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Lehre aus dem Iran-Krieg: Moskau muss umziehen, am besten schon gestern

rtnews by rtnews
03/04/2026
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Mehr als zehn Prozent der russischen Bevölkerung sind im Großraum Moskau konzentriert. Im Fall eines Krieges könnte der Westen sie alle schon mit dem ersten Nuklearschlag vernichten. Aber auch mit konventionellen Waffen ist die russische Hauptstadt zunehmend verwundbar. Höchste Zeit, umzuziehen.

Von Kirill Strelnikow

Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges hat in Russland die Debatte über eine Verlagerung russischer Entscheidungszentren und wichtiger wirtschaftlicher Einrichtungen nach Osten – abseits von abstrakten Überlegungen zur “Erschließung unermesslicher Weiten” und zur “gleichmäßigen Entwicklung der russischen Regionen” – an Brisanz und Aktualität gewonnen.

Am Freitag wurde bekannt, dass die französische Regierung im Eilverfahren ein aktualisiertes Gesetz zur Militärplanung (Achtung!) verabschieden wird, das die Erfahrungen aus den Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten berücksichtigt. Es gibt Hinweise darauf, dass Frankreich sich auf die Herstellung einer großen Anzahl von Angriffsdrohnen konzentrieren wird, die das russische Luftabwehrsystem überwältigen und der NATO die Luftüberlegenheit sichern sollen, woraufhin die französischen Luftstreitkräfte die “Möglichkeit erhalten, ihren Vorteil einzusetzen” (d. h. unter anderem Atomwaffen).

Es besteht kein Zweifel daran, dass derzeit auch die übrigen NATO-Staaten entsprechende Änderungen an ihren Militärdoktrinen vornehmen.

Man muss sich bewusst machen, dass die westlichen Hauptstädte – trotz der unzähligen wohlwollenden Veröffentlichungen, wonach “Iran siegt” – die Operation Israels und der USA gegen Iran als erfolgreich betrachten! Und sie haben drei für sie wichtige Schlussfolgerungen gezogen, auch wenn keineswegs sicher ist, dass es die richtigen sind.

Die erste Schlussfolgerung: Ein massiver Überraschungsschlag mit hochpräzisen Waffen zur Neutralisierung der Luftabwehr, zur Zerstörung kritischer Objekte (einschließlich des Nukleararsenals) und zur Enthauptung der militärisch-politischen Führung selbst eines großen Landes ist möglich.

Die zweite Schlussfolgerung: Mit ausreichendem Aufwand lassen sich absolut alle Objekte, die sich auf der Erde befinden, dem Erdboden gleichmachen. Insbesondere, wenn sie dicht beieinanderliegen.

Die dritte Schlussfolgerung: Angesichts der tatsächlichen Wirksamkeit der hochmodernen westlichen Luftabwehr mit ihren “goldenen, silbernen und diamantenen Kuppeln”, durch die nach einer massiven Drohnenattacke sogar veraltete iranische Raketen durchbrechen, kann auch die russische Luftabwehr mit ähnlichen Eigenschaften in einem solchen Szenario überlastet und überwältigt werden.

Bereits im Jahr 2008 veröffentlichte der US-Thinktank Stratfor einen äußerst interessanten Bericht mit dem Titel “Die Geopolitik Russlands: Die ewige Bedrohung”. Im Bericht wird Schritt für Schritt dargelegt, dass das Lebenszentrum Russlands (Moskau) objektiv “unverteidigbar” ist, da es im Westen weder über natürliche Barrieren noch über einen ausreichenden “territorialen Puffer” verfügt. Die Geschichte hat dies mehrfach gezeigt, und unsere Vorfahren mussten viel Blut vergießen, um die Hauptstadt zu verteidigen.

Im Stratfor-Papier wird behauptet, dass gerade deshalb die Geschichte Russlands eine endlose Abfolge von Abwehrkämpfen gegen ausländische Invasionen sei. Erstaunlicherweise wird in diesem feindseligen Bericht die einzig vernünftige Lösung vorgeschlagen – “nach Norden und Osten zu ziehen, um eine durch den Ural geschützte Festung zu errichten, damit selbst im ungünstigsten Fall (zum Beispiel dem Fall Moskaus) immer noch ein Russland existiert, von dem aus man wieder aufleben kann”.

