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Trumps Anti-Terror-Chef tritt zurück: Iran war nie eine Bedrohung, sterben für "Israel-First"

rtnews by rtnews
18/03/2026
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Der Leiter des Nationalen US-Terrorismusbekämpfungszentrums, Joe Kent, erklärte in einem offenen Brief, dass Iran “keine unmittelbare Bedrohung für unsere Nation darstellte”, der Angriff auf Druck der mächtigen US-israelischen Lobby gestartet wurde und nun Amerikaner für eine “Israel-First”-Politik sterben.

 Von Rainer Rupp

Für die Regierung Trump ist der Rücktritt von Joe Kent am Dienstag dieser Woche ein schwerer Schlag. Der Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung (NCTC) begründete seinen Schritt mit seiner unüberbrückbaren Ablehnung des aktuellen US-israelischen Krieges gegen Iran. Seine Kündigung erfolgte per ausführlichem Brief auf der Plattform X und stellt den bisher prominentesten internen Bruch in der Trump-Administration dar. Damit hat Kents Rücktritt die bereits bestehenden Spannungen innerhalb der MAGA-Bewegung über die außenpolitische Ausrichtung der Republikanischen Partei weiter vertieft.

Kent, ein hoch dekorierter Veteran der US-Spezialkräfte und ehemaliger paramilitärischer Offizier der CIA mit elf Kampfeinsätzen im Nahen Osten, war im Juli 2025 nach knapper Senatsabstimmung zum NCTC-Chef ernannt worden. Präsident Trump hatte den damals noch überzeugten Trump- und MAGA-Anhänger nominiert. Die Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard, lobte seine “praktische Kenntnis des islamistischen Terrorismus”. Kent galt lange als loyaler Unterstützer von “America First”. In seinem Schreiben bezog er sich auf den Verlust seiner Frau, der Navy-Kryptologin Shannon Kent (geb. Smith), die 2019 bei einem Selbstmordanschlag des IS in Syrien ums Leben kam.

“Ich kann den laufenden Krieg gegen Iran nicht guten Gewissens unterstützen”, schrieb Kent. “Iran stellte keine unmittelbare Bedrohung für unser Land dar, und es ist offensichtlich, dass wir diesen Krieg auf Druck Israels und seiner einflussreichen amerikanischen Lobby begonnen haben.” Er warf hochrangigen israelischen Vertretern und Teilen der US-Medien eine “Desinformationskampagne” vor, die eine Echokammer mit dem immer gleichen Muster – Krieg gegen Iran – geschaffen habe, um Trump von einer angeblichen akuten Gefahr zu überzeugen. “Das war eine Lüge und dieselbe Taktik, mit der die Israelis uns bereits in den katastrophalen Irak-Krieg gezogen haben”, heißt es in dem Brief. Kent forderte Trump auf, den Kurs zu ändern, und warnte, der Konflikt verrate das “America-First”-Versprechen und werde sinnlos amerikanische Leben kosten.

In dem brutalen, unprovozierten und völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskrieg, der ursprünglich nur einen Tag dauern sollte, sich aber bereits in die dritte Woche zieht, sind bisher mindestens 13 US-Soldaten getötet und über 200 meist schwer verletzt worden. Gewöhnlich gut informierte US-Experten wie Ex-Oberst Douglas Macgregor oder der ehemalige CIA-Analyst Larry Johnson gehen jedoch von deutlich höheren US-Opferzahlen aus, weil das Pentagon – wie schon in früheren Konflikten – die Öffentlichkeit belüge. Die wirklichen Verlustzahlen würden wie üblich erst lange nach Kriegsende veröffentlicht. In Iran haben die Angriffe nach offiziellen Angaben mindestens 1.444 Menschen getötet, darunter viele Kinder.

Die Verantwortlichen in der Trump-Administration versprechen weiterhin einen kurzen Einsatz und einen baldigen Sieg über Iran – ein Ziel, das sich von Tag zu Tag weiter entfernt. Iran gibt nicht auf und hat inzwischen die besseren Karten, um

• Israel eine Lektion zu erteilen, die es nie wieder vergessen wird; und

• die USA aus allen ihren Militärbasen in Reichweite iranischer Raketen zu vertreiben und damit eine neue Ära ohne ständige US- und zionistische militärische Interventionen einzuleiten, die dauerhaften Frieden in der Region ermöglichen könnte.

