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Marineinspekteur Kaack zeigt Skepsis gegenüber Einsatz am Persischen Golf

rtnews by rtnews
17/04/2026
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Vizeadmiral Jan Christian Kaack stellt einen Einsatz deutscher Minenjagdboote an der Straße von Hormus in Frage und warnt vor einer Überlastung der deutschen Seestreitkräfte. Er würde weiterhin lieber den Focus auf Russland legen.

Bundeskanzler Friedrich Merz verhandelt heute in Paris zusammen mit anderen Staats- und Regierungschef über eine mögliche militärische Sicherung der Straße von Hormus, um eine gefahrlose Durchfahrt zu gewährleisten. Medienberichten zufolge will er als deutschen Beitrag Minenjagdboote und Aufklärungsschiffe anbieten (RT DE berichtete). Währenddessen gießt der oberste deutsche Marineoffizier, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, dem Kanzler Wasser in den Wein, was dieses Vorhaben betrifft.

Gegenüber der Wirtschaftswoche warnte Kaack davor, die Deutsche Marine mit militärischen Einsätzen zu überlasten. “Wir haben die kleinste Marine aller Zeiten, aber eine Masse an Aufgaben”, verdeutlichte der Vize-Admiral die Brisanz der Lage. “Die Welt mag gerade in den Nahen Osten schauen: Wir erleben aber auch einen Anstieg an Aktivitäten an der Nord- und Ostflanke, denen wir begegnen müssen”, argumentierte Kaack weiter. Damit signalisierte er, dass er weiterhin den Hauptaufgabenbereich der Deutschen Marine in der Einsatzbereitschaft für einen potenziellen Konflikt mit Russland sieht.

Man dürfe sich nicht einem gefährlichen Scheuklappenblick hingeben, sondern müsse die richtigen Kämpfe wählen und dann führen, mahnte der Marineinspekteur. Die Bedrohung durch Russland dürfe man trotz des derzeit aktuellen Iran-Kriegs nicht außer Augen verlieren. Alles, was die Deutsche Marine an Schiffen habe, sei bereits im Einsatz. Kaack verwies auf eine Zunahme von herausfordernden Situationen an der Nord- und Ostflanke der NATO, die er als den Hauptaktionsraum der Deutschen Marine sieht, und nannte Sabotageakte an Pipelines und Unterseekabeln, Flugraumverletzungen und einen Zuwachs an U-Boot-Einsätzen.

Wenn Deutschland sich bei Missionen im östlichen Mittelmeer oder bei anderen Krisen verzettele, gingen diese Kräfte für die Hauptaufgabe der deutschen Seestreitmacht verloren. Vielmehr müssten angesichts der russischen Bedrohung die strategischen Fähigkeiten der Marine weiter ausgebaut werden. Zeit sei die entscheidende Ressource, die es zu nutzen gelte, um die Abschreckung gegen Russland weiter auszubauen.

Die Deutsche Marine müsse so stark aufgestellt sein, dass der russische Präsident Putin “morgens beim Blick in den Spiegel sagt: ‘Heute ist kein guter Tag, die NATO anzugreifen.'” Damit bleibt Kaack seiner Linie treu, wie er sie in seiner Absichtserklärung von Anfang Januar 2026 verkündet hatte, die Deutsche Marine gegen ein als Bedrohung empfundenes Russland auszurichten. Und dieses Hauptziel scheint er auch gegen den Kanzler durchzusetzen wollen, anders lässt sich seine öffentliche Stellungnahme nicht deuten.

Ende Februar hatte Kaack zudem gegenüber der Times verkündet, Deutschland müsse sich darauf vorbereiten, dass Russland es mit seiner Aggressivität gegen die NATO in der Ostsee zur Eskalation kommen lasse. Ob zufällig oder absichtlich ausgelöst: Es bestehe ein ernstes Risiko einer Konfrontation auf See. Die Ostsee sei kein reines NATO-Meer, wie so oft behauptet, solange die Russen Kaliningrad und St. Petersburg kontrollierten. Entsprechend dringlich sieht Kaack die Konzentration militärischer Planungen auf dieses Gebiet.

Ohnehin ist fraglich, wann eine von Bundeskanzler Friedrich Merz versprochene Beteiligung an einer Mission am Persischen Golf stattfinden könnte. Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer hat diesen Freitag noch einmal betont, dass eine deutscher Marine-Einsatz in diesem Gebiet erst nach einer “stabilen, nachhaltigen Friedenslösung” in Frage komme. Solange eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen zwischen USA beziehungsweise Israel und Iran im Bereich des Möglichen ist, können Kaack und die Deutsche Marine sich also weiterhin auf Russland konzentrieren.

Mehr zum Thema – Präsidentenberater Medinski beklagt zu viele “Königsberg-Motive” in Kaliningrad



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Tags: EinsatzgegenüberGolfKaackMarineinspekteurPersischenSkepsiszeigt
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