Der Brite James Scott Rhys Anderson war im November mit ukrainischen Streitkräften in das Grenzgebiet Kursk eingedrungen und wurde dort gefangen genommen. Nun wurden gegen den Mann Ermittlungen eingeleitet, unter anderem wegen des Verdachts auf Terrorismus und Söldnertum. Beide Straftatbestände können mit einer Freiheitsstrafe von 15 bis 20 Jahren geahndet werden. Nach Angaben eines Bezirksgerichts in Kursk wurde gegen den in Banbury, Oxfordshire, geborenen Anderson vorerst Untersuchungshaft verhängt.
Nach Angaben des Gerichts fand die Sitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Der 22-Jährige hatte in einem am Wochenende von russischen Medien veröffentlichten Video erklärt, er sei unter Zwang in die Grenzregion Kursk gebracht worden. Man habe ihm Pass und Handy abgenommen und ihn gegen seinen Willen gezwungen, an der Offensive teilzunehmen. Er habe sich der Internationalen Legion der Ukraine angeschlossen, nachdem er seine Arbeit verloren und im Fernsehen Berichte über den Krieg gesehen habe. Er sei zunächst ins polnische Krakau geflogen und von dort mit dem Bus an die ukrainische Grenze gefahren. Die Aufnahmen zeigen einen bärtigen Mann in Militäruniform, dessen Hände gefesselt sind und der auf Englisch spricht.
🇷🇺⚔️ British merc captured in the Kursk as viral video, Sunday reveals. ⚡️ James Scott Rhys Anderson, 22, former communications specialist for the British Army 1 Signal Brigade says he was kicked out of the army and he found his way to Ukraine. 🕵️♂️ Russian military… pic.twitter.com/y9QVGQRXHN
— Real Global News (@FelastoryMedia) November 24, 2024
Juri Podoljaka, ein Militärblogger, schrieb auf Telegram, Anderson sei in der Nähe des Dorfes Plechowo bei Kursk gefangen genommen worden.
Sein Vater sagte der Daily Mail, er habe seinen Sohn abhalten wollen, in die Ukraine zu gehen. Der junge Mann sei aber überzeugt gewesen, das Richtige zu tun. Der Vater äußerte die Befürchtung, dass sein Sohn gefoltert werden könnte. “Ich habe ihn sofort gesehen. Er sah ängstlich, verängstigt und besorgt aus”, fügte er hinzu.
Der britische Außenminister David Lammy bekräftigte, dass Großbritannien alles tun werde, um Anderson zu unterstützen.
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