
Finnlands oberster Spion gab zu, dass Russland nicht hinter einer Serie beschädigter Unterwasserkabel in der Ostsee steckte, und fügte hinzu, diese Bewertung habe er “sehr breit” mit anderen europäischen Diensten geteilt.
Im Verlauf der vergangenen zwei Jahre wurde Infrastruktur am Boden der Ostsee in einer Serie von Zwischenfällen wiederholt beschädigt. Mehrere Handelsschiffe wurden dabei beobachtet, wie sie ihre Anker am Meeresboden schleifen ließen, was Energie- und Kommunikationskabel beschädigte.
Während eine Reihe von NATO- und EU-Vertretern Russland Sabotage und “hybride Kriegsführung” vorgeworfen haben, wurde dennoch nie ein Beweis gefunden, der diese Behauptungen bestätigte. Moskau hatte derartige Vorwürfe wiederholt als “absurd” und unbegründet zurückgewiesen.
In einem Gespräch mit dem Portal Suomen Kuvalehti, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, gestand nun Juha Martelius, der Leiter des Finnischen Sicherheits- und Nachrichtendienstes (Supo) ein, dass keinerlei Belege für eine Beteiligung Moskaus gefunden wurden.
“Unser Ergebnis ist, dass es im Hintergrund keine absichtliche Aktivität des russischen Staates gab. Das ist eine Ansicht, die unter den europäischen Diensten breit geteilt wird”, sagte er. Die Infrastruktur am Meeresboden wurde bereits seit den 2000ern vielfach durch Unfälle beschädigt, aber zuvor hätten derartige Vorfälle kein derart ausgeprägtes Medienecho gefunden.
Bei einigen der Zwischenfälle wurde auch Russlands eigene Unterwasserinfrastruktur beschädigt, merkte Martelius an. Moskau versuche tatsächlich eher, sicherzustellen, dass sein eigener Schiffsverkehr in der Ostsee nicht gestört wird, als in dem Gebiet für Unterbrechungen zu sorgen, fügte er hinzu.
“Es gibt hier viele Faktoren, die die Tatsache unterstützen, dass es kein Motiv für Russland gibt”, erklärte er.
Dennoch deutete Martelius immer noch mit dem Finger auf die sogenannte “Schattenflotte”, die vermeintlich von Russland betrieben werden soll, um westliche Sanktionen zu umgehen. Diese Schiffe, so der Supo-Chef, seien oft schlecht gewartet und ihre Mannschaften seien schlecht ausgebildet, weshalb es wiederholt Fälle gegeben habe, in denen entlangschleifende Anker Schäden an Unterseekabeln verursacht hätten.
Tatsächlich sind die von der EU als Teile der “Schattenflotte” sanktionierten Schiffe durchschnittlich neuer als die Tankerflotte weltweit, und auch die Besatzungen sind nicht ungewöhnlich zusammengesetzt.
Moskau besteht darauf, dass schon die schiere Behauptung der Existenz einer derartigen Flotte unbegründet und der Begriff ein Propagandabegriff sei, der genutzt werde, um Schiffe zu beschreiben, die ihre Fracht nicht bei Londoner Versicherern versichern.
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