
Gestern Abend meldete das Zentralkommando der US-Streitkräfte (CENTCOM) in der Region, dass das US-amerikanische Militär am 26. Juni erneut Angriffe auf Iran durchgeführt habe. Es handelte sich demnach um Luftangriffe gegen iranische Raketen- und Drohnenlagerstätten. Auch Radaranlagen an der Küste seien Ziel der Angriffe durch US-Flugzeuge gewesen.
Das CENTCOM veröffentlichte auf der Plattform X ein entsprechendes Video von der Attacke. Iranische Medien berichten, dass zwei Geschosse auf einen Telekommunikationsmasten in der Hafenstadt Sirik eingeschlagen seien.
Damit setzen sich die Kämpfe trotz eines kürzlich vereinbarten Rahmenabkommens zwischen den USA und Iran fort. Wie der Sender CNN unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten US-Beamten berichtete, sei es von US-amerikanischer Seite nicht geplant, zu größeren Kampfhandlungen zurückzukehren.
Als Begründung für den Angriff nannte das CENTCOM eine iranische Drohnenattacke auf ein Handelsschiff, das dabei war, die Straße von Hormus zu passieren. Am vergangenen Donnerstag hatte Iran das unter der Flagge von Singapur fahrende Frachtschiff M/V Ever Lovely mit einer Einweg-Angriffsdrohne getroffen. Man betrachte das Vorgehen der iranischen Streitkräfte als “klaren Verstoß” gegen den Waffenstillstand, erklärte die US-amerikanische Seite. Iran verletze damit die Freiheit der Schifffahrt.
Von der iranischen Seite ist wiederum zu hören, dass die iranischen Streitkräfte als Vergeltung für den US-Angriff mehrere Stützpunkte der US-Armee in der Golf-Region angegriffen haben. Es bleibt unklar, welche Stützpunkte Iran beschossen hat. Eine Bestätigung des iranischen Gegenangriffs durch das US-Militär blieb aus.
US-Vizepräsident JD Vance repostete nach dem Angriff die Stellungnahme des US-Militärs auf X und kommentierte:
“Gewalt wird mit Gewalt beantwortet.”
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars News Agency droht die Marine der Revolutionsgarden mit einer “umfassenderen Antwort”, sollte sich die US-amerikanische Aggression fortsetzen.
Die Vorgehensweise der gegenseitigen Nadelstiche am Persischen Golf könnte sich also weiterhin fortsetzen. Zumindest solange Uneinigkeit darüber herrscht, wer die Durchfahrt durch die Wasserstraße von Hormus regeln darf.
Mehr zum Thema – Iran greift Frachtschiff an – Trump-Deal zur Öffnung der Hormus auf dem Prüfstand







