
In einem knapp halbstündigen Interview mit dem konservativen Sender Real America’s Voice bekräftigte US-Präsident Trump die US-amerikanischen Ansprüche auf Grönland. Auf die Aussagen von Moderator Steve Gruber (Minute 12:18): “Sie haben auch weiterhin Grönland im Blick? Ich habe in dieser Sendung die Prognose abgegeben, dass Grönland noch vor dem Ende Ihrer Amtszeit unter unserer operativen Kontrolle stehen würde. Es ist doch nach wie vor unglaublich wichtig für die Verteidigung der westlichen Hemisphäre, oder?”, antwortete Trump bestätigend.
Gruber habe recht mit seiner Annahme, meinte Trump und betonte die Bedeutung Grönlands für die USA. Wörtlich erklärte Trump gegenüber dem Moderator: “Diese Wette sollten Sie tatsächlich abschließen”, und setzte sich mit diesen Andeutungen selbst eine Frist für den Erwerb der Arktis-Insel.
Trumps Amtszeit wird spätestens am 20. Januar 2029 mit der Ablegung des Amtseides seines Nachfolgers enden. Eine dritte Amtszeit ist für US-Präsidenten laut dem 22. Verfassungszusatz nicht vorgesehen, auch wenn Trump zuweilen mit einer erneuten Kandidatur für das Präsidentenamt zu liebäugeln scheint.
Dieses Mal jedoch antwortete Trump eher ausweichend auf Grubers Frage (Minute 20:50) nach einer dritten Kandidatur für das US-Präsidentenamt im Jahr 2028. Trump meinte, er würde gerne der nächste im Amt sein, da dieser “wie ein Supergenie dastehen” und die Lorbeeren für den Wiederaufbau des Landes einheimsen wird. Dabei verwies er auf das historische Beispiel von US-Präsident William McKinley (Präsident in den Jahren 1897 bis 1901), dessen Leistungen seinem Nachfolger Theodore Roosevelt zugeschrieben worden seien.
Demnach müsste Grönland nach Trumps Einschätzung noch vor dem Jahr 2029 unter US-amerikanische Kontrolle kommen. Die Trump-Administration betrachtet den Erwerb Grönlands als essenziell für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten und nimmt dafür auch Verwerfungen mit den europäischen Verbündeten in Kauf.
Die USA besitzen bereits einen Militärstützpunkt auf Kalaallit Nunaat, wie die Grönländer ihre Insel nennen, die Pituffik Space Base (früher: Thule Air Base). Der Zweck dieser militärischen Anlage dient unter anderem der Überwachung von Raketenstarts und Weltraumaktivitäten. Auch hatte die US-Regierung im Januar dieses Jahres vor einer angeblichen Gefahr einer Annexion Grönlands durch Russen oder Chinesen gewarnt.
Die Einwohner der rohstoffreichen Insel lehnen Trumps Annexionspläne größtenteils ab. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Verian von Anfang 2025, die von der Zeitung Berlingske in Auftrag gegeben worden war, wünscht zwar eine Mehrheit von 56 Prozent der Grönländer die Unabhängigkeit von Dänemark – zugleich verweigert aber eine deutliche Mehrheit von 85 Prozent den Beitritt zu den Vereinigten Staaten.
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