
Wie das in Stuttgart stationierte US-Afrika-Kommando (AFRICOM) am Sonntag in einer Pressemitteilung bekannt gab, vermisst das US-amerikanische Militär zwei Soldaten. Sie befanden sich zuletzt in der Nähe des Übungsgeländes Kap Draa bei der Wüstenstadt Tan Tan im Südwesten Marokkos. Kap Draa gilt als abgelegenes Gebiet, wo der Fluss Wadi Draa in den Atlantik mündet. Die Vermisstenmeldung selbst stammt vom Samstag, die beiden Militärangehörigen sind also schon den dritten Tag in Folge verschollen.
AFRICOM gab an, die US-Streitkräfte hätten gemeinsam mit ihren marokkanischen Kollegen und anderen Verbündeten sofort eine koordinierte Such- und Rettungsaktion eingeleitet. Dies geschehe unter Beteiligung von Bodentruppen sowie von Luft- und Seestreitkräften. Bisher dauere die Suche noch an. Der Vorfall werde untersucht. Weiteres hatte das Afrika-Kommando bisher nicht zu vermelden.
Wie vor Ort anwesende Reporter des US-amerikanischen Senders CBS News berichten, habe das US-Militär gegen Samstagabend Ortszeit eine Zählung auf dem gesamten Stützpunkt durchgeführt. Nach Einleiten der Suchaktion hätten sie in der Nacht Hubschrauberlärm gehört. Am Sonntagmorgen wären an der Atlantikküste weitere Hubschrauber Flugzeuge und Drohnen im Einsatz gewesen.
Ungenannte Militär-Offizielle teilten CBS News mit, man habe die militärischen Übungen gestoppt, um sich auf die Suche nach den Vermissten konzentrieren zu können. Die beiden US-Militärangehörigen waren zuletzt in der Nähe der Meeresklippen von Kap Draa gesichtet worden. Deshalb sei zu befürchten, dass sie ins Meer gestürzt seien. Man vermute einen Unfall beim Wandern, von Fremdverschulden gingen die Behörden nicht aus.
Momentan läuft noch bis zum 8. Mai die alljährliche Militärübung „African Lion“. Es handelt sich um eine der größten Übungen weltweit. Unter der Leitung von SETAF-AF (US Army Southern European Task Force) nehmen mehr als 7.000 Militärangehörige aus mehr als 40 Ländern daran teil. Neben Marokko findet das diesjährige Manöver auch in Tunesien, Ghana und Senegal statt.
Die Übung dient laut Angaben der US-Armee einer gestärkten Interoperabilität zwischen den US-Streitkräften, den NATO-Verbündeten und den afrikanischen Partnernationen, um besser auf globale Krisen reagieren zu können. Der diesjährige Schwerpunkt von „African Lion“ soll auf Drohnen und KI liegen.
Der Vorfall erinnert an eine Vermisstenmeldung vom vergangenen Frühjahr. Damals meldete die US-Armee bei einer Übung im litauischen Truppenübungsgelände Pabradė vier Soldaten als vermisst. Sie waren mit ihrem Panzer metertief im Sumpf versunken. Die GIs konnten damals nur noch tot geborgen werden.
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