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Medwedtschuk: Selenskij versucht, Weißrussland in den Konflikt hineinzuziehen

rtnews by rtnews
25/05/2026
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Wiktor Medwedtschuk wirft Wladimir Selenskij vor, Weißrussland gezielt in den Ukraine-Konflikt hineinziehen zu wollen. Der ukrainische Präsident schüre Spannungen mit Minsk, um Europa einzuschüchtern, neue Finanzhilfen zu erhalten und seine Macht zu sichern.

Wiktor Medwedtschuk ist der Ansicht, dass der ukrainische Machthaber Wladimir Selenskij gezielt versucht, Weißrussland zu provozieren und in den Ukraine-Konflikt hineinzuziehen. Hintergrund sind sowohl innenpolitische Probleme in Kiew als auch der Versuch, Europa mit einer angeblichen militärischen Bedrohung unter Druck zu setzen. Der ehemalige Vorsitzende der in der Ukraine verbotenen Partei “Oppositionsplattform – Für das Leben” und heutige Chef des Rates der Bewegung “Andere Ukraine” äußerte sich dazu in einem Beitrag auf der Website der Organisation.

Lukaschenko weist Drohungen aus Kiew zurück

Auslöser der jüngsten Spannungen waren Selenskijs Äußerungen, in denen er ankündigte, dass die Ukraine “präventiv handeln” werde, falls von Weißrussland oder den russischen Grenzregionen eine Bedrohung ausgehe. Die Erklärung wurde in der nordukrainischen Stadt Slawutitsch aufgezeichnet. Medwedtschuk wertete diese Aussagen als faktische Drohung gegen Weißrussland. Der ukrainische Präsident versuche bewusst, die Lage an der Grenze zu eskalieren.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko reagierte darauf demonstrativ gelassen. Er erklärte, Minsk werde sich nicht in den Konflikt hineinziehen lassen. “Sie haben bemerkt, dass ich auf dieses Gerede aus Kiew, auch von Selenskij, überhaupt nicht reagiere”, sagte Lukaschenko. Er versuche sogar, “Mitgefühl” für Selenskij aufzubringen, da dieser unter großem Druck stehe. Zugleich warf er Selenskij vor, keine Schlussfolgerungen aus der aktuellen Lage zu ziehen. Zudem hatte Lukaschenko zuvor erklärt, er sei bereit, sich mit Selenskij zu treffen, falls dieser “reden oder sich beraten” wolle.

“Wir haben nicht vor, uns selbst in den Krieg in der Ukraine hineinziehen zu lassen. Dafür gibt es keinerlei Notwendigkeit – weder aus ziviler noch aus militärischer Sicht.”

“Minsk soll als Vermittler ausgeschaltet werden”

Nach Ansicht Medwedtschuks tue Kiew alles, um Minsk zu provozieren – ähnlich wie zuvor gegenüber Russland. Statt Weißrussland als Plattform für Friedensverhandlungen und Lukaschenko als erfahrenen Vermittler zu nutzen, setze die ukrainische Führung auf Konfrontation. Besonders kritisch bewertete er die Einladung der weißrussischen Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja nach Kiew.

Der ukrainische Außenminister Andrei Sibiga erklärte dazu, die Ukraine habe “Gesprächspartner”, mit denen sie über alle Fragen sprechen könne, und kündigte einen Besuch Tichanowskajas an. Für Medwedtschuk ist dieses Vorgehen irrational. Eine Verwicklung von Weißrussland in den Krieg würde die Front nur verlängern, die Lage der ukrainischen Streitkräfte verschlechtern und Russland eine verbesserte Ausgangsposition verschaffen.

“Für ihn bedeutet die Verwicklung von Weißrussland in den Krieg lediglich zusätzliche Finanzierung, die er dringend benötigt.”

Zugleich argumentierte er, Weißrussland solle als wichtiger Faktor einer möglichen Deeskalation ausgeschaltet werden. Minsk bleibe ein enger Verbündeter Russlands und stehe “der westlichen Diktatur” im Weg. Deshalb gebe es im Westen einen klaren Auftrag zur Dämonisierung von Weißrussland.