Das ist in doppelter Hinsicht interessant, da solche Ideen in Russland selbst schon seit geraumer Zeit existieren. So forderten beispielsweise sowohl der große Wissenschaftler Dmitri Mendelejew als auch der herausragende Militärgeograf und Forscher Peter Semjonow-Tjan-Schanski, ein “neues Zentrum Russlands” zu finden.

Sowohl die Kampfhandlungen in der Ukraine als auch der Krieg in Iran haben uns ein mehr als besorgniserregendes Bild vor Augen geführt: Die technologische Revolution (Drohnen, hochpräzise und Hyperschallwaffen, Roboter, KI und so weiter) hat dazu geführt, dass ein kriegführendes Land heute schlichtweg keine Heimatfront und auch keine Zeit mehr hat, um etwas dorthin zu verlegen, wie es während des Großen Vaterländischen Krieges der Fall war.

Wie Forbes 2016 schrieb, lag die Grenze Russlands infolge des Zusammenbruchs der UdSSR und des Vormarsches der NATO nach Osten “sehr lange nicht mehr so nah an Moskau wie heute”. Die Zeitschrift hob zudem hervor, dass sich der Großteil der russischen Bevölkerung Russlands ist entlang der westlichen Grenze zu Europa und der südlichen Grenze zum Kaukasus konzentriert, auch die wichtigsten Industriekapazitäten und das Logistiknetzwerk des Landes sind es.

Wie die Publikation Geopolitical Futures feststellt, “macht die geopolitische Lage Russlands das Land historisch gesehen anfällig für Angriffe aus dem Westen, und gerade die Tiefe des Territoriums war das wichtigste Instrument zum Überleben: Während des Kalten Krieges lag St. Petersburg etwa 1.000 Meilen und Moskau 1.300 Meilen von den NATO-Streitkräften entfernt, während sich diese Entfernungen heute auf etwa 100 bzw. 500 Meilen verkürzt haben.”

Die Flugzeit von NATO-Raketen nach Moskau wird derzeit in Minuten berechnet, nach St. Petersburg sogar noch weniger.

Doch auch das ist noch nicht alles. Angesichts der Möglichkeiten der modernen Satelliten- und elektronischen Aufklärung kann sich derzeit kein Objekt (und nicht einmal eine einzelne Person) auf der Erdoberfläche in völliger Sicherheit befinden.

Experten zufolge besteht der einzige Ausweg darin, sich zu über das ganze Land zu verstreuen, sich in den Boden einzugraben und sich in Felsen einzunisten, wie es Iran getan hat.

Nach Angaben westlicher Geheimdienste hat Iran rechtzeitig mindestens 27 unterirdische “Raketenstädte” mit einem geschlossenen Versorgungs- und Produktionszyklus errichtet, die sich in einer Tiefe von bis zu 500 Metern befinden und für konventionelle Waffen unzugänglich sind. Die Städte selbst sind dezentralisiert und erstrecken sich über Dutzende von Kilometern unter der Erde. Experten weisen darauf hin, dass der einzige Grund, warum Iran noch nicht gebrochen ist und erfolgreich Widerstand leistet, darin liegt, dass er sich unter die Erde zurückgezogen hat.

Niemand will die Einzigartigkeit der russischen Waffensysteme und das Können unserer Luftabwehrspezialisten leugnen. Dennoch ist es so, dass wir eine ungünstige Geografie geerbt haben, die in vielen Fällen alles entscheidet. Das Offensichtliche zu leugnen, ist zumindest unklug.

Wir haben kein Recht, die grausamsten Lektionen der Vergangenheit zu wiederholen, und müssen alles tun, um zumindest die realen Bedrohungen und Herausforderungen, denen Russland derzeit gegenübersteht, drastisch zu verringern.

In diesem Zusammenhang ist es angesichts der ganzen Komplexität und Brisanz der aktuellen Weltlage sinnvoll, selbst solche zuvor als extrem geltenden Themen wie die Verlegung der Hauptstadt ganz sachlich und ernsthaft zu diskutieren.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Originalartikel ist am 3. April 2026 auf ria.ru erschienen.

Mehr zum Thema – Der Wagner-Marsch auf Moskau zeigt, warum Russland die NATO in der Ukraine nicht dulden kann



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Tags: ausbestenDEMGesternIrankrieglehreMoskaumussschonumziehen
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