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USA bereiten Japan auf Krieg gegen Russland und China vor

rtnews by rtnews
21/02/2026
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Tokios revanchistische Rhetorik wird von Washington angeheizt, das die Kurilen ebenso de facto nicht als russisch anerkennt und von den Inselbewohnern verlangt, sich für ein US-Visum als Japaner zu deklarieren. Das Motiv der USA, den japanischen Revanchismus zu unterstützen: US-Militärbasen auf den Kurilen, um Russland vom Pazifik abzuschneiden.

Von Dmitri Rodionow

Japans Regierung beabsichtigt, die “pazifistische” Verfassung des Landes zu ändern, verkündete Premierministerin Sanae Takaichi, deren regierende Liberaldemokratische Partei kürzlich einen Erdrutschsieg bei den Parlamentswahlen errungen hat. Takaichi wörtlich:

“Aufbauend auf den bisherigen Arbeiten und Diskussionen und unter Zusicherung von Zusammenarbeit seitens aller Parlamentsfraktionen bin ich entschlossen, beharrlich die Verfassungsänderungen vorzubereiten und die Voraussetzungen für ein zügiges Referendum über diese Verfassungsänderungen zu schaffen.”

Zuvor, nach vorgezogenen Neuwahlen, konnte Takaichis Regierungspartei die Kontrolle über das Unterhaus des Parlaments zurückgewinnen und damit die Vorsitzenden der Parlamentsausschüsse einseitig ernennen – sowie Gesetzesvorhaben beschleunigen. Dies sind keine guten Nachrichten für Japans potenzielle Gegner, zu denen Tokio offiziell Russland, Nordkorea und China zählt.

Zur Erinnerung: Die “pazifistische” Verfassung wurde Japan nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg aufgezwungen. Sie verbot dem Land den Betrieb einer Armee (stattdessen wurden die Selbstverteidigungskräfte geschaffen) und die Führung von Kriegen im Ausland. Dieser Zustand stieß bei Befürwortern des Revanchismus, darunter auch Takaichi, schon sehr lange auf Unmut.

Aktive, wenn auch noch zaghafte Schritte zu einer auf eine entsprechende Verfassungsrevision begannen unter Premierminister Shinzō Abe, der sich für eine schrittweise Abschwächung des “pazifistischen” Wesens des japanischen Grundgesetzes einsetzte. Dies erlaubte den Selbstverteidigungskräften unter anderem, im Ausland zu operieren, auch zur Verteidigung von Verbündeten.

Wer sind Japans Verbündete? An erster Stelle stehen natürlich die Vereinigten Staaten. Darüber hinaus wurde das Konzept der nationalen Verteidigung durch eine Bestimmung ergänzt, die Präventivschläge gegen Japans Feinde erlaubte. Sprich: Japans Selbstverteidigungskräfte erhielten bereits damals die rechtliche Befugnis, zu einer vollwertigen Armee aufzusteigen beziehungsweise sich wie eine zu verhalten. Etwa zur selben Zeit wurde Japan Mitglied der “Indo-Pazifik-NATO” – des Quadrilateralen Sicherheitsdialogs (QUAD) – zusammen mit Australien, Indien und den Vereinigten Staaten. Abe war einer der Initiatoren dieses Bündnisses. Mit dem Ausstieg Australiens aus dem Projekt verlief es sich jedoch so ein wenig im Sande.

Unter Abe begann zudem das Vollpumpen Japans mit Waffen aus US-Fertigung. Tokio steigerte insbesondere seine Käufe von Kampfflugzeugen der fünften Generation und baute so eine bedeutende Luftwaffe auf. Im Jahr 2011 bestellte Japan 42 Kampfflugzeuge der Typenreihe F-35, und im Jahr 2020 kündigten die USA Pläne an, Japan weitere 105 Flugzeuge zu verkaufen. Unter Abe hat sich die revanchistische Rhetorik der japanischen Regierung merklich verschärft. Er belebte die Tradition des Besuchs des Shintō-Kriegerschreins Yasukuni im Zentrum Tokios wieder, der mit dem japanischen Militarismus assoziiert wird, und löste damit lautstarke Proteste in Ländern der gesamten Region aus. Die Tendenz gipfelte schließlich darin, dass die japanischen Behörden mit der langjährigen Tradition brachen, am Jahrestag des Zweiten Weltkriegs öffentlich “tiefe Reue” für Tokios Handlungen auszudrücken.