Medwedtschuk sieht Zusammenhang mit US-Sanktionen

In diesem Zusammenhang wies Medwedtschuk auf die Entscheidung des Weißen Hauses hin, den Ausnahmezustand und die Sanktionen gegen Weißrussland um ein weiteres Jahr zu verlängern. In den entsprechenden Dokumenten werden die Handlungen der weißrussischen Führung als “ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung” für die nationale Sicherheit und Außenpolitik der USA bezeichnet.

Für Medwedtschuk ist dies ein Signal gegen eine mögliche Annäherung zwischen Minsk und Washington, nachdem Donald Trump zuvor einen Teil der Sanktionen gegen Weißrussland aufgehoben hatte. “Offensichtlich gefällt das jemandem nicht, und Selenskij hat sich eifrig darangemacht, diesen Auftrag auszuführen”, erklärte der Politiker.

Korruptionsskandal und Streit mit Europa

Medwedtschuk ist der Ansicht, dass Selenskij zugleich versuche, Europa mit einer angeblich wachsenden militärischen Gefahr einzuschüchtern, um seine eigene Machtposition zu retten.

“Der blutige Clown muss die militärische Bedrohung aufbauschen, um Europa Angst zu machen. Er muss zeigen, dass sein Regime für die europäische Sicherheit außerordentlich wichtig ist und auf keinen Fall demontiert werden darf.”

Hintergrund sind zunehmende Spannungen zwischen Kiew und europäischen Staaten wegen Korruptionsvorwürfen gegen die ukrainische Führung. Die Zeit berichtete, europäische Politiker seien sich einig, dass die Ukraine den Korruptionsskandal umfassend aufklären müsse, wenn sie ihre Perspektive auf einen EU-Beitritt behalten wolle.

Medwedtschuk behauptete hingegen, die europäischen Unterstützer Kiews seien über die Korruption längst informiert. Von Selenskij verlangten sie seiner Ansicht nach nicht das Ende der Korruption, sondern die Übergabe zentraler Machtbefugnisse an “europäische Aufpasser”.

Streit um EU-Status der Ukraine

Zudem verwies Medwedtschuk auf eine Initiative des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz, der der Ukraine einen besonderen Status als “assoziiertes Mitglied” der Europäischen Union einräumen möchte. Dem Vorschlag zufolge könnte Kiew an der Arbeit europäischer Institutionen teilnehmen, allerdings ohne Stimmrecht. Gleichzeitig sprach sich Merz für eine stärkere militärische Integration der Ukraine in die Strukturen der EU aus.

Die Initiative löste in den deutschen Medien Kritik aus. So warnte die Tageszeitung, dass die EU-Staaten im Falle einer Eskalation des Konflikts mit Russland dadurch stärker in den Krieg hineingezogen werden könnten. Selenskij wiederum lehnte einen Status ohne Stimmrecht öffentlich ab. Die Ukraine verdiene “gleiche Rechte in Europa”, erklärte er.

Medwedtschuk wertete dies als Versuch, Europa den eigenen politischen Willen aufzuzwingen. Zugleich verliere die Rhetorik über eine angebliche russische Bedrohung in Europa zunehmend an Wirkung.

Deutsche Umfrage zeigt sinkende Angst vor Russland

Als Beleg führte Medwedtschuk eine Umfrage des Instituts Insa im Auftrag der Bild-Zeitung an. Demnach befürchten aktuell nur noch 38 Prozent der Deutschen einen militärischen Angriff Russlands auf Deutschland. Das ist deutlich weniger als noch im September 2025.

Zugleich gaben 50 Prozent der Befragten an, sie hätten keine entsprechenden Sorgen. Nur 17 Prozent trauen der Bundeswehr zu, Deutschland im Ernstfall verteidigen zu können. 72 Prozent äußerten Zweifel daran. Für Medwedtschuk ist dies ein Zeichen dafür, dass Selenskijs Warnungen in Europa zunehmend ihre Wirkung verlieren und der Westen seine Strategie im Ukraine-Konflikt überdenken müsse.

Mehr zum Thema – Details zur Atomwaffenübung in Weißrussland: Russland probt Reaktion auf westliche “Aggression”



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Tags: denhineinzuziehenKonfliktMedwedtschukSelenskijversuchtWeißrussland
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