Der indische Premierminister Narendra Modi und der chinesische Präsident Xi Jinping haben sich am Sonntag in Tianjin getroffen; ein diplomatischer Schlüsselmoment in den Schritten aus Neu-Delhi und Peking, um die Beziehungen zu stabilisieren. Die beiden Staatschefs trafen sich am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ), der an diesem Wochenende von China ausgerichtet wird.
Es ist Modis erster Besuch in China seit 2018. Dieses Treffen krönt monatelange Bemühungen beider Länder, die Beziehungen, die durch langwierige Grenzspannungen belastet sind, wiederherzustellen. Zuvor hatten sich die beiden Staatschefs letzten Oktober im russischen Kasan auf dem BRICS-Gipfel getroffen.
“Unsere Beziehung geht in eine positive Richtung. Es gibt Frieden und Stabilität an den Grenzen”, sagte Modi. Er erwähnte auch die Wiederaufnahme des Kailash Masarovar Yatra, einer bedeutenden Pilgerreise zu den Bergen Kailash und Manasarovar in der chinesischen autonomen Region Tibet, wie auch Pläne, Direktflüge zwischen den beiden Ländern wiederaufzunehmen.
“Die Interessen von 2,8 Milliarden Menschen in unserer beider Länder sind mit unserer Zusammenarbeit verbunden. Das wird auch den Weg für das Wohl der gesamten Menschheit bahnen. Wir sind entschlossen, unsere Beziehungen auf Grundlage gegenseitigen Vertrauens, Respekts und Feingefühls voranzubringen”, erklärte Modi.
⚡️World Focus on SCO Summit: PM Modi Shakes President Xi’s Hand Prior to Meet on Sidelines #SCO2025Video Courtesy: DD News pic.twitter.com/WY8Zgyvo1l
— RT_India (@RT_India_news) August 31, 2025
Vor dem Treffen bemühten sich beide Nationen, ihre Verbindungen nach der längeren Frostperiode, die von einem tödlichen Grenzzwischenfall im Juni 2020 ausgelöst wurde, wiederherzustellen. Einen Einfluss auf das Treffen hatten auch die jüngst von Washington gegen Indien eingeführten Zölle von 50 Prozent, die die Regierung von US-Präsident Donald Trump als Reaktion auf die Handelspolitik des Landes und seinen fortgesetzten Kauf russischen Öls verhängte.
Dem Treffen der Staatschefs der beiden bevölkerungsreichsten Nationen der Welt vorangegangen war ein Besuch des chinesischen Außenministers Wang Ji in Neu-Delhi. Bei diesem Besuch hielten die beiden Länder die 24. Gespräche ihrer Sonderbeauftragten für die Grenzfrage ab, die von Wang Ji und dem indischen nationalen Sicherheitsberater Ajit Doval gemeinsam geleitet wurden.
Nach den Gesprächen kamen beide Seiten überein, in mehreren Schritten das Grenzmanagement zu verbessern, “baldmöglichst” direkte Flugverbindungen wiederaufzunehmen und den Grenzhandel wieder zu öffnen. Sie erklärten auch, wechselseitig die BRICS-Präsidentschaft des jeweils anderen in den Jahren 2026 und 2027 zu unterstützen.
Zuvor hatte Peking in Erwiderung auf die US-Zolldrohungen klar seine starke Unterstützung für Neu-Delhi erklärt.
“Die USA haben Zölle von bis zu 50 Prozent über Indien verhängt und drohen mit mehr”, hatte Chinas Botschafter in Indien, Xu Feihong, gesagt. “China steht fest dagegen. Angesichts solcher Handlungen stärkt Schweigen oder Kompromissbereitschaft nur den Schuft. China wird fest an der Seite Indiens stehen.”
Währenddessen haben führende Vertreter aus Moskau, Peking und Neu-Delhi darüber debattiert, den russisch-indisch-chinesischen Dialog (RIC) wiederzubeleben, ein Format trilateraler Kooperation, das vor Jahrzehnten als Gegengewicht der westlichen Dominanz entworfen wurde, um eine multipolare Weltordnung voranzubringen.
Mehr zum Thema – Xi Jinping schreibt geheimen Brief an indische Behörden