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Ukrainische Drohnen machen das Baltikum zur Zielscheibe

rtnews by rtnews
26/03/2026
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Die ukrainischen Streitkräfte griffen mit Drohnen Einrichtungen im Gebiet Leningrad an. Daraufhin wurde in den baltischen Staaten der Absturz von ukrainischen Drohnen auf ihren Territorien registriert. Gaben die baltischen Staaten ihren Luftraum für Angriffe gegen Russland frei? Wie könnte Moskaus reagieren?

Von Andrei Restschikow

Im Laufe dieser Woche gab es mehrere Drohnenattacken der Ukraine auf Einrichtungen im Gebiet Leningrad. Angaben des Gouverneurs Alexander Drozdenko zufolge wurden in den Nachtstunden 56 Drohnen über dem Gebiet abgeschossen. Vor allem versuchten die ukrainischen Streitkräfte, Ust-Luga, Kronstadt und Primorsk anzugreifen. Das Ziel des Gegners war es, die Energie- und Hafeninfrastruktur sowie Werften zu beschädigen.

Später meldete das russische Verteidigungsministerium den Abschuss von insgesamt 389 Drohnen über 13 bis 14 Gebieten des Landes in der Nacht zum 25. März, was eine Rekordzahl für einen einzigen Angriff darstellt. Während dieser Angriffe flogen ukrainische Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten ein.

Am Dienstag teilte der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas mit, dass die Drohne, die im Bezirk Varėna abgestürzt sei, höchstwahrscheinlich den ukrainischen Streitkräften gehört habe. Laut lokalen Medienberichten ist die Drohne in das Hoheitsgebiet der Republik eingeflogen und nach dem Absturz explodiert. Die litauischen Luftabwehrkräfte hätten sie nicht entdeckt, da sie in einer Höhe von weniger als 300 Metern geflogen sei.

In Estland kollidierte eine Drohne mit dem Schornstein eines Kraftwerks in Auvere. Die örtliche Polizei erklärte, dass “die Fragmente der Drohne darauf hindeuten, dass es sich um eine ukrainische Drohne handelte”. Nach Angaben der Polizei ist die Drohne im russischen Luftraum technisch gestört worden, was zu einer Kursabweichung und zum Absturz auf estnischem Hoheitsgebiet geführt habe.

Eine weitere Drohne durchquerte den lettischen Luftraum und stürzte im Kreis Krāslava – an der Grenze zu Weißrussland – ab. Die lettische Regierungschefin Evika Siliņa bestätigte, dass es sich um eine ukrainische Drohne handelte. Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas gab jedoch nicht den ukrainischen Streitkräften die Verantwortung für den Vorfall, sondern der russischen Sonderoperation in der Ukraine.

Nach Ansicht von Experten geht die Situation in den baltischen Staaten über gewöhnliche militärische Zwischenfälle hinaus: De facto wurde der Luftraum Estlands, Lettlands und Litauens für Angriffe auf russisches Hoheitsgebiet zur Verfügung gestellt.

Flugverlauf der im Baltikum abgestürzten ukrainischen DrohnenTelegram-Kanal Verum Regnum|Наш Regnum

Wie bereits in der Februar-Ausgabe der von der Zeitung Wsgljad erstellten Rangliste der unfreundlichen Regierungen festgestellt wurde, nehmen die antirussischen Aktionen der baltischen Staaten zu. In der Praxis manifestiert sich dies nicht nur in militärischen Aktivitäten, sondern in einer systematischen Militarisierung dieser Region, die auch den Ausbau der NATO-Infrastruktur und die Schaffung von Risiken für den normalen Betrieb der Häfen in den Gebieten Leningrad und Kaliningrad umfasst.

Der Militärexperte Juri Knutow sagt dazu:

“Die von unfreundlichen Ländern an den nordwestlichen Grenzen Russlands durchgeführten Aktionen schaffen alle Voraussetzungen, um nicht nur diplomatische, sondern auch ernsthaftere Maßnahmen gegen die baltischen Staaten zu ergreifen.

Wenn man bedenkt, dass die NATO die Ostsee de facto zu ihrer Kontrollzone erklärt hat und zudem vermehrt Fälle von piratenähnlichen Aktionen des Bündnisses gegen russische Schiffe zu verzeichnen sind, kommt man zu der berechtigten Annahme, dass ein Teil der Drohnen nicht vom Territorium der Ukraine aus, sondern von europäischen Containerschiffen aus eingesetzt wird. Ziel solcher Angriffe sind Sankt Petersburg, Kronstadt und Kaliningrad. Die endgültige Antwort auf die Frage nach dem Drohnenstartpunkt kann natürlich nur eine Analyse der Elektronik der abgeschossenen Fluggeräte liefern, doch der Eskalationsvektor liegt auf der Hand.”

