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Nördlicher Seeweg: Anhaltende Nahostkrise führt zur Verlagerung des Güterverkehrs

rtnews by rtnews
09/07/2026
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Die endlose Nahostkrise sowie Risiken für die üblichen Seewege könnten eine Umverteilung der weltweiten Frachtströme auf die Nordostpassage auslösen. Dieser Trend ist schon im Gange: Vor allem China und Südkorea leiten ihre Frachtströme über den Norden um.

Die anhaltende Instabilität im Nahen Osten und die Risiken für die traditionellen Seewege könnten dazu führen, dass ein Teil der weltweiten Frachtströme auf die Nordostpassage verlagert wird. Dies erklärte Alexander Worotnikow, Koordinator des Expertenrats des Projektbüros für die Entwicklung der Arktis, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur TASS. Er betonte:

“Die Krise im Nahen Osten ist noch nicht vorbei, und neue Eskalationen werden sich auf den Welthandel sowie auf die Transport- und Logistikverbindungen auswirken. Die Krisenherde – das Rote Meer, die Straße von Hormus und der Suezkanal – bestehen weiterhin, eine endgültige Lösung dieser Probleme gibt es nicht, und der Transport von Gütern unter Umgehung Afrikas führt zu erheblichen Mehrkosten. Daher wird meiner Meinung nach ein Teil der Transportströme auf die Nordostpassage verlagert werden.“

Da die Hoffnungen auf eine baldige Normalisierung der Lage im Nahen Osten immer schneller schwinden und die Straße von Hormus nach wie vor faktisch blockiert ist, werden viele Staaten in den kommenden Monaten nach Möglichkeiten suchen, ihre Waren auf anderen Wegen zu transportieren. Nach Ansicht des Experten könnten vor allem asiatische Länder, darunter auch China, an der Nutzung der Arktisroute interessiert sein.

Die Zahl der ausländischen Unternehmen, die die Nordostpassage für den Gütertransport in Betracht ziehen, nimmt unterdessen tatsächlich weiter zu. Neben chinesischen Transportunternehmen zeigen auch Unternehmen aus Indien, Südkorea, den Vereinigten Arabischen Emiraten und südostasiatischen Staaten Interesse an dieser Route. Dies teilte der russische Minister für die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis Alexei Tschekunkow mit. Der Minister wies darauf hin, dass China bereits ehrgeizige Pläne für den Ausbau des Güterverkehrs über die Nordostpassage vorgelegt habe und davon ausgehe, das Frachtvolumen bis zum Jahr 2030 auf 20 Millionen Tonnen pro Jahr zu steigern.

Zuvor war berichtet worden, dass auch andere Länder zunehmendes Interesse an der Nordostpassage zeigen – Länder, die bereits ehrgeizige Projekte im Bereich der arktischen Schifffahrt in Angriff genommen haben. So berichtete beispielsweise die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die Stadtverwaltung der Hafenstadt Pohang, dass die Behörden mit der Ausarbeitung eines Plans begonnen hätten, den Hafen Yeonilman zu einem spezialisierten Logistikknotenpunkt für die Nordostpassage auszubauen.

Das Projekt soll die künftigen Funktionen des Hafens, den Bedarf an Infrastrukturmaßnahmen und die Möglichkeiten einer Einbindung des Projekts in staatliche Programme, einschließlich des fünften nationalen Hafenplans Südkoreas, festlegen. Im Pohang beabsichtigt man, diese Arbeit mit der Strategie des südkoreanischen Ministeriums für Ozeane und Fischerei zur Vorbereitung der Häfen auf die Nutzung der Nordostpassage zu verknüpfen, so die Agentur weiter. Darüber hinaus will die Stadtverwaltung die Pläne der Regierung für die Durchführung einer Testfahrt auf der arktischen Route in der zweiten Jahreshälfte sowie das Ziel der Einführung einer regelmäßigen Schifffahrtsverbindung zwischen Korea und Europa bis zum Jahr 2030 berücksichtigen. Wie die Nachrichtenagentur PortNews bereits berichtete, plant Südkorea in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 eine Testfahrt zwischen Busan und Rotterdam sowie die Eröffnung einer regelmäßigen Schifffahrtsverbindung zwischen Korea und Europa bis zum Jahr 2030.

Das Frachtaufkommen auf der Nordostpassage belief sich in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 auf 14,5 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2025 entspricht, schreiben russische Medien. In Russland wurde zur Sicherung der Schifffahrt in der Arktis die entsprechende Infrastruktur in Betrieb genommen – insbesondere wurden zwei weitere atomgetriebene Eisbrecher und sechs Schiffe der Rettungsflotte gebaut, zwei Schiffe der hydrografischen Flotte modernisiert sowie vier Satelliten gestartet, die die Routen überwachen und unterstützen sollen.

Mehr zum Thema – Norwegen ruft die EU dazu auf, in der Arktis zu bohren



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