
Der ukrainische Journalist und Blogger Anatoli Scharij hat den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz in einem am Mittwoch veröffentlichten Video der Korruption bezichtigt. Merz habe das Angebot von Rüstungsproduzenten angenommen, den Bau von Langstreckendrohnen für die Ukraine zu finanzieren und im Gegenzug von ihnen monatlich 300 Millionen Euro zur Finanzierung des künftigen Bundestagswahlkampfs der CDU zu erhalten.
Wörtlich sagte Scharij:
“Urteilen Sie selbst: Es sitzt Merz (am Tisch), der dabei ist, alles zu verlieren, die ganze Unterstützung. Und er denkt sich: ‘Ich kann doch zum neuen Symbol der Nation werden, wenn ich sie zur früheren Größe führe”, zum Beispiel. Sie fragen wie? Ihm gegenüber sitzen vier Drohnenhersteller, vier Vertreter kolossaler Konzerne. Und sie sagen ihm: Du stellst uns für den Drohnenbau monatlich drei Milliarden Euro aus dem Riesenfonds zur Verfügung, in den Deutschland investiert. Wir bauen sie und überlassen sie Kiew. Von diesen drei Milliarden werden sofort 10 Prozent abgezweigt … 300 Millionen monatlich, das sind wieder mehr als drei Milliarden im Jahr. Und damit, sagen sie Merz, werden wir bei den nächsten Bundestagswahlen siegen. Wir werden das Geld in deinen Wahlkampf investieren.”
Monatlich, so Scharijs Berechnungen, werden auf diese Weise täglich 1.000 Langstreckendrohnen für die Ukraine hergestellt. Dem Journalisten zufolge könne die Produktion noch auf bis zu 3.000 Drohnen täglich gesteigert werden, was zu vielen Toten im russischen Kernland führen könne. Das Schicksal der Ukraine sei den Beteiligten dabei völlig egal, so Scharij, Vergeltungsaktionen Russlands würden bewusst in Kauf genommen.
Ob diese Behauptungen des ukrainischen Journalisten wahr sind, lässt sich aktuell nicht unabhängig überprüfen. Es besteht seit längerem der Verdacht, dass dem seit 2013 im spanischen Exil lebenden Scharij Insiderinformationen von einem ukrainischen und/oder einem oder mehreren westlichen Geheimdiensten zugespielt werden. Seine Exklusivberichte erweisen sich häufig als wahr, es ist aber auch schon vorgekommen, dass er bewusst zu Provokationszwecken in Umlauf gebrachte Falschinformationen verbreitete.
Auffällig ist auch, dass er die ihm zugespielten Informationen zum Drohnenfund auf dem Flughafen Leipzig-Halle Anfang August exakt einen Tag nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt publik gemacht hat. Das entspricht dem Vorgehen von Geheimdiensten, die die Überlassung von Exklusivinformationen häufig mit klaren Vorgaben für den Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung verbinden. Wie berichtet, hat Scharij am Montag die Aussagen eines Flughafenmitarbeiters veröffentlicht, der behauptet, die Drohne sei ohne Sprengstoff aufgefunden worden und dass die Polizei sowie ein Fernsehteam nach einer verdächtig kurzen Zeit nach der Erstmeldung vor Ort waren.
Auch am Mittwoch bekräftigte Scharij in dem Enthüllungsvideo über Merz seine Überzeugung, dass der Drohnenfund auf dem Flughafen Leipzig-Halle eine Aktion des ukrainischen Militärgeheimdienstes GUR unter falscher Flagge gewesen sei:
“Es waren nicht die Drohnen (die Russland verwendet), da rückten verdächtig schnell sämtliche Dienste an, als hätten sie direkt vor den Toren schon gewartet, da fliegen nicht zum ersten Mal derartige kleine Drohnen herum, an die du mitnichten einen Sprengsatz hängen kannst. Und so weiter, und so weiter, und so weiter. Das ist meine persönliche Meinung, unbeschadet der Tatsache, dass es auch in der Russischen Föderation genug Idioten gibt. Aber der letzte Typ, den sie verhaftet haben, der mit Böllern Stromleitungen oder was das war sprengte, erwies sich als ein 48 Jahre alter Klimaaktivist. Klimaextremist. So wie üblich ein Deutscher natürlich. (…) Wir gehen weiterhin ernstlich davon aus, dass es (in Leipzig) eine Operation des GUR unter falscher Flagge war.”
Dem Noch-Bundeskanzler unterstellt Scharij indes nicht so sehr ein Bereicherungsmotiv seines verdeckten Krieges gegen Russland. Merz sei überzeugt, dass Russland in dem laufenden Krieg besiegt werden könne und hoffe, so der Journalist ausdrücklich, auf 5 Billionen Euro Reparationen von Russland. Dann gehe er in die Geschichte als der “Führer der Nation” ein, der es “den verdammten Russen” für die Niederlage im Zweiten Weltkrieg habe heimzahlen können.
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