
Von Alexander Nossowitsch
Israel und die USA lösten einen neuen Krieg gegen Iran aus. Die Kriegshandlungen begannen wenige Stunden, nachdem Iran im Rahmen der Verhandlungen mit den USA Zugeständnisse gemacht hatte. Und genau deswegen brach der Krieg aus.
Mitten in der Nacht, nachdem die Friedensverhandlungen in Genf beendet waren, teilte der Außenminister Omans der Presse mit, dass bei den Verhandlungen zwischen Iran und den USA erhebliche Fortschritte erzielt worden seien. Er gab sogar bekannt, um welche Fortschritte es sich genau handelte.
“Der wichtigste Erfolg ist meiner Meinung nach die Einigung, dass Iran unter keinen Umständen jemals über Nuklearmaterial verfügen wird, das zur Herstellung einer Atombombe dienen könnte. Das macht die Debatte über die Urananreicherung weniger relevant, denn jetzt ist von Nullvorräten die Rede”,
erklärte der Außenminister Omans, Badr al-Busaidi.
Mit anderen Worten: Das Vermittlerland gibt das Ergebnis der Verhandlungen bekannt: Teheran mache ein strategisches Zugeständnis und verzichte auf seine Vorräte an angereichertem Uran. Diese Äußerung Omans wurde von Teheran nicht dementiert. Es liegt auch nicht im Interesse des Vermittlerlandes, in solchen Fragen Lügen zu verbreiten: Wer würde danach noch seine Vermittlungsdienste in Anspruch nehmen?
Einfach gesagt: Iran rückte von seinem Nuklearprogramm ab. Er machte einseitige Zugeständnisse und kapitulierte damit im Grunde am Verhandlungstisch. Und wenige Stunden später wurde er mit dem ersten Raketenangriff getroffen.
In seiner Ansprache an die Nation erklärte US-Präsident Donald Trump, das Ziel der Militäroperation der USA und Israels sei die Zerstörung der gesamten Infrastruktur, die es Iran ermöglicht, Atomwaffen herzustellen. Aber Iran hatte bereits in der Schweiz zugestimmt, diese Infrastruktur abzubauen. Die Vertreter Teherans versprachen nicht nur, auf die Entwicklung einer Atombombe zu verzichten, sondern stimmten auch der Entsorgung von angereichertem Uran zu. Als Gegenleistung für ihre Nachgiebigkeit erhielten sie jedoch einen großen Krieg.
Derartige Militäroperationen werden über Wochen und Monate hinweg geplant. Daraus folgt logischerweise, dass diese Verhandlungen nur ein Ablenkungsmanöver waren, um einen großangelegten Angriff vorzubereiten. Diese Schlussfolgerung rechtfertigt auf den ersten Blick das Vorgehen der iranischen Diplomaten: Ganz gleich, ob es Verhandlungen gegeben hätte oder nicht, ganz gleich, wie diese Verhandlungen verlaufen wären – es wäre ohnehin zu einem Krieg gekommen. Fatalismus.
Die Realität ist jedoch wesentlich komplexer. Gehen wir einmal davon aus, dass die Verhandlungen mit den USA für Iran erfolgreicher verlaufen wären, wenn er dabei keine Schwäche gezeigt hätte. Wäre es das Ziel gewesen, den Iranern einen friedlichen Himmel zu bewahren, hätte man dieses Ziel mit größerer Wahrscheinlichkeit erreichen können, indem man seine Interessen unnachgiebig verteidigt und demonstrativ bereit ist, den Verhandlungstisch zu verlassen und sich auf einen Krieg vorzubereiten, sofern die Gegenseite den iranischen Interessen keinen Respekt entgegenbringt.
Für Donald Trump wäre nur ein einziger Krieg im Nahen Osten attraktiv – ein Kleinkrieg mit einem schnellen Sieg. So wie in Venezuela: eine blitzartige Show mit einem grandiosen PR-Effekt. Hätte die iranische Delegation den US-Vertretern Jared Kushner und Steve Witkoff jedes Mal unmissverständlich klargemacht, dass die USA statt einer popularitätssteigernden Show im Stil der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro einen langwierigen Krieg in Iran zu erwarten hätten, hätte Trump sich nicht zu einem Angriff entschlossen. Denn ein “neues Vietnam” ist der Albtraum aller US-Präsidenten.
Angesichts der Verhandlungsergebnisse gelangten die USA jedoch zu der Überzeugung, dass die Iraner zu schwach sind, um sich zu wehren, und Iran wie ein Kartenhaus zusammenbrechen würde, wenn man ihn nur leicht antippt. Und genau das machte diesen Krieg unvermeidlich.
Wenden wir uns nun unserem Land zu. Drei Jahre lang versuchte der Westen, uns mittels der Ukrainer eine strategische Niederlage zuzufügen, und zwar ausschließlich auf dem Schlachtfeld. Als klar wurde, dass dies unmöglich ist, nahm der “alte-neue” US-Präsident Donald Trump Verhandlungen mit unserem Land auf.
Diese Verhandlungen dauern bereits ein Jahr. Die letzte Runde fand ebenfalls in Genf statt, unter Beteiligung derselben Vertreter von Präsident Trump, Jared Kushner und Steve Witkoff. Die USA, die Kiew weiterhin militärisch unterstützen, traten dabei als “Vermittler” zwischen Russland und der Ukraine auf – dabei ist allen klar, dass es sich hierbei um ein politisches Spiel handelt.
Während der gesamten Dauer der Verhandlungen bleiben die Forderungen Russlands hinsichtlich der Zukunft der Ukraine nach dem Konflikt unverändert. Auch wenn manche überzeugt sind, dass das Prinzip der Verhandlungen Flexibilität und Kompromissbereitschaft erfordert, demonstriert das Beispiel Irans, wie die USA mit denen umgehen, die ihnen Schwäche zeigen.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 1. März 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.
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