
Die Springer-Publikationen Bild und Welt berichten über Erkenntnisse der Ermittler hinsichtlich des im Tatauto vorgefundenen Handys, dass bereits am Sonntag umgehend dem Amokfahrer Abdul Ballout zugeordnet wurde. So soll der vorbestrafte Deutsch-Libanese vermeintlich vor seiner Tat ein Bekennervideo aufgenommen haben. Darin habe er sich “zum Islamischen Staat (IS) bekannt”, bestätigte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft laut Welt-Artikel (Bezahlschranke). Die Aufnahme wurde laut den Ermittlern auf dem Handy gefunden, “das der 21-Jährige im Tatfahrzeug zurückließ”.
Die Dynamiken hinsichtlich von Medieninformationen zum Ablauf des Berliner CSD-Attentats, zur Vorgeschichte des in Berlin geborenen mutmaßlichen Amokfahrers sowie Details und Gerüchten zu polizeilichen Ermittlungspannen halten auch an Tag 3 des Anschlags mit einer Toten und 29 Verletzten unvermindert an.
So berichtet die Bild (Bezahlschranke), dass auf dem Mobilgerät des mutmaßlichen Fahrers “ein Video vom Tag des Anschlags gefunden wurde, in dem er sich zur Terrororganisation ‘Islamischer Staat’ bekennt”. Zudem wurde in dem Tatfahrzeug eine Machetenscheide gefunden, wobei die dazugehörige Waffe bislang laut Polizeiangaben weiterhin nicht gefunden wurde.
T-Online fasst zu den diversen Medienmeldungen zusammen:
“Das Handy lag demnach im Auto. Es sei aber unklar, warum er es verloren hat.”
Ob es sich bei der Person in dem Video sicher um Ballout handelt, wird seitens der Behörden weder bestätigt noch dementiert. Demnach ist der Mann auf dem Video “verhüllt”, es soll sich “aber mutmaßlich um Balloud handeln”, berichtet der Spiegel. In dem Clip bekennt sich ein Mann demnach auf Arabisch zum Anschlag im Berliner Tiergarten und leistet abschließend einen Treueeid auf den IS.
Die Berliner Polizei hatte den CSD-Attentäter vor dem Anschlag am Samstagabend nach Spiegel-Informationen “wochenlang überwacht”. Beamte hätten dabei “heimlich sein Wohnhaus gefilmt und hörten sein Handy ab”. Mögliche Terrorpläne hätten sich jedoch nicht erkennen lassen.
Demgegenüber berichte die Süddeutsche Zeitung laut eigenen Recherchen, dass es noch in der ersten Maihälfte, also vor Ballouts Entlassung aus seiner Untersuchungshaft, laut SZ-Informationen “eine kurzfristig einberufene Sitzung des Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrums (GTAZ) in Berlin unter anderem zum Fall B. gegeben hat”. Die zuständigen Beamten der Sicherheitsbehörden, also der Polizei und der Nachrichtendienste, seien dabei zu dem Schluss gekommen, “es bestünde ein erhebliches Risiko, dass Abdul B. erneut ausreisen oder einen Anschlag begehen könnte”.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bestätigte laut Agenturmeldung, dass die Berliner Ermittler auf dem im Tatfahrzeug gefundenen Handy “ein mögliches Bekennervideo entdeckt haben”. Die Auswertung sei jedoch “noch nicht abgeschlossen”, wird er im Welt-Artikel zitiert. Zudem seien auch auf Datenträgern aus Ballouts Wohnung “Bezüge zur Terrormiliz ‘Islamischer Staat’ gefunden worden”.
Am Sonntagabend erschossen Berliner SEK-Kräfte den mutmaßlichen Amokfahrer nach stadtweiter Fahndung bei einem Zugriff in einer Gartenlaube in Berlin-Spandau.
Die Bundesanwaltschaft hatte am Sonntagabend die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Terroranschlag übernommen. Als oberste Anklagebehörde in Deutschland ist sie unter anderem für Fälle von islamistisch motiviertem Terrorismus zuständig. Nach dem Tod des Hauptverdächtigen kann es bei den Ermittlungen etwa noch um mögliche Mitwisser oder Unterstützer gehen.
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