Zurück zu Joe Kent: US-Präsident Trump kritisierte dessen Rücktritt in seiner zunehmend überheblichen Art: “Ich habe ihn immer für einen netten Kerl gehalten, aber er war schwach in Sicherheitsfragen”, sagte er bei einem Termin im Weißen Haus. “Als ich die Erklärung las, wurde mir klar, es ist gut, dass er weg ist.” Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt stieß ins gleiche Horn und nannte Kents Vorwürfe “beleidigend und lachhaft”. Sie betonte, Trump habe auf “starke und überzeugende Beweise” für einen iranischen Erstschlag gegen US-Streitkräfte in der Region reagiert und sei dem zuvorgekommen.

Kents Rücktritt hat die Kluft innerhalb der Republikaner weiter aufgerissen. Vertreter des “America-First”-Flügels stellen sich hinter ihn. Der konservative Kommentator Tucker Carlson, der Kent persönlich nahesteht, bezeichnete ihn als “den mutigsten Mann, den ich kenne”, der nicht als Randfigur abgetan werden könne. In seiner Sendung ging Carlson noch weiter:

“Dieser Krieg ist absolut widerlich und böse. Er ist ausgebrochen, weil Israel ihn wollte – nicht, weil er amerikanischen Interessen dient. Das ist nicht ‘America First’; wir opfern Blut und Geld für ausländische Abenteuer, während unsere eigenen Grenzen offenbleiben.”

Die Kriegsfalken unter den Republikanern kontern scharf. Senator Ted Cruz nannte die Kritiker “gefährliche Demagogen”, die Irans nukleare Ambitionen und Terrornetzwerke ignorierten. Repräsentantenhaus-Sprecher Mike Johnson erklärte, “die Unterstützung Israels ist nicht optional, sondern essenziell für Frieden durch Stärke” und verwies auf eine “klare unmittelbare Bedrohung” durch Iran. Der Konflikt spiegelt nicht nur grundlegende Spannungen in der Republikanischen Partei wider, sondern im gesamten US-Konservatismus – bis hin zu einflussreichen christlich-evangelikalen Gruppen, die die zionistische Politik in Israel fanatisch unterstützen, weil sie darin die Voraussetzung für die Wiederkunft Jesu, den Weltuntergang (Armageddon) und ihre eigene Entrückung ins himmlische Paradies sehen.

Die Debatten im US-Kongress in den kommenden Wochen werden zeigen, ob dieser Riss in der GOP (Grand Old Party; eine Kurzform für die Republikanische Partei) rhetorisch bleibt oder tatsächlich die außenpolitische Linie der GOP dauerhaft spalten wird.

Joe Kent ist nicht der Erste, der Trump den Rücken gekehrt hat, aber er ist der Ranghöchste und hat die Tür am lautesten hinter sich zugeknallt. Die Demokraten nutzen den Vorfall, um die Geheimdienstbewertungen der Regierung infrage zu stellen. International belastet der andauernde US-israelische Angriffskrieg die Allianzen – nicht zuletzt wegen der widersprüchlichen, teils erratischen und absurden offiziellen Erklärungen von Präsident Trump.

Beispiel: Seit Kriegsbeginn hat Trump mehrfach verkündet, das “unbesiegbare, super-duper amerikanische Militär, das beste und stärkste der Welt” habe das iranische Militär bereits “zu 100 Prozent” zerstört. Obwohl es nach seiner Darstellung inzwischen “zu 400 Prozent oder mehr” vernichtet ist, stellte er vor wenigen Tagen seinen NATO-Partnern ein Hilfsersuchen zur Sicherung der Straße von Hormus. Jeder europäische Partner, der Öl aus dem Golf brauche, solle seine Kriegsschiffe schicken – die USA würden dabei helfen.

Klugerweise lehnten alle NATO-Partner dieses “großzügige Angebot” ab. Trump reagierte trotzig mit einer “Saure-Trauben”-Antwort: Das mächtige Amerika könne den Job allein erledigen und brauche diese unzuverlässigen Europäer nicht mehr – was sich natürlich auch auf die künftige US-Unterstützung der NATO auswirken werde. Mit etwas Glück könnte Trumps verbrecherischer Krieg sogar zum Ende der NATO führen und für Europa etwas Positives bewirken.

Wer die Nachrichten aus Washington verfolgt, fühlt sich zeitweise in einen Monty-Python-Film versetzt und könnte sich kaputtlachen – wenn dieser absurde Irrsinn nicht in der Realität Tausende von Menschen das Leben kosten würde. Noch ominöser ist die Tatsache, dass in Fachkreisen inzwischen ernsthaft über die Gefahr eines Einsatzes israelischer oder amerikanischer Atomwaffen gegen Iran diskutiert wird.

Mehr zum Thema – “Nicht unser Krieg”: Diese Länder haben auf Trumps Aufruf zur Hormus-Patrouille reagiert



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Tags: AntiTerrorChefbedrohungeinefürIranniequotIsraelFirstquotsterbentrittTrumpsWarzurück
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