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Iran, China und Wahlen: Trump steht in der Ecke

rtnews by rtnews
13/05/2026
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Der US-Präsident hatte seinen Besuch in China verschoben, weil er mit einem militärischen Sieg in der Tasche anreisen wollte. Das ist ihm nicht gelungen. Unterdessen hat China mehrere symbolische Schlachten gewonnen.

Von Jorge Elbaum

Donald Trump hat die internationale Bühne durcheinandergewirbelt, um zu verhindern, dass sich der Globale Süden als eigenständige Alternative zum hegemonialen Neokolonialismus des Westens konsolidieren kann.

Chaos zu verbreiten, ist der aktuelle Schachzug eines geschwächten Imperiums, das sich müht, die Ausweitung des Multilateralismus einzudämmen, wie er von den BRICS-Staaten verkörpert wird, die sich auf die produktive Führungsrolle Chinas und das Beispiel der Souveränität der Russischen Föderation stützen.

Der New Yorker Magnat, der zum Präsidenten wurde, ist durch drei Bedingungen in die Enge getrieben, die er zu verschleiern versucht. Erstens ist das Scheitern seines Kriegseinsatzes im Persischen Golf zu verzeichnen, wo es der Islamischen Republik gelang, den Bombardements standzuhalten, ohne dass – wie von den USA und Israel beabsichtigt – ihre institutionelle Ordnung und ihre Souveränität gebrochen wurden.

Zweitens hat Trump es nicht geschafft, die Energieverbindung zwischen Teheran und Peking zu kappen, eine Situation, die den US-Präsidenten im Hinblick auf den für den 14. und 15. Mai geplanten Gipfel mit Xi Jinping schwächt.

Und schließlich leidet der Bewohner des Weißen Hauses unter den schlechten Nachrichten bezüglich seiner gescheiterten Zollpolitik, die im vergangenen Februar vom Obersten Gerichtshof seines Landes aufgehoben wurde.

Der arrogante Präsident wird vom Staatschef des Landes in der Mitte empfangen, nachdem er vor einem Monat um eine Verschiebung gebeten hatte, um zu versuchen, mit einem militärischen Sieg in der Tasche anzureisen. Das ist ihm nicht gelungen. In strategischer Hinsicht war die Militäroperation gegen Teheran ein Fehlschlag, den man nun durch eine Seeblockade ersetzen will, die im Wesentlichen darauf abzielt, die Ölexporte nach China zu verhindern.

Auch wenn diese aus völkerrechtlicher Sicht illegale Zwangsmaßnahme mehr Wirkung haben dürfte als die Bombardements, wird die militärische Intervention nun als unbestreitbare militärische Niederlage wahrgenommen.

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz brachte dies deutlich zum Ausdruck, als er feststellte: “Eine ganze Nation wird von der iranischen Führung gedemütigt (…) sie sind eindeutig stärker als erwartet, und den Amerikanern fehlt eine schlüssige Verhandlungsstrategie.”

Dies erklärt die Improvisation Donald Trumps, seine übereilten Entscheidungen, die Widersprüche und seine Inkohärenz, mit denen er zum Gipfel erscheinen wird.

Seine unilateralistische Überheblichkeit wird in Peking in drei Bereichen herausgefordert werden, in denen er einen relativen Vorteil hatte: Wirtschaft, Technologie und Krieg.

Die chinesische Fertigungsindustrie ist die globale Produktionsmacht: Sie macht ein Drittel der gesamten Weltproduktion aus und übertrifft damit die Wertschöpfung der neun Länder, die ihr folgen, darunter die USA, Japan und Deutschland.

Aber die Kluft wird noch größer, wenn man den Vergleich mit der Produktivität durch Robotik anstellt. China verfügt über die Hälfte aller Industrieroboter weltweit, nimmt jährlich 250.000 neue in Betrieb und hat gerade die Informatikwelt mit der Vorstellung des ersten atomaren Dual-Core-Quantencomputers überrascht.

Dieser Computer, der unter dem Namen Hanyuan-2 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde – kurioserweise eine Woche vor Trumps Ankunft –, kann in vier Minuten Probleme lösen, für die der derzeit leistungsstärkste Supercomputer 10.000 Jahre benötigt. Quantencomputing wird das Training von Modellen für künstliche Intelligenz beschleunigen und so Zeit und vor allem Energie sparen.

Der Grund, warum Silicon-Valley-Größen wie Peter Thiel von Trump verlangen, die westliche Demokratie zu liquidieren, hängt mit diesen von Xi Jinping gestellten Herausforderungen zusammen: Die mit dem MAGA-Universum verbundenen Analysten glauben, dass der Vorsprung, den China derzeit aufbaut, darauf zurückzuführen ist, dass seine Regierung nicht an periodische Wahlen gebunden ist.