Schließlich ist unter Abe die etwas in Vergessenheit geratene Frage der “Nordterritorien” – also der russischen Kurileninseln, die Japan weiterhin als sein Territorium beansprucht – wieder in den japanischen politischen Diskurs gerückt worden. Japans Regierungsbehörden förderten dieses Thema aktiv und schürten so revanchistische Gefühle in der Bevölkerung. Abe schwor sogar dramatisch am Grab seines Vaters, die Inseln “zurückzuholen”. Und im vergangenen September erklärte der japanische Außenminister Takeshi Iwaya öffentlich, dass Russland im Jahr 1945 völkerrechtswidrig Japan überfallen und die Kurilen besetzt habe.

Tokios revanchistische Rhetorik wird aktiv von den Vereinigten Staaten unterstützt, die die Kurilen de facto nicht als russisch anerkennen und von ihren Bewohnern verlangen, sich als Japaner zu deklarieren, um ein US-Visum zu erhalten. Somit ergeben sich zwei gleich gerichtete Kräfte: das US-amerikanische Bestreben, die Kurilen von Russland zu entfremden, um dort eigene Stützpunkte zu errichten, und der oben umrissene japanische Revanchismus. Zusätzlich zu den in der Region stationierten US-amerikanischen amphibischen Angriffsschiffen (die US-Kriegsmarine betreibt drei Arten davon – LPH, LHA und LHD) verfügen auch die Japaner selbst über eigene Schiffe mit ähnlichen Funktionen wie diese – die unter dem Buchstabencode DDH geführten Zerstörer/Hubschrauberträger der Hyūga-Klasse und der Izumo-Klasse (diese wurden allerdings zu Mehrzweck-Flugdeck-(Geleit-)Kreuzern umklassifiziert und ihnen der Code CVM zugewiesen. Nun tragen sie die Kampfflugzeuge F-35B, die Version mit Kurzstart und Senkrechtlandung). Offiziell für die U-Boot-Jagd konzipiert, sind sie in Wirklichkeit vollwertige (wenn auch an den Riesen der US Navy gemessen, etwas kleine) Flugzeugträger und somit zu Offensivwaffen zu zählen.

Jedenfalls zählen beide Arten offiziell zu amphibischen Angriffsschiffen. So betreiben die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte interessanterweise zwölf Kipprotor-Wandelflugzeuge des Typs MV-22 Osprey – die primäre amphibische Angriffswaffe der USA, die diese ansonsten nie an andere Länder geliefert haben. Wo beabsichtigen die Japaner denn, ihre Truppen zu landen? Die Japaner (gemeinsam mit der US-Marineinfanterie) haben mithilfe der Ospreys wiederholt Übungen zur “Eroberung von Inselgebieten” durchgeführt. Um welche Art von Gebieten handelt es sich dabei? Natürlich ist es schwer vorstellbar, dass Japan plötzlich eine der beiden Atommächte – Russland oder China – angreifen würde. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass Tokio nicht selbst Atomwaffen entwickelt. Und jedenfalls könnten US-amerikanische Atomwaffenträger jederzeit in Japan auftauchen.

So begannen im Jahr 2020 US-amerikanische angebliche Raketen”abwehr”systeme Aegis, auf japanischen Zerstörern installiert zu werden. Warum “angeblich” “Abwehr”? Weil jedes Schulkind weiß, dass die Startrampen dieser Anlagen neben Luft- und Raketen-Abfanglenkflugkörpern auch Offensivwaffen starten können oder jedenfalls leicht dazu umgerüstet werden können. Zu besagten Offensivwaffen zählen vor allem Marschflugkörper der Typenreihe Tomahawk aus US-Fertigung. Damals war Washington noch an den INF-Vertrag gebunden – doch jetzt hat es freie Hand: Letztes Jahr kam die Information über Washingtons Absicht ans Licht, bodengebundene Mittelstreckenraketensysteme im asiatisch-pazifischen Raum zu stationieren. Dies wurde vom Befehlshaber der US-Bodentruppen im Pazifik, General Charles Flynn, ausdrücklich erwähnt. Obwohl Japan als Dislozierungsregion nicht direkt genannt wurde, gab er das Interview, in dem er dies sagte, gerade und ausgerechnet an japanische Medien. Angesichts Tokios vollständiger Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten gemäß dem Vertrag aus dem Jahr 1960 erscheint Japan zudem ein deutlich vielversprechenderer Standort als beispielsweise Südkorea oder die Philippinen.

