
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am vergangenen Wochenende wegen eines Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Ein US-Mediziner, der im Rahmen seiner Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo tätig war, wurde am Sonntag nach ersten Symptomen positiv getestet. Die US-Gesundheitsbehörde CDC (“Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention”) bestätigte nun auf einer Pressekonferenz, dass der Mann “zur Behandlung und Pflege” nach Deutschland ausgeflogen wurde. Zudem seien sechs Kontaktpersonen mit “hohem Ansteckungsrisiko” nach Deutschland gebracht worden.
Eine christliche Missionsorganisation teilte laut US-Medien bereits am vergangenen Wochenende in einer Online-Mitteilung mit, dass sich ein US-amerikanischer Mediziner bei seiner Arbeit in einem Krankenhaus im Kongo mit dem Ebola-Virus infiziert und erste Symptome entwickelt habe. Daraufhin kamen erste Medienberichte auf, wonach der Betroffene nicht in die USA, sondern nach Deutschland ausgeflogen werden könnte (RT DE berichtete).
Auf einer gestrigen CDC-Pressekonferenz zum Thema “Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda” bestätigte schließlich Dr. Satish K. Pillai, stellvertretender Direktor der Abteilung für Katastrophenvorsorge und neu auftretende Infektionskrankheiten beim CDC, dass ein US-Amerikaner nach Deutschland ausgeflogen wurde. Zu den Gründen erklärte Pillai:
“Das CDC arbeitet eng mit dem Außenministerium zusammen, um den Amerikaner zur Behandlung und Versorgung nach Deutschland zu bringen und andere Personen aus dem engen Kontaktkreis zur Überwachung ebenfalls nach Deutschland zu verlegen, da dort bereits Erfahrung in der Versorgung von Ebola-Patienten vorliegt und die Flugzeiten deutlich kürzer sind. So können wir diese Personen schnell an die Behandlungsorte bringen.”
Ein Focus-Artikel erklärt zur Lage in Deutschland und zur Kommunikation der US-Behörde, dass zur Nationalität der Kontaktpersonen des infizierten US-Amerikaners “keine Angaben gemacht wurden”. Auch zum genauen Behandlungsort in Deutschland gebe es bislang keine Informationen. WHO-Experten würden das Risiko “für eine großflächige Ausbreitung in Europa als gering einschätzen”, berichtet die Süddeutsche Zeitung ergänzend.
Der CDC-Direktor erklärte auf der Pressekonferenz lediglich vorläufig zur Überführung der Gruppe nach Deutschland:
“Wir möchten unseren deutschen Kollegen sowie den Gesundheitsministerien der Demokratischen Republik Kongo und Ugandas danken, die zur Ermöglichung dieser Maßnahme beigetragen haben. Ich möchte Sie daran erinnern, dass die Lage nach wie vor sehr unbeständig ist, und wir werden Sie weiterhin auf dem Laufenden halten, sobald wir mehr erfahren.”
Der US-amerikanische Mediziner habe laut US-Medien seit 2023 im Kongo gearbeitet. Der Arzt sei positiv auf die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus getestet worden, nachdem er einen Patienten im Nyankunde-Krankenhaus in der Stadt Bunia behandelt hatte. Seine Frau, ebenfalls Ärztin, sei derzeit symptomfrei. Ob sie zu der Gruppe der ausgeflogenen Kontaktpersonen gehört, ist bislang unbekannt.
Der jüngste Ebola-Ausbruch begann nach Angaben afrikanischer Gesundheitsbehörden vermutlich in der dritten Aprilwoche, wurde der WHO jedoch erst Anfang Mai offiziell gemeldet.
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