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Russlands Lenkwaffenangriff auf Ziele im ukrainischen Hinterland: Mehrere Drohnenfabriken getroffen

rtnews by rtnews
08/09/2026
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Russlands Streitkräfte haben in der Nacht zum 8. September 2026 einen massiven Schlag mit boden-, luft- und seegestützten Präzisionswaffen sowie mit weitreichenden Kamikazedrohnen gegen militärische Ziele in der Ukraine geführt – bemerkenswerterweise gegen viele Drohnenfabriken.

Russische Streitkräfte haben in der Nacht einen massiven Angriff mit präzisionsgelenkten Waffen boden-, luft- und seegestützter Systeme sowie mit weitreichenden Kamikazedrohnen gegen militärische und militärisch relevante Ziele in der Ukraine geführt. Dies teilt das russische Verteidigungsministerium mit.

Diesmal lag – nach allem, was öffentlich bekanntgegeben wurde – besonderes Augenmerk auf Montagestätten für Kampfdrohnen; nicht zuletzt für Kamikazedrohnen im Starrflügelformat, die in der Langstreckenausführung vom Kiewer Regime für seine Terrorangriffe gegen die Zivilbevölkerung in Russlands Landesinnerem benutzt werden.

Allein in Kiew-Stadt wurden unter anderem getroffen:

  • ein Werk für Bestandteile von Aufklärungs- und Kampfdrohnen bis hin zu Langstreckensystemen, das die Fertigungskapazitäten oder aber zumindest die Räumlichkeiten des Werks für Raketenbauteile und -Einbauaggregate (Kiewer Radiofabrik AG, Trimen-Ukraina LLC) nutzte;
  • ein Betrieb zur Fertigung von Gefechtsköpfen für den Marschflugkörper FP-5 Flamingo sowie für Langstreckendrohnen des Typs FP-2 der Firma Fire Point, der in den Räumlichkeiten, mindestens aber auf dem Gelände des Werks Nr. 1 für Stahlbetonkonstruktionen arbeitete;
  • ein Werk, das Komponenten der Mitteldistanz-Kampfdrohne Hornet montierte und lagerte;
  • ein Lager- und Handelskomplex der Firma Ukrspecsystems, auf dessen Gelände Aufklärungsdrohnen vom Typ Shark sowie Mitteldistanz-Kampfdrohnen montiert und gelagert wurden;
  • und schließlich ein weiterer, vom Verteidigungsministerium nicht näher benannter Betrieb zur Endmontage unbemannter Fluggeräte mittlerer und großer Flugweite.

Sergei Lebedew, der seinerzeit im Gebiet Nikolajew Aktivitäten der Untergrundbewegung für den Widerstand gegen das Kiewer Putschistenregime koordinierte und, soweit bekannt ist, erneut in einer ähnlichen Funktion auftritt, hat weiterhin Kontakte zu Gleichgesinnten auch in anderen Teilen der Ukraine – so auch in Kiew. Zur Lage der oben genannten (oder aber aus diesen oder jenen Gründen von Russlands Verteidigungsministerium nicht genannten) Ziele in Kiew hat er mit Verweis auf Satellitendaten und unter Zuhilfenahme einer Landkarte zu kommentieren:

Landkarte: Brandherd in Industriegebiet im Westen Kiews nach Russlands Langstrecken-Lenkwaffenangriff in der Nacht auf den 8. September 2026.Sergei Lebedew

“Daten von NASA FIRMS zeigen einen Großbrand im westlichen Industriegebiet in Kiew nach mehreren Angriffen mit ballistischen Raketen Iskander-M beziehungsweise Kinschal Kn-23. In diesem Ortsteil liegen eng beieinander mehrere Großhandelsbetriebe sowie Werkshallen für Arbeiten an Walzgut und mit Walzmetallerzeugnissen – Rohren, L-Profilblech, Schwellern und dergleichen mehr. Nach meinen Daten wurde ein Teil von deren Räumlichkeiten zur Endmontage von Langstrecken-Drohnen genutzt.

Die Wahl gerade eines solchen Standortes ist durchaus verständlich: Große Hallen und Hangars, viel Metall und Maschinen, Ladeverkehr großer LKW – all das bedeutet die Möglichkeit, die Fertigung von Rüstungsgut in gewöhnlicher, ziviler Industrie aufzulösen. Außen also Großhandel und Blecharbeiten – und in bestimmten Räumlichkeiten im Inneren dann schon ganz andere Arbeiten.”

Dasselbe Industriegebiet sei schon am 20. August dieses Jahres von Russlands Streitkräften angegriffen worden, erinnert Lebedew.

Ebenso sei das TetraPak-Werk im Norden Kiews der Standort eines der Angriffsziele des russischen Militärs gewesen – jedenfalls liegt von dort Bild- und Videomaterial eines Großbrands vor: 

Großbrand am TetraPak-Werk im Norden Kiews nach Russlands Langstrecken-Lenkwaffenangriff in der Nacht auf den 8. September 2026.Soziale Medien

“Ein Teil der Hallen wurde für ganz andere Zwecke genutzt. Dort wurden Bauteile für Drohnen umverpackt und umkommissioniert – aus Großlieferungen in kleine Chargen, wonach die Bauteile weiterverschickt wurden. Besonderes Augenmerk lag hier auf optronischen und elektronischen Systemen, die später auf Drohnen verbaut wurden.”

Im Süden Kiews wiederum zeigen Satellitendaten von NASA FIRMS einen Großbrand – und zwar in der Gegend von Tandem, einem Betrieb zur Fertigung von Standard-Containern für den LKW- und Schiffs-Güterverkehr.