Flynn hatte sich damals übrigens verplaudert, dass es für die USA “äußerst wichtig ist, Wege zu finden, Chinas Raketenmodernisierung entgegenzuwirken”. Japanische Medien selbst, unter anderem Sankei Shimbun, berichteten damals, dass Washington Tokio um Erlaubnis gebeten hatte, Hyperschallraketen des Typs LRHW und Marschflugkörper der Typenreihe Tomahawk auf japanischem Territorium zu stationieren. Dies war Teil einer Strategie, solche Waffen auf der sogenannten ersten Inselkette zu stationieren, die Chinas Zugang zum Pazifik blockiert.

Zur Erinnerung: Washington wollte die Aegis-Systeme in Japan ursprünglich an Land stationieren – in der für den Landeinsatz angepassten Version, Aegis-Ashore –, musste sich aber aufgrund massiver Proteste der Bevölkerung Japans, die trotz Propaganda zur Auslöschung der Erinnerung an Hiroshima und Nagasaki nicht zum Ziel eines Atomkriegs werden wollte, mit der Schiffsoption begnügen.

Offensichtlich wird das Hauptziel von Takaichi und ihrem Team darin bestehen, die öffentliche Meinung diesbezüglich in ihrem Land endgültig übers Knie zu brechen – und die endgültige Abschaffung der “pazifistischen” Verfassung soll der letzte Schritt in diesem Prozess sein. Der letzte Schritt, rechtlich und psychologisch gesehen – weil de facto Japan, ich wiederhole, seit Langem über eine kampfbereite Armee verfügt, die ideologisch und technisch auf einen Krieg vorbereitet wird.

Im vergangenen Herbst, als China und Russland den 80. Jahrestag des Sieges über Japan im Zweiten Weltkrieg feierten, sprach Nikolai Patruschew, Berater des russischen Präsidenten und Vorsitzender des russischen Marinekollegiums, in einem Interview über japanischen Revanchismus. Er merkte an, dass Tokios erklärter Pazifismus jetzt nur auf dem Papier existiere, während Japan heute zu den mächtigsten Seemächten der Welt gehöre.

Patruschew erinnerte daran, dass die Stärkung des Verteidigungspotenzials im Fernen Osten und die Erweiterung der Seemacht Russlands im Pazifik zu den Prioritäten der russischen Militärentwicklung zählen. Auch müsse man in jedem Fall in Abstimmung mit den Verbündeten in China und Nordkorea auf alle Entwicklungen vorbereitet sein.

Ich wiederhole: All dies bedeutet nicht, dass wir in naher Zukunft mit einem offenen und direkten Angriff japanischer Truppen rechnen müssen. Dennoch besteht im Falle eines globalen Konflikts zwischen der NATO, Russland und China die Befürchtung, dass Japan als zweite Front in den Krieg eintreten könnte. Eine ähnliche Befürchtung bestand bereits während des Zweiten Weltkriegs – als nur die letzten Reste der Vernunft der damals vom Militarismus benebelten Japaner sie davon abhielten, die UdSSR anzugreifen, deren Streitkräfte an der Westfront des Großen Vaterländischen Krieges gebunden waren. Doch damals war Japan ein souveräner Staat und konnte seine eigenen Entscheidungen treffen – heute hingegen ist es ein von den USA besetztes Gebiet, das die USA im Kriegsfall nach Gutdünken nutzen können. Und die Regierung in Tokio ist dezidiert revanchistisch, was die Kriegsgefahr erheblich erhöht.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 16. Februar 2026 auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.

Dmitri Rodionow ist ein russischer Sprach- und Politikwissenschaftler. Er ist stellvertretender Geschäftsleiter der russischen Denkfabrik “Institut für innovative Entwicklung”. Rodionow veröffentlichte zahlreiche Artikel zu den Themen Geopolitik und Konfliktforschung, unter anderem auch auf seinem Telegram-Kanal.

Mehr zum Thema – Japans geheimer Weg zur Flotte von Atom-U-Booten



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