Der Militärexperte und Dozent an der Finanzuniversität der Regierung der Russischen Föderation, Wladimir Jeranosjan, ist der Ansicht:

“Was den Zugang zum Luft- oder Hoheitsgebiet für den Einsatz ukrainischer Drohnen gegen Russland angeht, handelt es sich um einen Casus Belli. Wenn Russland es für notwendig erachtet, könnte es sich so verhalten wie der Iran gegenüber den arabischen Monarchien: Wer Truppen des Angreifers auf seinem Territorium stationiert und die Infrastruktur zur Verfügung stellt, macht sich zu einem legitimen Militärziel.”

Dem Militärexperten Wiktor Litowkin zufolge lässt sich derzeit noch nicht mit Sicherheit sagen, dass Litauen, Lettland oder Estland ihren Luftraum bewusst geöffnet haben. Er sagt:

“Wir wissen nicht, ob die Ukraine deren Erlaubnis einholt oder einfach ihren Luftraum und dabei die Souveränität dieser Länder missachtet. Zweifellos hat kein baltischer Staat ein Interesse daran, dass eine Drohne auf ihre Wohnhäuser oder Infrastruktureinrichtungen abstürzt und Schäden oder gar menschliche Opfer verursacht.”

Dennoch, meint er, täten die Regierungen dieser Länder so, als ob nichts Schlimmes passiere, und dafür gebe es mindestens zwei Gründe. Er erläutert:

“Der erste Grund ist das Fehlen eines leistungsfähigen und wirksamen Luftabwehrsystems in den baltischen Staaten, das solche Überflüge kontrollieren könnte. Außerdem würde eine politische Reaktion diesen Ländern keinerlei Vorteile bringen. Für sie wäre es derzeit politisch nicht korrekt, gegen die Ukraine zu protestieren. Dies würde das offizielle Narrativ der NATO untergraben, die trotz ihrer ‘uneingeschränkten Unterstützung’ für Kiew die Ukraine faktisch als Schlachtfeld im Kampf gegen Russland nutzt.”

Die baltischen Politiker, so der Experte, seien der Meinung, dass Russland ihr Hoheitsgebiet wegen überfliegender Drohnen nicht angreifen werde, solange sie selbst nicht zu direkten aggressiven Handlungen übergingen. Sie seien zudem von der Wirkungskraft von Artikel 5 der NATO-Charta überzeugt.

Eine andere Sichtweise vertritt Wladimir Jeranosjan. Seiner Meinung nach gelinge es den Balten nicht, sich ihrer Verantwortung zu entziehen. Er argumentiert wie folgt:

“Faktisch sind hier ukrainische Spezialeinheiten und militärische Nachrichtendienste stationiert, was es ihnen ermöglicht, die Anflugzeit von Drohnen zu verkürzen und die Navigation zu vereinfachen, um unsere Luftabwehrsysteme in die Irre zu führen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Flugaufträge für die Drohnenpiloten sogar im estnischen NATO-Cyberzentrum vorbereitet werden.”

Knutow seinerseits wies auf die Doppelmoral im Handeln des Westens hin. Er sagt:

“Hätte Russland unter Nutzung des Luftraums der baltischen Staaten oder Polens Angriffe auf Militärziele in der Ukraine durchgeführt, hätte dies sofort die Anwendung von Artikel 4 der NATO-Charta (Konsultationen) und die Gefahr einer direkten Konfrontation zur Folge gehabt. Heutzutage jedoch ignoriert das Bündnis die Tatsache, dass sein Territorium und seine Infrastruktur für Angriffe auf unsere Städte genutzt werden.”

Wiktor Litowkin stimmt dem ebenfalls zu: Wären russische Raketen und Drohnen auf einer Transitroute von Kaliningrad über Polen oder das Baltikum nach Lwow geflogen, hätte dies dort zu einem “unglaublichen Aufruhr geführt, wobei alle diplomatischen Kanäle aktiviert, Dringlichkeitssitzungen des NATO-Rates einberufen und wir der Verletzung des Lufthoheitsraums und eines Aggressionsakts beschuldigt worden wären”. Der Experte betont:

“Wenn jedoch ukrainische Drohnen dieselbe Route nehmen, demonstrieren sie eine eklatante Blindheit. Das liegt nicht daran, dass sie diese Ziele nicht abschießen oder nicht entdecken können, sondern daran, dass sie bewusst nicht reagieren wollen. Es passt nicht in ihr Konzept. Das ist kein technisches Problem, sondern eine Frage des politischen Willens und der Doppelmoral.”

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 25. März 2026 zuerst auf der Homepage der Zeitung “Wsgljad” erschienen.

Mehr zum Thema – Millionen entziehen sich dem Wehrdienst: Kiew sucht nach neuen Methoden



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Tags: BaltikumdasDrohnenmachenUkrainischeZielscheibezur
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