Doch sie vergessen, dass China eine kommunistische Partei hat, die die souveränen Interessen ihrer Gesellschaft wahrt und nicht die Machtinteressen von Unternehmen, die sich als Technofaschisten präsentieren. Der Beweis dafür ist die Verbesserung der Lebensbedingungen von 1,4 Milliarden Menschen durch das Konzept des Sozialismus chinesischer Ausprägung, das auf das Gemeinwohl, den Multilateralismus, den Respekt vor den verschiedenen zivilisatorischen Traditionen und die Betonung des Gleichgewichts mit der Natur ausgerichtet ist.

Das dritte Element des Trumpschen Unbehagens, das sich in Peking zu Beginn des Gipfels zeigen wird, betrifft die strategische Dimension, also den Krieg. Die USA verfügen über 750 Militärstützpunkte auf allen fünf Kontinenten, und ihre jüngsten Kriegserfahrungen waren nicht gerade erfolgreich.

Nach den Fehlschlägen in Korea, Playa Girón und Vietnam fuhr sich das Land im Irak und in Afghanistan fest und erreichte seine Ziele nicht. Das aktuelle Versagen in Iran, den es nicht in die Knie zwingen konnte, demoralisiert nicht nur das Pentagon, sondern offenbart gegenüber dem Rest der Welt eine doppelte Machtlosigkeit. Einerseits die Erkenntnis einer strukturellen Schwäche im Umgang mit asymmetrischen Kriegen und andererseits ein völliger Mangel an Fähigkeit, die globale Sicherheit zu garantieren.

In dieses Kapitel reiht sich auch Trumps Verzicht auf die Unterstützung der Ukraine ein. Ein Großteil seiner Militärexperten hat ihn gewarnt, dass dies ein aussichtsloser Kampf sei, obgleich Russland zusammen mit China laut der 2025 vorgestellten neuen Donroe-Doktrin die beiden größten Gegner sind. Alle NATO-Mitgliedstaaten zusammen sind – trotz des aktuellen konventionellen Krieges – unfähig, ein Land zu besiegen, das über etwa 50 Prozent aller existierenden Atomsprengköpfe verfügt.

Die Erwartungen hinsichtlich der Zwischenwahlen sind der dritte Faktor, der zur Schwächung Trumps beiträgt. Sein Image im Inland ist eines der am stärksten angeschlagenen in der Geschichte, und das für einen Präsidenten, der kaum mehr als 13 Monate im Amt ist. Die Kosten für Energie im Inland sind um 60 Prozent gestiegen, seine Zollpolitik wird ständig von der Justiz infrage gestellt, und die Hetzjagden auf Nicht-WASP*-Bürger (*WASP steht für White Anglo-Saxon Protestant (zu Deutsch: weißer angelsächsischer Protestant) und ist ein Begriff für einen Angehörigen der protestantischen weißen Mittel- und Oberschicht der USA) haben eine tiefe Unzufriedenheit ausgelöst, die zu den No-Kings-Demonstrationen führte.

Diese Reihe von Fehlschlägen veranlasst den US-Präsidenten dazu, die öffentliche Agenda mit rhetorischen Attacken zu dominieren. Er versucht nach Kräften, eine Stärke zur Schau zu stellen, die er nicht besitzt.

Während er versucht, sein militärisches Versagen zu verbergen, droht er weiterhin mit brutalen Bombardements und “gewalttätigen” Vergeltungsmaßnahmen für den Fall, dass Teheran sich nicht dazu herablassen sollte, ein Abkommen zu unterzeichnen, das auf der Freigabe der Straße von Hormus, der Aussetzung der Urananreicherung und der Aufgabe seiner Unterstützung für die “drei H” – Huthis, Hisbollah und Hamas – basiert.

Unabhängig davon, ob vor dem Gipfel ein grundlegendes Abkommen zwischen Teheran und Washington zustande gekommen ist oder nicht, wird China mehrere symbolische Schlachten gewonnen haben. Es wird sich als Vermittler positionieren, der sich an die Normen des Völkerrechts hält. Es wird sich mittels seines Verbündeten Pakistan als konstruktiver Akteur bei der Lösung der Krisen präsentieren und mit seiner konfuzianischen Geduld weiter beobachten, wie sich imperiales Prahlen hinter arroganter Großspurigkeit verflüchtigt.

Jorge Elbaum ist ein argentinischer Soziologe, Journalist, Forscher und Universitätsprofessor. Er ist Analyst am Lateinamerikanischen Zentrum für Strategische Analyse.

Zuerst erschienen auf Cubadebate am 11. Mai 2026. Übersetzung: Olga Espín

Mehr zum Thema – Ein entscheidender Moment für Chinas Zukunft in der Weltpolitik



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Tags: ChinaderEckeIranstehttrumpundWahlen
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