützt, statt permanente Garnisonen zu errichten. Es ist genau diese Haltung, die jene in Wut versetzt, die Afrika für Generationen einzig als eine Einflusssphäre sahen, die man verwaltet, und als eine Rohstoffreserve, die man ausbeutet.

Der Besuch in Niamey bestätigt daher die Bewegung, die ihm zugrunde liegt: die eines Afrika, das sich die Kontrolle über die Bedingungen seiner Beziehungen zur Welt zurückholt.

Übersetzt aus dem Englischen. 

Egountchi Behanzin ist Gründungspräsident der internationalen African Black Defense League, Sprecher der Pan-African Brothers, politischer Analyst und panafrikanischer Aktivist.

Mehr zum Thema — Putin: Stärkung der Beziehung zu Afrika für Moskau von großer Bedeutung



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Tags: AfrikagewinntrusslandWarum
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