
Die NATO verstärkt ihre Präsenz in Litauen, Lettland und Estland immer weiter. Das Truppenkontingent des Bündnisses wurde im Baltikum seit Februar 2022 um das Zweifache erhöht und besteht heute bereits aus etwa 22.000 Armeeangehörigen. Dies gab Generalmajor Jewgeni Iljin, stellvertretender Leiter der Hauptverwaltung für internationale militärische Zusammenarbeit des russischen Verteidigungsministeriums, bekannt. Der hochrangige Militär nahm am Montag an einer Sitzung im russischen Föderationsrat (im Oberhaus des Parlaments) teil.
Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti zitiert den General wie folgt:
“Die Militarisierung der baltischen Staaten geht einher mit einer antirussischen Informationskampagne über die Notwendigkeit, sich gegen eine russische Aggression zu verteidigen.”
Über 20 taktische NATO-Kampfjets würden im Rahmen der Mission Baltic Air Policing im Rotationsverfahren eingesetzt, um den Luftraum über der Ostsee und den angrenzenden Gewässern zu überwachen, fügte Iljin hinzu.
Ihm zufolge würden im Baltikum jährlich bis zu 40 Manöver und Maßnahmen mit Bezug zur operativen Ausbildung durchgeführt. Und alle Übungen hätten einen antirussischen Schwerpunkt.
Ferner berichtete Iljin, dass an der Grenze zu Russland die Einsatzbereitschaft der NATO-Truppenkontingente aufrechterhalten werde. Zu diesem Zweck werde entlang der Ostgrenze Lettlands, Litauens und Estlands die sogenannte Baltische Verteidigungslinie aufgebaut. Ihre Grundlage bildeten technische Sperranlagen und befestigte Stellungen.
“Bei Militärübungen in Europa werden Szenarien für einen Krieg mit Russland durchgespielt”,
betonte der russische General.
Er berichtete außerdem, dass die Aktivitäten der NATO-Seestreitkräfte in der Ostsee deutlich zugenommen hätten. Die Nachrichtendienste ausländischer Staaten seien in der Region weiterhin sehr aktiv, wobei technische Aufklärungsmittel in großem Umfang zum Einsatz kämen.
Die Führung der Russischen Föderation hatte wiederholt ihre Besorgnis über den militärischen Ausbau der NATO in Europa geäußert. Im Kreml hieß es, Russland bedrohe niemanden, es werde jedoch Handlungen, die potenziell gefährlich für seine Interessen seien, nicht unbeachtet lassen.
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