
In kollegialer Zusammenarbeit berichten das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) und das Spiegel-Magazin die Gedanken des Vorsitzenden des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) im Bundestag, Marc Henrichmann (CDU). Dieser wurde von der RND-Redaktion dazu befragt, welche Informationen und Gerüchte der Politiker “für einen hybriden Angriff auf Spanien – und die EU” präsentieren könne.
In der RND-Artikeleinleitung heißt es dazu mehr als erkenntnisreich, dass es “Indizien” für die Dynamiken in der Enklave gebe, dass “das kein Zufall war, sondern Marokko oder Russland dahinterstecken – oder beide”. Das Abschlussresümee lautet dann wörtlich, “doch der letzte Beweis fehlt.”
Die Spiegel-Redaktion ergänzt orakelnd fragend zum Thema, ob es möglicherweise “Zufall war, waren es Falschinformationen, die einen Dominoeffekt auslösten – oder war es orchestriert?”
Eine bestätigende Antwort wurde demnach von dem CDU-Experten Henrichmann erhofft. Dazu zitiert der RND-Artikel, dieser habe zu Protokoll gegeben, dass die Ereignisse “undurchsichtig sind und bleiben.” Eine Ursache “könnten” die Spannungen zwischen Spanien und Marokko sein, auf die Marokko jetzt wie bereits im Jahr 2021 durch den gesteuerten Ansturm reagiert habe, so Henrichmann. Es “könnten” jedoch “ebenso gut Schleuserbanden verantwortlich” sein, um dann wörtlich seine These mit der Erklärung zu beenden:
“Und schließlich könnte zutreffen, was die Ukrainer sagen: Dass Russland den Ansturm durch Social Media Bots initiiert hat, um die EU unter Druck zu setzen. An einer Destabilisierung Europas könnten vor allem Russland und seine Proxys ein Interesse haben.”
Zu seinem Bedauern muss der CDU-Politiker gestehen, dass im Gesamtbild “aber die Smoking Gun noch fehlt.” Er sprach daher laut Artikel “von einem neuen Warnschuss, den man ernst nehmen müsse.”
Zum Gerüchtelieferanten erklärte der Artikel zuvor, dass laut dem ukrainischen Außenminister Andrei Sibiga “die Empörungswelle” in den sozialen Medien zu den Bilder aus Ceuta “offenbar gezielt von Russland gesteuert wurde.” Der Kiewer Politiker veröffentlichte als vermeintlichen Beweis auf X “Daten zu einer großangelegten russischen Propagandakampagne in ganz Europa”. Demnach, so der RND-Artikel, sei die Migrationskrise in Ceuta genutzt worden, “um die EU zu destabilisieren”. Bereits 2021 hätten Moskau und Minsk gezielt Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten nach Belarus geholt, “damit diese in Polen eindringen und im Westen Unruhe schüren sollten.”
Der Tagesspiegel titelte dazu bereits vor drei Tagen:
“Hunderte Posts zur Ceuta-Krise: Ukraine bezichtigt Russland einer Propaganda-Kampagne.”
Der RND-Leser wird zudem daran erinnert, “nicht zu vergessen: Im Oktober 2025 gab es Berichte über einen Besuch des marokkanischen Außenministers Nasser Bourita bei seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow in Moskau.” Dabei wurde im Anschluss mehr als verräterisch für die Ereignisse in der Gegenwart mitgeteilt, “es seien internationale Themen von gemeinsamem Interesse besprochen worden – und man wolle die bilateralen Beziehungen auf eine neue Stufe heben.” Allerdings, ohne diesen Hinweis weiter zu erläutern.
Der Spiegel–Artikel zitiert dann noch weitere Aussagen des CDU-Experten, die sich so wiederum nicht im RND-Artikel finden. “Wir müssen auf jeden Fall von Balten, Polen und Skandinaviern lernen, wenn es um die Aufdeckung der Hintergründe solcher Aktionen geht”, erklärte demnach Henrichmann und weiter: “Sie kennen Migration als Waffe schon lange.”
Das Geschehen rund um die spanisch-marokkanische Grenzregion würde daher aktuell erneut beweisen, so Henrichmann abschließend, “dass man durch gezielte Desinformationen eine Riesenwirkung erzielen kann”, wer auch immer dabei ursprünglich verantwortlich ist.
Ausgehend von den Ereignissen würden daher die EU-Innenminister deshalb am Dienstag “zu einer Dringlichkeitssitzung per Videoschaltung zusammenkommen”, so Spiegel-Informationen.
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