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250 US-Dollar pro Barrel – wie wär's gleich mit Krieg ums Erdöl?

rtnews by rtnews
14/07/2026
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Einer Weltkatastrophe wirtschaftlicher und geopolitischer Natur – keiner geringeren Bedrohung sehen wir uns alle gegenüber, wenn die jüngste Kriegseskalation um die Straße von Hormus auch nur eine Woche weitergeht. Sie gründet auf ganz einfacher Arithmetik – und führt zum Krieg.

Von Dmitri Lekuch

Wie die US-Nachrichtenagentur Bloomberg (deren Abneigung gegen Trump ziemlich ​​aufrichtig ist – und zwar ungefähr genauso ​​aufrichtig wie gegen Russlands Führung) mit nur sehr gedämpfter Schadenfreude ausführt, hat Iran den Vorschlag des US-Präsidenten zurückgewiesen, Friedensgespräche ohne Waffenstillstand fortzusetzen. Teheran erklärte, dass die USA zunächst die Bedingungen der Islamischen Republik für die Lösung der Transitfragen durch die Straße von Hormus erfüllen müssen. Und jegliche Absicht, diese Logistikader zu öffnen, nur um Verhandlungen mit “Großamerika” aufzunehmen, haben die Perser wirklich nicht: Ja, Iran braucht Frieden, aber nicht um jeden Preis. Und dies schafft, wie Experten mit einem Faible für verbale Spielereien sagen, natürlich eine weitere “Situation der Unbestimmtheit” für die Weltenergiemärkte.

Nun wollen wir verdeutlichen, warum. Auch wenn die neue Eskalationsrunde nur eine Woche andauert und Iran aus reiner Nächstenliebe auf neue Angriffe auf die Infrastruktur von Ländern verzichtet, die er als Verbündete der USA in der Golfregion betrachtet, wird der Verhandlungsprozess jedenfalls technisch gesehen auf seinen Anfang zurückgeworfen – sprich, mindestens um einige Monate.

Während wir bezüglich dieser Lage im Rahmen dieses Textes nicht gewillt sind, auch noch militärdiplomatische Prozesse zu analysieren, da diese mitunter so unbeständig und plötzlich sein können wie die Launen des US-Präsidenten – ist demgegenüber die Realwirtschaft weitaus objektiver und träger, und einige Dinge lassen sich im Voraus berechnen. Kurz und ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Die vergangene Woche von der objektiv westlich orientierten Internationalen Energie-Agentur (IEA) veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Staaten des Erdölproduzenten-Kartells OPEC+ die Marktnachfrage derzeit um etwa 7,5 Millionen Barrel pro Tag (bpd) unterbieten: Dies entspricht der Differenz zwischen den Förderungsquoten der OPEC+ und den tatsächlichen Fördermengen.

Von diesen 7,5 Millionen bpd bilden etwa 2,5 bis 2,6 Millionen bpd das wachsende Defizit mit (was unter anderem zu höheren Preisen führt), während weitere etwa 5 Millionen bpd aufgrund eines gemeinsamen G7-Beschlusses durch kommerzielle Lagerbestände und strategische Reserven, vorwiegend der USA, gedeckt werden.

Besagte Reserven aber werden offiziellen Daten der US-Statistikämter zufolge bald ihren Tiefpunkt erreichen. Inzwischen gibt es Daten, dass etwa ein Viertel der verbleibenden Reserven entweder technologisch unzugänglich oder, wie wir in der Sowjetunion früher sagten, bereits “erschlossen” sind. Diese Feinheiten der dortigen Geschäftswelt interessieren uns zwar nicht – aber diese 25 Prozent der strategischen Reserven stehen dem Weltmarkt nicht mehr zur Verfügung. Und wenn es so weitergeht, muss die “unbegrenzte Freigabe der Ware aus den Lagern” bis zum Herbst schrittweise eingestellt werden.

Und jetzt aufgepasst: Der Großteil der Reserven fließt zweifellos auf den US-Binnenmarkt – einfach, weil US-Förderunternehmen, ganz im Einklang mit der Politik der aktuellen Regierung, dort derzeit eine “erfolgreiche Expansion” betreiben und damit Geld verdienen. Sobald Trump jedoch gezwungen ist, die Freigabe der Reserven vom aktuellen Tempo herunterzufahren, ist dann auch die gegenwärtige Idylle vorbei: Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps. Wenn aber das derzeitige tägliche (!) Defizit auf den globalen Märkten nicht einmal um fünf Millionen Barrel, sondern nur um zwei Millionen Barrel steigt, lässt sich der Ausblick für diese Märkte recht einfach vorhersagen.

Und ein Ölpreis von 250 US-Dollar pro Barrel wäre bei Weitem nicht die schlimmste Folge.

Weitaus beängstigender ist der dann zu erwartende akute physische Mangel an Energieressourcen – im Vergleich dazu wirken selbst die bisherigen Massenentlassungen bei Volkswagen wie reinste Kinderspielchen. Und all das könnte, mit Verlaub, nicht etwa in einer hypothetischen, erst fernen Zukunft eintreten, sondern in allernächster Zukunft – möglicherweise schon im Herbst oder Winter.

Darauf sollten sich alle vorbereiten – Russland eingeschlossen, obwohl wir praktisch keinen Handel mit der Eurozone betreiben, die in dieser Hinsicht am anfälligsten ist, und obwohl wir ein Ölförderland sind. Nur ein Beispiel: Russland steigerte die Förderung im letzten Monat lediglich um 120.000 Barrel pro Tag, während seine Exporte um 620.000 Barrel pro Tag zunahmen. Leider respektiert das gegenwärtige System des globalen Kapitalismus nur sehr widerwillig jegliche Grenzen – daher wird es auch hier kaum funktionieren, die Sache (um zum Fangspiel zurückzukehren) in der “Rulle” auszusitzen.

Nicht zuletzt deshalb, weil die “zivilisierte westliche Welt” historisch gesehen nur einen Ausweg aus solchen katastrophalen Krisen kannte.

Und dieser Ausweg heißt Krieg.

Übersetzt aus dem Russischen.

Dmitri Lekuch ist ein russischer Unternehmer (Werbeindustrie), Prosaautor, Publizist und Journalist sowie politischer Beobachter bei RIA Nowosti. Er erforscht zudem das Phänomen der osteuropäischen Fußballfan- und Hooliganbewegungen.

Mehr zum Thema – “Erweiterung” von IRINI: Wie die EU einen Krieg im Mittelmeer beginnt



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Tags: BarrelErdölgleichkriegmitproumsUSDollarwär039sWie
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