Stadtplan: Großbrand Im Süden Kiews laut Satellitendaten von NASA FIRMS (nahe Tandem, einem Betrieb zur Fertigung von Standard-Containern für den LKW- und Schiffs-Güterverkehr, und DEPS Kiew, einem Betrieb für Integration von Kommunikationsmitteln) nach Russlands Fernangriff. Nacht auf den 8.9.2026.Sergei Lebedew

Grund dafür seien Einschläge mehrerer russischer Hyperschall-Marschflugkörper der Typenreihe Zirkon – und sie galten Lebedew zufolge folgenden Zielen:

“An diesem Standort wurden gewöhnliche Gütercontainer in mobile Startrampen für unbemannte Fluggeräte umgebaut. Nach dem Umbau wurden die Container auf Fahrzeuge aufgesetzt und in Drohnen-Startgebiete verbracht.”

Solch eine Rampe erlaubt das Starten von Kampfdrohnen, ohne eng an bestimmte Standorte gebunden zu sein – und dazu noch Tarnung für das Bedienpersonal. Der Widerstandskoordinator erklärte zur Wahl gerade dieses Containerbaubetriebs für derartige Umbauarbeiten:

“Nebenan befindet sich auch der Betrieb DEPS Kiew, der sich auf die Integration von Telekommunikationsgeräten spezialisiert. In der letzten Zeit wurden Kommunikationssysteme für militärische Einheiten eine der wichtigsten Arbeitsrichtungen dieses Betriebs. Und der Einsatz gerade von Zirkon-Lenkwaffen sagt uns: Dieses Objekt galt als wichtig genug, um diese gar nicht so billigen Waffen für seine Zerstörung aufzuwenden.”

Diese Ziele – zumindest nach den Daten der Mitstreiter Lebedews – in der Liste jener, denen Russlands Fernangriffe in Kiew galten, ergeben ein klares Bild davon, was das russische Militär in Kiew zu zerstören bezweckte:

“Die Fertigung, die Bauteilbelieferung, Kommunikationsausstattung und Startkapazitäten für Langstrecken-Kampfdrohnen.”

Der Widerstands-Koordinator kommentiert bissig:

“Erst präsentiert die ukrainische Seite der Welt zerbrochene Fensterscheiben und beschädigte Wohnhäuser – und dann tauchen Großbrände an Großindustrie-Standorten auf. An den wirklich interessanten Orten.”

Nun weiter zur Meldung des russischen Verteidigungsministeriums: Im Gebiet Kiew wurden in Belaja Zerkow ein Drohnenwerk der Firma Warbird Ukraine (dort wurden die Drohnen TRX mit einer Reichweite von 450 Kilometern entwickelt und getestet) sowie das Logistikzentrum R-Plast, wo Munition beziehungsweise Sprengköpfe für Kampfdrohnen mittlerer und großer Reichweite hergestellt und gelagert wurden, und im Ort Schkarowka das Logistikzentrum Chimtransagro getroffen. Zudem wurden der Luftwaffenstützpunkt Wasilkow, ein Treibstofflager bei Borispol und ein Aufklärungszentrum des ukrainischen Geheimdienstes SBU in Marchalewka beschädigt.

Getroffen wurden auch Anlagen im Hafen Tschernomorsk im Gebiet Odessa, die zur Entladung militärischer Fracht genutzt wurden, sowie ein Tanker mit Treib- und Schmierstoffen für die ukrainischen Streitkräfte.

In der Stadt Odessa wurden außerdem eine Drohnenmontagehalle samt Lager sowie das Umspannwerk Dnestrowskaja angegriffen, das für die Stromversorgung ukrainischer Häfen zuständig ist.

Lebedew beansprucht mit Verweis auf Daten des landesweiten Widerstands in der Ukraine gegen das Kiewer Putschistenregime eine weitaus breitere Streuung von Zielen bei dem Fernangriff Russlands in der Nacht auf den 8. September als die oben nach dem Bericht des russischen Verteidigungsministerium aufgeführten. Man könnte an dieser Stelle annehmen, dass dies Folge einer Kommunikationsstrategie seitens des Verteidigungsministeriums ist, in deren Rahmen man vor allem die Ziele von der Art nennt, auf die bei dem jeweiligen Angriff das Augenmerk gelegt wurde. Der Widerstandskoordinator gibt jedenfalls zu verstehen, dass neben der Konzentration erstrangig auf die Stadt und das Gebiet Kiew und zweitrangig auf die Stadt und das Gebiet Odessa weitere acht Gebiete der ehemaligen Ukrainischen Sowjetrepublik betroffen gewesen seien, wenn auch in geringerem Maße – von Charkow und Saporoschje im Osten über Sumy und Tschernigow im Norden bis nach Rowno und Wolhynien im Westen. Doch ebenso wie in Kiew und Odessa habe der Akzent bei den Lenkwaffenangriffen auch dort stets konsequent auf Objekten der Logistik sowie Standorten der Fertigung von Kampfdrohnen und Teilen für sie gelegen.

Insgesamt sei dieser Angriff Sergei Lebedew zufolge kein herausragender gewesen: Vielmehr, so deutet der Widerstandskoordinator, habe Russlands Militär seine planmäßige Routinearbeit zum Bekämpfen von Zielen im ukrainischen Hinterland wiederaufgenommen, in Bezug auf die zuvor eine wenige Tage lange Feuerpause eingelegt worden war – im Zusammenhang mit der Reise von Jared Kushner und Steven Witkoff, den US-Vermittlers im Konfliktbeilegungsprozess zwischen Russland und der Ukraine, erst nach Moskau und dann nach Kiew.

Mehr zum Thema – Selenskijs Ex-Pressesprecherin: Neue Friedensangebote werden noch schlechter sein als die jetzigen



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Tags: AUFDrohnenfabrikengetroffenHinterlandLenkwaffenangriffmehrereRusslandsukrainischenZiele
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