
Die Türkei erwägt nach Angaben einer türkischen diplomatischen Quelle verschiedene mögliche Schritte, die im Falle eines militärischen Konflikts zwischen Iran und den Vereinigten Staaten ergriffen werden könnten. Diese Bewertung erfolge vor dem Hintergrund wiederaufgenommener Verhandlungen zwischen Washington und Teheran sowie einer verstärkten Militärpräsenz der USA im Nahen Osten.
Iran habe damit gedroht, Stützpunkte der USA in der Region anzugreifen, falls es selbst angegriffen werde, erklärte der iranische Außenminister. Jedoch sei zugleich ein diplomatisches Abkommen mit den USA weiterhin möglich, wenn Diplomatie im Vordergrund stehe.
Als Mitglied der NATO, das an Iran grenzt, lehnt die Türkei jede militärische Intervention und eine Destabilisierung der Region entschieden ab. Ankara steht sowohl mit Washington als auch mit Teheran in Kontakt, um die Spannungen zu entschärfen, und setzt sich für eine diplomatische Lösung ein.
Eine türkische Quelle betonte gegenüber Reuters, dass der Schutz der eigenen Staatsbürger im Vordergrund stehe und alle erdenklichen Szenarien durchdacht würden, ohne dabei die Souveränität des Irans zu verletzen. Konkrete Maßnahmen wurden nicht genannt. Zuvor hatte das Präsidialamt der Türkei einen Bloomberg-Bericht zurückgewiesen, wonach das Land plane, im Falle einer Flüchtlingskrise iranisches Territorium zu betreten.
Die Türkei plant schon seit Ende Januar nach Informationen von Middle East Eye, im Falle eines Worst-Case-Szenarios und eines Zusammenbruchs der Regierung in Teheran eine Pufferzone auf der iranischen Seite der Grenze einzurichten.
Hohe Beamte des türkischen Außenministeriums informierten seinerzeit in einer nicht öffentlichen Sitzung im Parlament Abgeordnete darüber, dass Ankara sich auf mehrere mögliche Szenarien im Zusammenhang mit Iran vorbereite.
Einer der Teilnehmer sagte damals, türkische Vertreter hätten den Begriff “Pufferzone” verwendet, um Ankaras Absicht zu beschreiben, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um eine weitere Flüchtlingswelle ins Land zu verhindern. Ein zweiter Teilnehmer erklärte jedoch, die Beamten hätten den Ausdruck “Pufferzone” nicht ausdrücklich benutzt, aber ihre Bereitschaft signalisiert, über die üblichen Maßnahmen hinauszugehen.
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