
Im Werk der MOL-Gruppe in Tiszaújváros, Ungarn, ist es zu einer Explosion gekommen. Dabei kam eine Person ums Leben, mehrere weitere wurden schwer verletzt, wie Ministerpräsident Péter Magyar am Freitagmorgen auf Facebook mitteilte. Energieminister István Kapitány sei gemeinsam mit Zsolt Hernádi, dem Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer von MOL, am Unfallort eingetroffen.
Die MOL Group ist laut eigenen Angaben ein integriertes, internationales Öl- und Gasunternehmen mit Hauptsitz in Budapest, Ungarn. Das Unternehmen sei mit 25.000 Mitarbeitern weltweit das branchengrößte in Ungarn und in über 30 Ländern tätig.
Laut einer Mitteilung von MOL ereignete sich die Explosion während der Wiederinbetriebnahme der Olefin-1-Anlage am Standort von MOL Petrolkémia. In einem Facebook-Beitrag informierte das Lokalmedium Tiszaújvárosi Krónika die Einwohner darüber, dass nach vorläufigen Informationen eine Pyro-Benzin-Pipeline von der Explosion betroffen war.
Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde stellte die Explosion keine Gefahr für die Anwohner dar. Die dem Beitrag beigefügten Fotos zeigen dichten schwarzen Rauch. Dávid Dojcsák, Sprecher des lokalen Katastrophenschutzes, teilte gegenüber Journalisten mit, dass die Löscharbeiten noch andauern und ein mobiles Labor zum Einsatzort entsandt wurde.
Der petrochemische Komplex von MOL in Tiszaújváros umfasst eine integrierte Olefinproduktion (Ethylen und Propylen), die nachgelagerte Kunststoffherstellung (Polyethylen und Polypropylen), eine Anlage für synthetischen Kautschuk sowie eine 2024 eingeweihte Polyol-Anlage.
Laut einer Erklärung von MOL kam es beim Neustart einer Anlage für ein chemisch-technisches Verfahren zu der Explosion. Die Umstände des Unfalls würden durch Experten untersucht, hieß es in der Mitteilung.
Ungarn deckt große Teile seines Energiebedarfs aus Russland. In den vergangenen Monaten kam es zu Spannungen mit der Ukraine, als der Öltransit durch die Druschba-Pipeline vorübergehend gestoppt wurde. Nach ukrainischen Angaben war die Pipeline im Kontext der Kriegshandlungen beschädigt worden. Inzwischen wurden die Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline nach Ungarn und in die Slowakei wiederaufgenommen.
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