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AKW Saporoschje: Lichatschow und Grossi beraten über angespannte Sicherheitslage

rtnews by rtnews
14/09/2026
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Das Kernkraftwerk Saporoschje steht seit Monaten unter zunehmendem Beschuss, die Versorgungslage an der Anlage bleibt angespannt. Am Rande der IAEA-Generalkonferenz in Wien haben nun die Chefs von Rosatom und der Atomenergiebehörde über die Sicherheit des Kraftwerks und die Lage in der Nachbarstadt Energodar beraten.

Der Chef des russischen staatlichen Energiekonzerns Rosatom, Alexei Lichatschow, und der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), Rafael Grossi, haben am Rande der 70. Generalkonferenz der IAEA in Wien über die nukleare und physische Sicherheit des Atomkraftwerks Saporoschje beraten.

Wie die Pressestelle des russischen Konzerns am Montag berichtete, sprach Lichatschow dabei von einer Eskalation der Lage rund um das Kraftwerk und rief die IAEA dazu auf, das Vorgehen der ukrainischen Streitkräfte gegenüber der Anlage und der benachbarten Stadt Energodar zu bewerten.

Lichatschow warf Kiew “eine systematische Jagd auf die Einwohner Energodars und Mitarbeiter des Atomkraftwerks” vor. Dem Rosatom-Chef zufolge wurden die Anlage und die Stadt binnen 4,5 Monaten mehr als 750-mal von ukrainischen Drohnen und durch Artilleriebeschuss angegriffen. In der Pressemitteilung heißt es:

“Seit Beginn der Eskalation sind 20 Menschen ums Leben gekommen, darunter neun Mitarbeiter des Atomkraftwerks. Mehr als 100 Menschen wurden zudem verletzt.”

Der Rosatom-Chef machte den IAEA-Generaldirektor auf die jüngsten Angriffe der ukrainischen Streitkräfte auf Tanklastwagen aufmerksam, die Treibstoff zum Kraftwerk transportierten. Zwei Menschen wurden dabei getötet, weitere wurden verletzt. Besonders betont wurde dabei, dass es sich um die Lieferung von Dieselkraftstoff gehandelt habe, der für die Gewährleistung der nuklearen Sicherheit der Anlage dringend benötigt werde.

In seiner Ansprache auf der Generalkonferenz der IAEA bestätigte Grossi, dass man die Lage am Atomkraftwerk Saporoschje keinesfalls als stabil bezeichnen könne. Er sagte:

“Seit Juni allein hat die Anlage zehnmal die externe Stromversorgung verloren. Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2022 ist das insgesamt 26-mal passiert. Die Notstromdiesel haben ihre Treibstoffreserven fast vollständig aufgebraucht. Die Lage am Atomkraftwerk Saporoschje bleibt weiterhin sehr fragil. Unsere Teams melden häufige Luftalarme und militärische Aktivitäten.”

Grossi bekräftigte sowohl die Verpflichtung des IAEA-Sekretariats als auch sein persönliches Engagement für die Zusammenarbeit mit Russland bei der Gewährleistung der Sicherheit des Kraftwerks und betonte seine Bereitschaft, den Dialog zu diesen Fragen fortzusetzen.

Als eigenständiges, aber wichtiges Thema wurde zudem kurz die seit mehr als vier Jahren andauernde Präsenz einer IAEA-Mitarbeitergruppe am Standort des Kraftwerks angesprochen. Lichatschow sagte, Russland schätze es sehr, dass sich Mitarbeiter des IAEA-Sekretariats an der Anlage aufhielten und sich dabei häufig selbst in Gefahr begäben. Zudem kündigte der Rosatom-Chef die 35. Rotation der IAEA-Inspekteure an, die diese Woche stattfinden werde.

Nach dem Treffen forderte Lichatschow die europäischen Staats- und Regierungschefs auf, sich von den ukrainischen Angriffen auf das Kraftwerk zu distanzieren. Diese zielten nach seinen Worten darauf ab, eine nukleare Bedrohung zu provozieren. Die Gefahr betreffe ganz Europa, da sich eine mögliche radioaktive Wolke bei entsprechendem Wind innerhalb von etwas mehr als zwei Tagen bis nach Wien ausbreiten könnte, warnte der Rosatom-Chef. Zugleich betonte Lichatschow, Rosatom werde alles dafür tun, einen sicheren Betrieb des Kraftwerks zu gewährleisten.

Mehr zum Thema – Rosatom-Chef appelliert an IAEA: Verantwortliche für Beschuss von Energodar beim Namen nennen



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Tags: akwAngespannteberatenGrossiLichatschowSaporoschjeSicherheitslageüberund
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