
In Litauens Hauptstadt Vilnius wurde am 20. Mai wegen Drohnengefahr der Luftalarm ausgelöst. Wie das lokale Nachrichtenportal Delfi berichtet, wurden unter anderem die Stadtbewohner angewiesen, sich in Schutzräumen in Sicherheit zu bringen. Auch Litauens Präsident Gitanas Nauseda, Ministerpräsidentin Inga Ruginiene und Parlamentsvorsitzender Juozas Olekas begaben sich in Schutzräume. Zwischenzeitlich wurde der Luft- und Schienenverkehr ausgesetzt. Später wurde Entwarnung gegeben und der Alarm aufgehoben.
Zuvor soll das litauische Militär ein Flugobjekt gesichtet haben, das sich dem Staatsgebiet näherte. Wie das Verteidigungsministerium des baltischen Landes mitteilte, seien in diesem Zusammenhang Kampfflugzeuge der NATO alarmiert worden.
Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt gab es bereits zahlreiche Zwischenfälle mit ukrainischen Drohnen, die bei ihren Angriffen gegen Russland in den Luftraum der baltischen Staaten eindrangen. So hat Estland erst am Vortag gemeldet, eine ukrainische Drohne über dem eigenen Staatsgebiet abgeschossen zu haben. Der ukrainische Verteidigungsminister Michail Fjodorow bestätigte später den Ursprung der Drohne und entschuldigte sich für den Zwischenfall.
Auch in Lettland kam es zum Eindringen von Drohnen in den Luftraum des Landes. Russlands Auslandsgeheimdienst gab dabei an, dass Kiew Drohnenangriffe gegen russisches Territorium vom lettischen Staatsgebiet aus plane. Riga wies diese Angaben zurück. Insgesamt betonen Vertreter der baltischen Staaten, dass sie Kiew keine Erlaubnis für die Nutzung des eigenen Luftraums für Angriffe gegen Russland erteilt hätten.
Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz rief indessen Kiew auf, Abstürze von Drohnen auf NATO-Gebiet zu vermeiden. Nach einem Treffen mit dem US-amerikanischen Stabschef Dan Caine betonte er:
“Die Ukraine soll ihre Ziele viel präziser wählen, damit dies die Sicherheit der NATO-Staaten nicht gefährdet.”
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