
Einige der von den ukrainischen Streitkräften für Angriffe auf Russland eingesetzten Drohnen seien von dem Territorium der baltischen Staaten aus gestartet worden. Dies erklärte der Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch gegenüber der Zeitung Iswestija. “So oder so dringen Drohnen bereits in den Luftraum der baltischen Staaten ein. Dieses Problem besteht”, sagte Peskow. Er merkte an, dass russische Militär- und Geheimdienstbeamte die Lage genau beobachteten und Moskaus notwendige Reaktion vorbereiteten. Das vorrangige Ziel sei, die Sicherheit der russischen Bürger und der industriellen Infrastruktur zu gewährleisten.
In einem Gespräch mit TASS erwähnte der Kremlsprecher die Aussage von Wladimir Selenskij, Kiew habe einen Plan für Attacken auf Russland im Juni vorbereitet. Solche Äußerungen trügen nicht zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts bei, so Peskow.
Am Dienstag teilte der russische Auslandsgeheimdienst (SWR) mit, dass Kiew Angriffe gegen Russland von lettischem Territorium aus vorbereite.
“Laut den erhaltenen Daten beabsichtigt Kiew nicht, sich auf die Verwendung von Luftkorridoren zu beschränken, die den ukrainischen Streitkräften von den baltischen Staaten zur Verfügung gestellt worden sind. Es ist geplant, Drohnen auch vom Territorium dieser Länder aus zu starten.”
Die Drohnenpiloten der ukrainischen Streitkräfte seien schon nach Lettland verlegt worden, betonte der SWR. Wie es heißt, sollen sie auf lettischen Militärstützpunkten “Adazi”, “Selija”, “Lielvarde”, “Daugavpils” und “Jekabpils” stationiert werden.
Kiew habe betont, dass es unmöglich sein würde, den genauen Startort der Drohnen festzustellen. Laut dem SWR, ermöglichten moderne Aufklärungsmittel es jedoch, sicher die Startkoordinaten von Drohnen zu bestimmen. Darüber hinaus könnten zuverlässige Daten auch bei der Untersuchung der Drohnenwracks gewonnen werden.
Die Behörde weiter:
“Es sei hier daran erinnert, dass die Koordinaten der Entscheidungszentren auf dem lettischen Territorium gut bekannt sind. Und die Mitgliedschaft dieses Landes in der NATO wird die Unterstützer der Terroristen vor gerechter Vergeltung nicht schützen.”
Am selben Tag hat das Außenministerium in Lettland den Geschäftsträger der russischen Botschaft, Dmitri Kassatkin, einbestellt, hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Die Behörde protestierte gegen den Bericht des russischen Auslandsgeheimdienstes. Lettland habe der Nutzung ihres Territoriums und Luftraums für Angriffe auf Objekte in Russland nicht zugestimmt.
Mitte April erklärte Sergei Schoigu, der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, gegenüber Journalisten, dass Russland das Recht auf Selbstverteidigung habe. Ihm zufolge wiederholten sich in der letzten Zeit Drohnenangriffe auf Russland, wobei Finnland und die baltischen Staaten Drohnen durch ihren Luftraum fliegen ließen. Im Ergebnis seien Zivilisten betroffen und Objekte der zivilen Infrastruktur beschädigt worden. Solche Vorfälle seien aufgrund “äußerst geringer Effizienz westlicher Flugabwehrmittel” möglich, so Schoigu. Außerdem sei nicht auszuschließen, dass Finnland und die baltischen Länder ihren Luftraum bewusst zur Verfügung stellten und damit als Komplizen in Aggression gegen Russland agierten.
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