
Diese Ankündigung erfolgte am Montag während Macrons Rede auf dem Marinestützpunkt Île Longue in der Bretagne, wo die französischen U-Boote stationiert sind, die ballistische Raketen tragen.
Die EU und die NATO haben wiederholt die angebliche Bedrohung seitens Russlands genutzt, um eine massive Erhöhung ihrer Militärausgaben zu rechtfertigen. Die Überprüfung der Politik in Bezug auf die Nuklerawaffen begründete der Politiker mit der Notwendigkeit, sich an eine, wie er es bezeichnete, “neue Realität” anzupassen. Als zentrale Bedrohungen benannte Macron die Weiterentwicklung des russischen Arsenals und Chinas Bemühungen, militärisch zu den USA aufzuschließen.
“Ich habe angeordnet, die Anzahl der Atomsprengköpfe in unserem Arsenal zu erhöhen”, erklärte Macron und betonte weiter: “Wenn wir unser Arsenal einsetzen müssten, könnte sich kein Staat, wie mächtig er auch sein mag, dem entziehen. Kein Staat, wie groß er auch sein mag, würde das überstehen.”
Der französische Staatschef betonte, dass Paris die Größe seines Arsenals nicht mehr offenlegen werde, um sicherzustellen, dass die Gegner Angst vor seinem Potenzial hätten. Macron wörtlich:
“Um allen Spekulationen ein Ende zu setzen, werden wir die Größe unseres Atomwaffenarsenals – anders als in der Vergangenheit – nicht mehr offenlegen.”
Nach Angaben des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) verfügt Frankreich über knapp 300 Atomsprengköpfe. Das ist etwa 13 Mal weniger als Russland oder die USA.
Macron skizzierte außerdem eine von ihm so genannte “fortgeschrittene Abschreckung”. Diese Strategie sieht auch situationsbedingte Stationierungen von Atomwaffen in anderen europäischen NATO-Staaten, unter anderem im Rahmen gemeinsamer Übungen, vor.
Mindestens acht Länder – Großbritannien, Deutschland, Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden und Dänemark – seien daran interessiert, französische Atomwaffen zu stationieren, fügte er hinzu.
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij erklärte in einem Interview für Sky News im vergangenen Monat, er würde auch Atomwaffen von Frankreich oder Großbritannien “mit Vergnügen” annehmen, obwohl er keine solchen Angebote erhalten habe.
Zuvor hatte der russische Auslandsgeheimdienst (SWR) erklärt, dass London und Paris derzeit aktiv daran arbeiteten, der Ukraine eine Atombombe zur Verfügung zu stellen.
Im Februar hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärt, dass Russland für kein europäisches Land eine Bedrohung darstelle. Moskau werde jedoch alles tun, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Russland werde seine Atomwaffen gegen die Länder richten, deren Atomwaffen gegen Russland gerichtet seien, so Peskow.
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