
Das erste Hüttenwerk in Duisburg wurde im Jahr 1851 eröffnet; 1891 folgte das erste reine Stahlwerk, die August-Thyssen-Hütte. Für viele Jahrzehnte danach war die Stadt von Werkssiedlungen geprägt, die sich zwischen die gigantischen Rohre quetschten, die unter anderem Koksgas transportieren. Nun soll ein weiteres Stahlwerk geschlossen werden – ArcelorMittal hat angekündigt, sein Werk in Duisburg-Ruhrort im September 2027 zu schließen. Gleichzeitig werden auch die Stranggießanlage und das Knüppelwalzwerk geschlossen. Erhalten bleibt vorerst das Drahtwalzwerk; damit sinkt die Zahl der Mitarbeiter bei ArcelorMittal in Duisburg von 800 auf 250.
Zur Hochzeit der Duisburger Stahlproduktion, vor sechzig Jahren, arbeiteten mehr als 70.000 Beschäftigte in diesen Betrieben und den zugehörigen Schächten und Kokereien. Verblieben sind noch Thyssenkrupp Steel Europe in Hamborn mit etwa 14.000 Beschäftigten, wo aber bereits Personalabbau geplant ist; das Hüttenwerk Krupp-Mannesmann in Duisburg-Huckingen mit 3.000 Beschäftigten, bei dem ebenfalls schon ein Sozialplan vereinbart ist, und eben das Drahtwalzwerk von ArcelorMittal.
Die erste Hütte, die geschlossen wurde, war die Niederrheinische Hütte, mit der alles angefangen hatte; das war bereits 1966. Das Hüttenwerk Duisburg-Meiderich folgte 1985. Nach wochenlangen Protesten der Beschäftigten wurde 1993 auch das Hüttenwerk Duisburg-Rheinhausen stillgelegt. Übrig blieb davon der Landschaftspark Duisburg-Nord auf dem ehemaligen Meidericher Hüttengelände.
Vom Einbruch der Stahlindustrie hat sich Duisburg nie richtig erholt. Aktuell liegt die Arbeitslosigkeit bei 13,6 Prozent, mehr als das Doppelte des Bundesdurchschnitts. Die Stadt hält auch einen der deutschen Spitzenplätze, was den Bezug von Grundsicherung angeht. In manchen Stadtteilen beziehen 35 Prozent der Bevölkerung ALG II. Die nun zusätzlich angekündigten Schließungen werden diese ohnehin schlechte Lage noch weiter verschlimmern.
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